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Studentenverbindungen

Was jeder über Studentenverbindungen wissen sollte

Studentenverbindungen haben mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Rechtsextremismus, Frauen- oder Ausländerfeindlichkeit gehören zu den populärsten Irrtümern, die unter Studenten kursieren. Doch woher kommt das schlechte Image? Was ist wahr und was ist falsch? Wir klären auf.

Was kann ich mir unter einer Studentenverbindung vorstellen?

Eine Studentenverbindung oder auch Studentenkorporation ist ein Verband von Studenten und ehemaligen Studenten einer Universität, Hochschule oder ähnlichen Institution. Jede Studentenverbindung pflegt eigene Traditionen, die über viele Jahrzehnte entstanden sind. Die jungen Studenten werden während des Studiums finanziell von der Verbindung unterstützt. Sie wohnen zusammen in einem Verbindungshaus, bekommen Bücher zur Verfügung gestellt und gestalten gemeinsam ihre freie Zeit.

Die Mitglieder einer Studentenverbindung betreiben traditionell den Fechtkampf oder gehen anderen Sportarten nach. Wenn die Mitglieder das Studium beendet haben und Karriere machen, sind sie dazu verpflichtet, den jungen Studenten mit Ratschlägen und Spenden zur Seite zu stehen. Dafür nehmen die Studierenden den „Alten Herren“ kleinere Verwaltungsarbeiten oder ähnliches ab. So helfen sich die Generationen gegenseitig, einen leichten Einstieg ins Berufsleben zu finden.

Im Zusammenhang mit Studentenverbindungen hört man immer wieder den Begriff „Burschenschaft“. Er wird synonym für die Studentenverbindung verwendet. Die Burschenschaft ist jedoch nur eine Art der Studentenverbindung und macht circa ein Fünftel aller Korporationen in Deutschland aus. Andere Verbindungstypen sind beispielsweise Fliegerschaften, Gesangsvereine, Turnerschaften oder Jagdverbindungen.

Die verschiedenen Arten von Studentenverbindungen sind meist einem Dachverband untergeordnet, der die gemeinsamen Ziele festlegt und verfolgt. Darüber hinaus taucht die Bezeichnung „Corps“ hin und wieder bei der Beschreibung von Studentenverbindungen auf. Damit sind lediglich die älteren Formen von Studentenverbindungen gemeint.

Woran erkenne ich eine Studentenverbindung?

Studentenverbindungen sind sehr darauf bedacht, Wiedererkennungswert zu pflegen. Dafür fertigen sie sich eigene Wappen, Farbkombinationen oder Zirkel an. Die Zirkel werden meist bei Unterschriften neben den Namen gesetzt, um zu zeigen, welcher Studentenverbindung man angehört. Das Erkennungszeichen setzt sich aus mehreren, ineinander verschlungenen Buchstaben zusammen. Der Schriftzug enthält in der Regel die Anfangsbuchstaben des Verbindungsnamen und des Wahlspruchs.

Weit verbreitete Irrtümer

Studentenverbindungen sind darauf bedacht, nicht als politisch extremistische oder sektenartige Gemeinschaften abgestempelt zu werden. Trotzdem haben sich in der Gesellschaft so manche Irrtümer verbreitet. Viele Studenten runzeln deshalb mit der Stirn, wenn jemand plant, in eine Studentenverbindung einzutreten. Wir lösen auf:

1. Studentenverbindungen sind ausländerfeindlich

Studentenverbindungen sind häufig konservativ eingestellt. Das muss aber nicht heißen, dass sie sich anderen Nationalitäten gegenüber verschließen oder weltverschlossen sind. Im Normalfall sind Ausländer bei den Studentenverbindungen genauso willkommen wie deutsche Interessenten.

2. Studentenverbindungen sind frauenfeindlich

Heutzutage sind Frauen den Männern fast zu 100% gleichgestellt. Das war aber nicht immer so. Vor einigen Jahrzehnten war die Frau lediglich für das Kinderkriegen zuständig. Eine Chance auf Bildung war für sie unmöglich. Deshalb bildeten ausschließlich Männer die ersten Studentenverbindungen. Dass diese Tradition in den heutigen Verbindungen weitergeführt wurde, hat nichts mit Frauenfeindlichkeit zu tun. Eine Münchener Studentenverbindung stellt in diesem Zusammenhang den Vergleich auf, dass Taubenzüchtervereine ja auch nicht briefmarkensammlerfeindlich wären. Aufgrund von Tradition und Treueschwur war den Frauen der Zutritt bis vor einigen Jahren verboten. Mittlerweile gibt es neben den gemischten Studentenverbindungen auch eine reine Damenverbindung.

3. Studentenverbindungen bilden Karriereseilschaften


Durch Studentenverbindungen lassen sich viele Kontakte knüpfen. Diese beruflich nicht zu nutzen wäre dumm. Ein Ziel von Studentenverbindungen ist es, den Karriereeinstieg zu erleichtern. Mitglieder einer Studentenverbindung erwerben durch die Teilnahme an zahlreichen Freizeitveranstaltungen sogenannte Schlüsselqualifikationen, die bei der Bewerbung um eine gute Stelle ausschlaggebend sein können. Indem sie Sportmannschaften trainieren, Lesungen veranstalten und sich regelmäßig über berufliche Karrierechancen austauschen, fällt es Ihnen leichter, Aufgaben des Assessment Centers zu bewältigen. Die Annahme, jeder Studierende in einer Studentenverbindung käme ohne Aufwand an einen gut bezahlten Posten, ist falsch.

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