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Bachelorabschluss mit 21 - die neue Generation Studenten

Die deutschen Studenten werden immer jünger und immer früher mit ihrem Studium fertig. Bachelorabschluss mit 21 Jahren, mit 23 Jahren mit einem Masterabschluss ins Berufsleben – da fühlt sich mancher Diplom-Absolvent ganz schön alt.

Auf der Überholspur zum Bachelor

Der Altersdurchschnitt der deutschen Studienanfänger sinkt. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Mit dem G8-Gymnasium kann bereits nach zwölf Jahren Schulzeit das Abitur gemacht werden, mit dem Bachelor bereits nach spätestens drei Jahren ein berufsqualifizierender Hochschulabschluss erworben werden.

Noch sind die jungen, 17- oder 18-jährigen Studienanfänger Ausnahmen, doch sie könnten bald die Regel an deutschen Universitäten sein. Denn 2010 gab es so viele Studienanfänger wie noch nie. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Erstsemester um mehr als 4 % gestiegen, vermeldet das Statistische Bundesamt. Auffallend mehr Studenten gibt es im Saarland (+13 %), in Bayern (+9%) sowie in Berlin und Nordrhein-Westfalen (jeweilis +8 %). Der Anteil der Studienanfänger an der gleichaltrigen Bevölkerung stieg auf 46 Prozent.

Aussetzung der Wehrpflicht und des Zivildienstes

Und er wird noch weiter wachsen. Denn während es in diesem Jahr nur doppelte Abiturjahrgänge in Hamburg gab, werden im kommenden Jahr in Bayern und Niedersachsen zwei Jahrgänge gleichzeitig Abitur machen, in den folgenden Jahren in fünf weiteren Bundesländern. Ab 2016 wird das Gymnasium in fast allen Bundesländern nur noch acht Jahre dauern und die Abiturienten werden bereits ein Jahr früher studieren können. Der Altersdurchschnitt der Studienanfänger wird schnell sinken, so die Prognose. Derzeit beträgt er 21,9 Jahre, bald könnten 17- und 18-jährige die Hochschulen bevölkern.

Eine weitere Veränderung ergibt sich durch die Aussetzung der Wehrpflicht und des Zivildienstes. Damit werden im nächsten Jahr rund 50.000 mehr Abiturienten an die Universitäten drängen. Dadurch werden nicht nur Räume und Personal knapper, auch die Konkurrenz wird sich in beliebten Fächern verschärfen.

Die meisten Abschlüsse noch immer Diplom oder Magister

Abitur mit 18, Bachelor mit 21- mit 23 Jahren und einem Masterabschluss stehen die neuen Turbostudenten schließlich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung und machen „alten Hasen“ wie Diplomabsolventen, die ihren Abschluss meist erst mit Mitte 20 in der Hand halten, große Konkurrenz.

Der Bachelorabschluss ist zwar auf dem Vormarsch, dennoch bleiben die traditionellen Abschlüsse Diplom und Magister im Rennen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben im Prüfungsjahr 2009 rund 21 % der Studienabsolventen einen Bachelorabschluss erworben. Im Jahr 2007 waren es erst 8%, 2008 knapp 13 %. Ca. 31 % der Absolventen erwarben einen traditionellen Abschluss.