Sie sind hier: Start
E-Mail Drucken

Der studentische Umzug

Die erste eigene Wohnung ist immer etwas Besonderes. Fällt sie mit dem Beginn des Studiums in einer fremden Stadt zusammen, gestaltet sich alles noch aufregender. Damit Wohnungssuche und Umzug reibungslos verlaufen, hier ein paar Tipps.

Gerade Universitätsstädte sind oftmals überlaufen und günstige Wohnungen rar. Trotzdem sollte man sich nicht schon im Vorfeld entmutigen lassen, sondern sich stattdessen gut vorbereiten – auch die Kosten müssen gut durchkalkuliert sein. Schließlich soll am Monatsende auch noch Geld für Freizeitaktivitäten übrig bleiben.

Ausgaben kalkulieren

Vor der Wohnungssuche sollte man alle seine Einnahmen, etwa durch finanzielle Unterstützung der Eltern, Bafög und Nebenjobs, zusammenrechnen. Miete plus Nebenkosten sollten maximal ein Drittel dieser Einnahmen ausmachen. Der reine Mietpreis der Wohnung beinhaltet dabei längst nicht alle relevanten Kosten. In der Regel ist im Mietvertrag nur die Kaltmiete angegeben. Zu den zusätzlichen Betriebskosten einer Wohnung gehören Wasser, Grundsteuer, Versicherungen und manchmal auch der Hauswart. Hierfür sollte man etwa 1,50 Euro pro Quadratmeter veranschlagen. Zur Grundmiete inklusive Nebenkosten kommen zudem noch Ausgaben für Strom und eventuell Heizung. Auch Ausgaben für den Rundfunkbeitrag, Kabelanschluss, Internet und Telefon sind bei der Kalkulation zu berücksichtigen. Vor dem Einzug sind bis zu drei Monatsmieten Kaution zu hinterlegen, die man beim Auszug wiedererhält, sofern die Wohnung in gutem Zustand übergeben wird.

Gut vorbereitet zum Besichtigungstermin

Hat man gut kalkuliert, kann man sich auf die Suche begeben. Hierfür sollte man frühzeitig die Anzeigen im Internet durchgehen und ab und an einen Blick auf das Schwarze Brett der neuen Uni werfen. Zum ersten Besichtigungstermin ist es gerade für Studenten sinnvoll, die Eltern mitzubringen. Was bei Vorstellungen in WGs ein absolutes No-go ist, ist bei der eigenen Wohnung oft hilfreich. Wer seine Eltern dabei hat, wirkt auf den Vermieter seriöser und zahlungskräftiger. In der Regel wird von Studenten eine Mietbürgschaft der Eltern verlangt. Diese dient als Absicherung für den Vermieter und belastet die Eltern nur mit überschaubarer Verantwortung. Mit einer Mietbürgschaft verpflichten sich Eltern oder andere Personen, die Miete im Fall eines Mietausfalls für die Dauer von drei Monaten zu übernehmen.

Wer eine persönliche Schufa-Auskunft dabei hat, erhöht seine Chancen, sich gegen andere Bewerber durchzusetzen. Viele Vermieter sind gerade bei Studenten skeptisch, zu oft hört man von einem unsteten Lebensstil, lauter Musik und ausschweifenden Partys. Umso wichtiger ist es, gut vorbereitet, seriös und freundlich zu erscheinen. Trotzdem sollte sich niemand verstellen: Wer im Alltag kein Sakko trägt, sollte dies auch bei der Besichtigung nicht tun. Hilfreich ist es aber, sich selbst einige Fragen zur Wohnung und der Hausgemeinschaft aufzuschreiben. So vergisst man diese in der Aufregung nicht und zeigt, dass man sich Gedanken gemacht hat.

Umzugsplanung und Anmelden

Hat man eine schöne Wohnung gefunden, sollte man den Umzug gut planen. Kostenlose Online-Tools können helfen, Deadlines nicht zu verpassen und den Überblick zu behalten. Oft kann der Stromanbieter vom Vormieter übernommen werden. Internet sollte man so schnell wie möglich beantragen, denn die Einrichtung dauert oft bis zu sechs Wochen. Wer möchte, kann einen kombinierten Vertrag inklusive Festnetztelefon beantragen. Zwar ist ein Fernseher im Internetzeitalter für viele nicht unbedingt nötig, trotzdem müssen Rundfunkbeiträge (früher GEZ-Gebühren) gezahlt werden. Diese werden seit Januar 2013 pauschal pro Haushalt berechnet. Bäfög-Empfänger können sich von diesen aber gegebenenfalls befreien lassen. Damit im Zuge des Umzugs keine Post verloren wird, kann man über die Deutsche Post einen Nachsendeantrag beantragen. Ob man den Umzug von einem Unternehmen durchführen lässt oder ihn mit gemietetem Transporter und ein paar Freunden stemmt, muss jeder selbst entscheiden. Wer wenig Geld hat, kann über Ebay-Kleinanzeigen nach Möbeln und Haushaltsutensilien wie Kühlschrank und Waschmaschine suchen, sollten diese nicht bereits zum Inventar der Wohnung gehören.

Spätestens zwei Wochen nach dem Einzug sollte sich jeder im Bürgerbüro oder Rathaus ummelden. Hier wird man mit der Frage konfrontiert, ob das studentische Heim Haupt- oder Zweitwohnsitz werden soll. Viele Städte in Deutschland erheben inzwischen Zweitwohnsitzsteuer, sodass es oft günstiger ist, die Studienstadt direkt als Hauswohnsitz eintragen zu lassen. Mitbringen muss man nur den Personalausweis, den Mietvertrag und gegebenenfalls die Geburtsurkunde. Genaue Informationen erhält man auf der Website des jeweiligen Einwohnermeldeamts. Ist all dies erledigt, kann das eigenständige Studentenleben beginnen.