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absolventenFinanzierung der Weiterbildung.Ein Student in der Uni.Im Team zusammenarbeiten

Finanzierung der Weiterbildung

Berufliche Weiterbildung und ihre Finanzierung

Lebenslanges Lernen wird heutzutage immer bedeutsamer. Grund genug, sich Gedanken über eine berufliche Weiterbildung zu machen. Damit diese nicht an der Finanzierung scheitert, gibt es in Deutschlang ein breites Angebot an Förderungsmöglichkeiten.

Welche Möglichkeit der Finanzierung gibt es?

Auch wenn die Bereitschaft zur beruflichen Weiterbildung vorhanden sein mag: Oftmals macht die Finanzierung Arbeitnehmern einen Strich durch die Rechnung. Damit künftig mehr Menschen von Weiterbildungsmaßnahmen profitieren können, wurde zum 01.12.2008 das Finanzierungsangebot erweitert. Die berufliche Weiterbildung soll damit sowohl für jüngere als auch ältere Zielgruppen attraktiv gemacht werden. Denn nur durch lebenslanges Lernen kann man angemessen auf die beständigen Veränderungen im Berufsleben reagieren.
Die Stiftung Warentest hat die wichtigsten Möglichkeiten zur Finanzierung zusammengetragen und sie im November 2008 in einem Bericht vorgestellt.

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Quelle: www.test.de

Die Bildungsprämie

Seit dem 01.12.2008 können Erwerbstätige und Arbeitssuchende ihre berufliche Weiterbildung mit der sogenannten Bildungsprämie finanzieren. Diese wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie aus den Europäischen Sozialfonds der EU gefördert. Die Bildungsprämie fächert sich in drei Maßnahmen auf: die Weiterbildungsmaßnahme, das Weiterbildungssparen und das Weiterbildungsdarlehen.

Weiterbildungsprämie: Sie sichert per schriftlicher Zusage (Prämiengutschein) die Finanzierung einer Weiterbildung zu. Der Staat ist mit maximal 154 Euro an der Förderung beteiligt. Mindestens genauso viel muss der Lerner selbst beisteuern.

Weiterbildungssparen: Diese Form der Finanzierung richtet sich an diejenigen, die vermögenswirksame Leistungen ansparen. Seit April 2009 können Lerner aus ihren Sparverträgen Geld für eine berufliche Weiterbildung entnehmen. Sie verlieren nicht ihr Anrecht auf die volle Arbeitnehmersparzulage.

Weiterbildungsdarlehen: Angekündigt für das Frühjahr 2009, ist das Weiterbildungsdarlehen bisher nur ein Lippenbekenntnis der Regierungsparteien.

Es soll aber noch in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden. Die Grundidee besteht darin, dass öffentlich-rechtliche Banken Kredite zur Finanzierung der beruflichen Weiterbildung gewähren. Die Stiftung Warentest empfiehlt, aufgrund der anfallenden Zinsen nur dann ein Darlehen aufzunehmen, wenn keine andere Finanzierungsmöglichkeit besteht.

Bildungsgutschein

Der Bildungsgutschein versichert per schriftlicher Zusage, dass die Bildungsagentur für Arbeit die vollständige Finanzierung der Weiterbildung übernimmt. Der Bildungsgutschein richtet sich an Arbeitssuchende. Profitieren können aber auch Arbeitnehmer, deren Arbeitsvertrag bald ausläuft oder denen eine Kündigung droht. Sogar Beschäftigte werden gefördert, allerdings nur im Rahmen des WeGeBAu-Programms. Einen generellen Anspruch auf diese Fördermaßnahme gibt es jedoch nicht. Die Agentur für Arbeit entscheidet im Einzelfall über die Vergabe der Leistung.

Trainingsmaßnahmen

Sie wenden sich an Arbeitslose und fallen unter die „Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung“. Sämtliche Kosten für die berufliche Weiterbildung übernimmt die Bundesagentur für Arbeit. Trainingsmaßnahmen dauern in der Regel lediglich 14 Tage. In dieser Zeit sollen Arbeitssuchende ihr Können bei einem künftigen Arbeitgeber unter Beweis stellen. Dieser wiederum erklärt die Absicht, den Kandidaten einstellen zu wollen. Doch die Trainingsmaßnahmen stehen immer öfter unter Beschuss. Es häufen sich Fälle, in denen Arbeitslose zu einem Training vorgeladen, nach Ablauf der 14 Tage aber nicht übernommen werden. Ein rentables Geschäft für den Arbeitgeber.

BAföG

Meister-BAföG: In der Amtssprache wird das Meister-BAföG Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz genannt. Es richtet sich im Allgemeinen an Berufstätige, die sich nach einer ersten Ausbildung weiterbilden wollen. Im Speziellen zählen Meister, Techniker, staatlich geprüfte Betriebswirte, Fachwirte, Fachkaufleute zur Zielgruppe. Das Meister BAföG umfasst zwei Teile: zum einen einen Zuschuss von 30,5% und zum anderen ein Bankdarlehen, welches jedoch nicht in Anspruch genommen werden muss. Eine Altersgrenze besteht nicht. Der Förderungssatz ist einkommens- und vermögensunabhängig.
BAföG für Schulabschluss-Lehrgänge: Wer per Fernkurs seinen Schulabschluss erwerben möchte, der kann bei der Finanzierung der Weiterbildung auf das Schüler-BAföG zurück greifen. Dieses kann beantragt werden, solange das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet wurde. Die Förderungsdauer des Schüler-BAföGs beträgt jedoch höchstens zwölf Monate. Der Zuschuss muss nicht zurück gezahlt werden.

Stipendien

Begabtenförderung: Bei dieser Form der Finanzierung werden besonders begabte und junge Fachkräfte gefördert. Voraussetzung sind überdurchschnittliche Leistungen (schulisch oder beruflich) sowie, dass das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet wurde. Förderungsfähig sind berufsbegleitende Studiengänge, fachbezogene Weiterbildungen, Aufstiegsfortbildungen und fachübergreifende Fortbildungen. Zuschüsse bis zu 5.100 Euro werden gezahlt. Der Antrag auf Begabtenförderung muss unbedingt vor Anmeldung und Beginn des Lehrgangs gestellt werden, da ein vergebenes Stipendium nicht rückwirkend in Kraft tritt. Ansprechpartner ist die „Stiftung Begabtenförderungswerk berufliche Bildung“ mit Sitz in Bonn.
Aufstiegsstipendium: Ein solches Stipendium steht besonders begabten Berufstätigen zu, sobald diese erstmalig ein berufsbegleitendes Studium oder ein Vollzeitstudium aufnehmen wollen.
AQUA: Das Kürzel steht für „Akademiker/-innen qualifizieren sich für den Arbeitsmarkt“. Die Finanzierung erfolgt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union. Das Programm versteht sich als bundesweite fortlaufende Kooperation mit Hochschulen. Seit Herbst 2008 ermöglicht es 18 berufsgruppenspezifische Studienergänzungen, die zur Weiterbildung dienen. Eine Unterstützung der Finanzierung ist nur über ein Stipendium möglich. Die Bewerber durchlaufen also ein Auswahlverfahren.

Förderung bei Kurzarbeit

Wer von Kurzarbeit betroffen ist und diesen Arbeitsausfall zur Weiterbildung nutzen möchte, kann Fördergelder erhalten. 60% der Lehrgangskosten sowie zusätzliche 10% bei kleinen bzw. 20% bei mittleren Unternehmen werden übernommen. Bei Benachteiligten, sprich Arbeitnehmern ab 50 Jahren, oder Schwerbehinderten werden weitere 10% erstattet. Generell werden Kaufmännische und Technische Lehrgänge, sowie EDV- und Lager bzw. Logistik Maßnahmen gefördert.

Leonardo da Vinci

So lautet der Name des EU-Programms zur beruflichen Aus- und Weiterbildung. Die Finanzierung von Auslandsaufenthalten, Projekten zum Transfer und zur Entwicklung von Innovationen, Partnerschaften, Netzwerken und vorbereitenden Besuchen wird übernommen. Nur juristische Personen, etwa Unternehmen, können einen Antrag auf Förderung stellen. Hierbei müssen vorgegebene Fristen berücksichtigt und eingehalten werden.

WeGebAU

Die „Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen“ wurde von der Bundeagentur für Arbeit initiiert. Sie fördert Arbeitnehmer ab einem Mindestalter von 45 Jahren. Diese müssen in einem Betrieb tätig sein, der maximal 250 Beschäftigte zählt. Die vollständigen Kosten für den Lehrgang werden übernommen. Anspruch auf Förderung hatten bisher nur Geringqualifizierte, so etwa Personen ohne Berufsabschluss. Seit 2009 jedoch sind auch qualifizierte Mitarbeiter zum Erhalt einer Förderung berechtigt. Voraussetzung dafür ist, dass der letzte Berufsabschluss bzw. die letzte Weiterbildungsmaßnahme mindestens vier Jahre zurück liegen.

Bildungsurlaub

Bei einigen Fernlehrgängen bzw. Fernstudiengängen ist die Präsenz vor Ort für einige Seminare verpflichtend. In 12 von 16 Bundesländern ist es möglich, für diese Seminartage Bildungsurlaub zu beantragen. Dieser darf maximal fünf Tage pro Jahr umfassen. Generell sind Seminare förderberechtigt, die mindestens drei Tage bzw. 20 Stunden beanspruchen.

Föderale Förderung

Bildungsscheck Nordrhein-Westfalen: Der Bildungsscheck ist ein regionales Förderprogramm für all diejenigen, die ihren Wohnsitz in NRW angemeldet haben oder dort berufstätig sind. Sie müssen jedoch in einem Betrieb beschäftigt sein, der maximal 249 Arbeitnehmer zählt. Wer gefördert werden möchte, darf im laufenden oder vergangenen Jahr an keiner anderen beruflichen Weiterbildung Teil nehmen. Bis zu 50% der anfallenden Lehrgangskosten werden übernommen. Die obere Förderungsgrenze liegt bei einem Maximum von 500 Euro.

Qualifizierungsscheck Hessen: Auch hier handelt es sich um ein regionales Förderungsprogramm. Zielgruppe sind Arbeitnehmer aus Hessen, die in kleinen und mittleren Unternehmen mit höchstens 250 Beschäftigten arbeiten. Sie dürfen keinen anerkannten Berufsabschluss in der ausgeübten Tätigkeit haben oder müssen das Mindestalter von 45 Jahren überschreiten. Im Kalenderjahr der Antragsstellung darf keine berufliche Weiterbildung im Rahmen des Qualifizierungsschecks Hessen stattgefunden haben. Wie auch in NRW, beträgt der geförderte Höchstsatz 500 Euro und macht höchsten 50% der Lehrgangskosten aus.

Berufsförderungsdienst der Bundeswehr

Für Zeitsoldaten und Grundwehrdienstleistende bei der Bundeswehr besteht die Möglichkeit der Förderung von Weiterbildungsmaßnahmen durch den Berufsförderungsdienst (BFD). Insgesamt können Zuschüsse von bis zu 80% vergeben werden. Die Prüfungsgebühren für die berufliche Weiterbildung sowie Fahrt- und Kommunikationskosten werden gegebenenfalls übernommen.

Vater Staat lässt die Kassen klingeln

Firmen belohnen den Wissenshunger ihrer Arbeitnehmer. Viele Arbeitgeber beteiligen sich nämlich an den Weiterbildungskosten. Und auch das Finanzamt kann zur Kasse gebeten werden. Wer Geld für eine berufliche Weiterbildung bezahlt, kann einen Teil der Ausgaben steuerlich absetzen. Die Pauschale beträgt 920 Euro.

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