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Hausarbeit
Wie schreibt man eine wissenschaftliche Hausarbeit?
Die erste Hausarbeit sorgt gerade bei Studienanfängern häufig für Panikattacken. Wie soll man nur so viele Seiten füllen? Wie genau ist so eine Hausarbeit überhaupt aufgebaut und wie zitiere ich richtig? Wer sich an den folgenden Leitfaden hält, ist auf der sicheren Seite.
Was ist eine wissenschaftliche Hausarbeit?
Eine Hausarbeit ist eine eigenständige, analytische Erarbeitung einer Fragestellung durch den Studenten. Neben Referaten sind Hausarbeiten meist Voraussetzung für einen Leistungsnachweis. Im Gegensatz zur Seminararbeit gehen Hausarbeiten, oObwohl sie im Rahmen von Seminaren oder Vorlesungen angefertigt werden, gehen Hausarbeiten dennoch weit über eine Zusammenfassung der im Seminar besprochenen Inhalte hinaus.
Das Thema der Hausarbeit sollte sich aus dem Inhalt der Lehrveranstaltung ergeben. Sie muss aber eine thematisch abgesteckte Fragestellung intensiv behandeln. Die Lehrveranstaltung liefert meist wichtige Basisinformationen, die man als Ausgangspunkt für die Hausarbeit benutzen kann.
Hier findet ihr alle wichtigen Informationen im Überblick in einer Hausarbeit-Checkliste (PDF, 505 KB).
Schritt für Schritt zur perfekten Hausarbeit
- 1. Themenwahl
- 2. Literaturrecherche
- 3. Der richtige Aufbau
- 4. Richtig Zitieren
- 5. Formatierung und Rechtschreibung
- 6. Nachbearbeitung und Druck
- 7. Nachbesprechung
- Die ultimative Checkliste zur Hausarbeit
1. Themenwahl
Voraussetzung für eine gelungene Hausarbeit ist das richtige Thema. Bei der Auswahl kann man sich beispielsweise am Thema eines in der Lehrveranstaltung gehaltenen Referats orientieren und dabei auf bereits recherchierte Inhalte zurückgreifen. Die reine Verschriftlichung eines Referats sollte jedoch unbedingt vermieden werden. Je genauer die gewählte Fragestellung der Hausarbeit gefasst ist, desto besser. In jedem Schritt der Hausarbeit sollte die gewählte Fragestellung im Fokus stehen. So bleibt die Ausarbeitung stringent und man vermeidet, vom Thema abzuschweifen. Natürlich kann man als Hilfestellung für die Themenfindung auch die Sprechstunde des Dozenten in Anspruch nehmen.
Für das Schreiben einer Hausarbeit ist es unumgänglich, dass das behandelte Thema dich interessiert und du neugierig darauf ist, darüber zu schreiben. Immerhin musst du dich über einen längeren Zeitraum intensiv damit beschäftigen. Auch das Formulieren eigener Fragen zum jeweiligen Seminar ist hilfreich: Was möchte ich gerne wissen, was noch nicht behandelt wurde?
2. Literaturrecherche
Ist das Thema schließlich gewählt, folgt der nächste Schritt: Eine umfassende Literaturrecherche. Oft stellt man dabei schon fest, ob das Hausarbeitsthema tatsächlich geeignet ist oder ob die Literaturrecherche z.B. unerwartet unergiebig oder viel zu umfassend ausfällt. Einen ersten Einblick erhält man auch durch die Literaturliste, die in der Lehrveranstaltung ausgeteilt wird und in der Regel wichtige Einführungsliteratur enthält sowie über Fachlexika zum Thema. Weiterhin bieten sich viele Recherchemöglichkeiten an:
- Kataloge der Universitätsbibliothek
- Datenbanken des jeweiligen Fachbereichs oder Instituts
- Wissenschaftliche Zeitschriften
- Literaturverzeichnisse von Büchern, Zeitschriften usw.
Natürlich ist auch eine eigene Webrecherche über gängige Suchmaschinen nützlich. Die effektivste Suche erfolgt über Schlagwörter und deren Synonyme zu dem gewählten Thema. Hat man einen ersten Eindruck über die Literatur gewonnen, kann man sich anschließend über die Literaturverzeichnisse der gefundenen Bücher und Artikel optimal weiter hangeln. Es sollte allgemein darauf geachtet werden, Primärquellen den Sekundärquellen vorzuziehen um den wissenschaftlichen Anspruch der Hausarbeit zu gewährleisten.
Wichtig ist, bereits bei der Recherche relvante und interessante Bücher und Artikel zu notieren, am besten mit Kapitel- oder Seitenangaben. So spart man sich spätestens bei der Anfertigung des Literaturverzeichnisses wertvolle Zeit. Liegt ein Überblick über die Literatur zum Thema vor, ist es sinnvoll, ein Konzept für die Hausarbeit anzufertigen. Hier können Ideen, Thesen und Gedanken gesammelt und eine erste Gliederung angefertigt werden, was die spätere Ausarbeitung wesentlich erleichtert.
3. Der richtige Aufbau einer Hausarbeit
Meist liegt der Umfang einer Hausarbeit im Grundstudium bei ca. 10 Seiten, im Hauptstudium dagegen bei ca. 20 Seiten. In Bachelorstudiengängen ist für 5 Credit Points meist eine 8-12-seitige Hausarbeit und für 7 Credit Points eine 15-20-seitige Hausarbeit nötig. Hier findet ihr weitere ausführliche Informationen zur Bachelorarbeit.
Der Aufbau folgt einem strikten Schema:
- Deckblatt
- Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Hauptteil
- Schluss
- Literaturverzeichnis
- Erklärung
Das Deckblatt
Das Deckblatt sollte schlicht und übersichtlich gestaltet werden. Die Gestaltung kann wie folgt aussehen:
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Name der Universität Titel der Hausarbeit
Name des Studenten Fachsemesterzahl |
Das Inhaltsverzeichnis
Mit dem Inhaltsverzeichnis werden die Abschnitte der Hausarbeit gegliedert. Damit eine übersichtliche Gliederung gelingt, ist es sinnvoll, mit Kapiteln und Unterkapiteln zu arbeiten. Eins sinnvolle Gliederung erfolgt nach dem Dezimalklassifikationssystem (1, 2, 2.1, 2.2, 2.2.1 usw.)
Macht man allerdings zum Beispiel das Unterkapitel 3.1 auf, muss es mindestens auch ein Unterkapitel 3.2 geben. Der Übersichtlichkeit wegen sollte man auf tiefere Ebenen als die dritte Ebene (3.1.2.) verzichten.
Die Einleitung
In der Einleitung wird das Thema, Aufbau und Vorgehensweise der Hausarbeit vorgestellt und erläutert. Welche Problematik wird in der Arbeit untersucht und wie wird diese im Verlauf der Arbeit geklärt? Der Umfang der Einleitung sollte ca. 10 Prozent der Gesamtarbeit ausmachen. Generell macht es Sinn, die Einleitung der Hausarbeit erst am Ende zu schreiben, da man erst dann einen Überblick darüber hat, welche Inhalte die Hausarbeit tatsächlich umfasst.
Der Hauptteil
Im Hauptteil der Hausarbeit soll schließlich die zentrale Fragestellung der Arbeit analysiert werden. Hier ist es sinnvoll, das Thema zunächst in der Forschungsliteratur einzuordnen. Anschließend wird die in der Einleitung vorgestellte Vorgehensweise in sinnvollen Analyseschritten durchgeführt. Dabei ist auf eine klare Gliederung der einzelnen Abschnitte zu achten. Der rote Faden, die zentrale Fragestellung, darf dabei nie aus dem Fokus geraten. So verhindert man unnötiges Abschweifen vom Thema. Hier findest du einen Überblick über wissenschaftliches Arbeiten und die Ziele wissenschaftlicher Arbeit.
Die Argumentationsstruktur sollte weder ausschließlich aus eigenen Argumenten bestehen, noch aus einer Aneinanderreihung von Meinungen verschiedener Autoren. Sich mit der Literatur kritisch auseinanderzusetzen und auch verschiedene Positionen gegeneinander abzuwägen ist durchaus erwünscht.
Wichtig ist, dass sich eigene Gedankengänge von denen anderer Autoren abgrenzen und übernommene Gedankengänge und Quellen kenntlich gemacht werden (richtiges Zitieren).
Der Hauptteil der Hausarbeit sollte etwa 80 Prozent der Gesamtlänge entsprechen.
Der Schluss
Im Schluss werden die Arbeitsthesen bzw. wird die Fragestellung aus der Einleitung erneut aufgegriffen und die Arbeitsschritte resümiert. Abschließend muss eine Bilanz aus der Analyse im Hauptteil der Arbeit gezogen werden: Konnte die Fragestellung beantwortet werden? Sind neue Fragen aufgetaucht, die in der Hausarbeit nicht mehr berücksichtigt werden konnten und Grundlage für zukünftige Forschungen bieten?
Ebenso wie die Einleitung sollte der Schlussteil etwa 10 Prozent der gesamten Arbeit ausmachen.
Weitere Informationen zum Schreiben wissenschaftlicher Texte findet ihr hier.
Das Literaturverzeichnis
Richtiges Bibliografieren ist eine wichtige Arbeitstechnik. Alle Quellen, die im Verlauf der Arbeit verwendet wurden, müssen im Literaturverzeichnis bibliografisch erfasst werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Quellen direkt zitiert werden, oder nur auf sie verwiesen wird. Bücher, die nur zur Einarbeitung in das Thema gelesen wurden, auf die aber nicht näher eingegangen wurde, werden hier nicht angegeben.
Wichtig ist, dass die Formatierung von Zitaten und dem Literaturverzeichnis einheitlich ist. Weiterhin ist nach Textart zu gliedern:
- Bücher: Autorenname, Vornamen (Erscheinungsjahr): Titel. Untertitel. Erscheinungsort.
- Sammelbände: Autorenname, Vornamen (Hrsg.) (Erscheinungsjahr): Titel. Untertitel. Erscheinungsort.
- Aufsätze aus Zeitschriften: Autorenname, Vornamen (Erscheinungsjahr): Titel. Untertitel. In: Titel der Zeitschrift,
Jahrgang, (gegf. Heft-Nr. wenn die Seitenzählung mit jedem Heft neu beginnt), Seitenzahlen
xxx-xxx. - Aufsätze aus Sammelbänden: Autorenname, Vornamen (Erscheinungsjahr): Titel. Untertitel. In: Vornamen
Herausgebername (Hrsg.), Titel. Untertitel. Ort, Seitenzahlen xxx-xxx. - bei zwei Autoren/Herausgebern: Autorenname, Vornamen / Autorenname, Vornamen (Erscheinungsjahr): Titel. Untertitel. In:
Vornamen Herausgebername, Vornamen Herausgebername (Hrsg.), Titel. Untertitel.
Erscheinungsort, Seitenzahlen xxx-xxx. - bei mehr als zwei Autoren / Herausgebern: Autorenname, Vornamen u.a. (Erscheinungsjahr): Titel. Untertitel. In: Vornamen
Herausgebername u.a. (Hrsg.), Titel. Untertitel. Erscheinungsort, Seitenzahlen xxx-xxx. - bei zwei Erscheinungsorten: München, Frankfurt/M.
- bei mehr als zwei Erscheinungsorten: München u.a.
- bei fehlendem Erscheinungsort: o.O.
- bei fehlendem Erscheinungsjahr: o.J.
Die Erklärung
An das Ende der Hausarbeit gehört eine Erklärung. Darin versichtert ihr, dass ihr die Arbeit selbstständig und in Eigenleistung erstellt habt. Die Erklärung ist mit einem Datum zu versehen und von Hand zu unterschreiben. Vorlagen gibt es meist in den jeweiligen Instituten oder Fachbereichen.
4. Richtig Zitieren
Eine Hausarbeit kommt nicht ohne Zitate anderer Autoren aus. Grundsätzlich ist es dabei egal, ob direkt oder indirekt zitiert wird: Fremdes Gedankengut muss als solches gekennzeichnet sein. Es ist besser, sich auf Primärquellen zu stützen. Ist es nicht möglich, auf die Originalquelle zurückzugreifen, diese ist aber besonders wichtig, kann auch ein zitiert nach: in den Fließtext eingefügt werden. Es gibt diverse Möglichkeiten, Zitate in die Hausarbeit einzubinden. Die gängigste Methode sind Fußnoten. Die Literaturangabe bei Zitaten im Text kann dabei nachstehendem Schema folgen:
- bei einem Autor: Autorenname Erscheinungsjahr: Seitenzahl
- bei zwei Autoren: Autorenname/Autorenname Erscheinungsjahr: Seitenzahl
- bei mehr als zwei Autoren: Autorenname u.a. Erscheinungsjahr: Seitenzahl
Bei einem indirekten Zitat gehört in die entsprechende Fußnote ein „Vgl.“ vor die Quellenangabe.
Ein wörtliches Zitat muss in Anführungszeichen gesetzt werden. Kurze Zitate sind gegenüber langen in der Regel zu bevorzugen.
Möchte man in einem direkten Zitat Hervorhebungen vornehmen, kann man den Text unterstreichen, kursiv oder g e s p e r r t schreiben. Hinter dem Zitat ist dann in eckigen Klammern der Satz [Hervorhebungen durch den Verfasser] zu vermerken. Sind die Hervorhebungen auch im Original vorhanden, folgt entsprechend der Hinweis [Hervorhebungen im Original].
Ebenso können überflüssige Textpassagen ausgelassen werden. Dann ist an die entsprechende Stelle eine eckige Klammer mit 3 Punkten […] zu setzen. Müssen zum Verständnis des Zitats zusätzliche Wörter einfügt werden, sind auch diese in eckige Klammern zu setzen.
Bei einem direkten Zitat wird der Autor strenggenommen nicht wortgenau, sondern buchstabengenau wiedergegeben. Das heißt, dass auch alte Rechtschreibung und Fehler grundsätzlich mit übernommen werden. In letzterem Fall ist die entsprechende Stelle mit einem [sic!] zu versehen. Das ist lateinisch und bedeutet so/ auf diese Weise.
5. Formatierung und Rechtschreibung
Wie die Hausarbeit formatiert werden soll, legen viele Institute oder selbst Professoren ebenso wie beim Zitieren selbst fest. Wenn keine konkreten Vorgaben vorliegen, ist es dennoch wichtig, eine einheitlich Formatierung zu wählen. Auch der visuelle Eindruck der Hausarbeit ist nicht zu unterschätzen.
Schreibt ein Institut keine genauen Richtlinien vor, ist folgendes Seitenlayout das Gängigste:
- Seitenrand: oben und unten je 2 cm, links ca. 5 cm, rechts 1 cm
- Seitenzahlen: unten zentriert oder unten rechts. Das Deckblatt ist Seite 1, die Seitenzahl erscheint jedoch nicht auf der Seite.
- Schriftgröße und –art im Fließtext: 12 Pt Arial oder Times New Roman, Blocksatz
- Zeilenabstand: 1,5-zeilig
- Kapitelüberschriften: 14 Pt Fettdruck, danach zwei Zeilen Abstand
- Unterkapitelüberschriften: 12 Pt Fettdruck, anschließend eine Zeile Abstand
- Fußnotentext: 10 Pt Blocksatz, 1,0-zeilig, die Fußnoten selbst werden hoch gestellt
- Hervorhebungen: kursiv setzen
- Personennamen: können in Versalien („Kapitälchen“) gesetzt werden
- Zitate: kurze Zitate sollten in Anführungsstrichen gesetzt werden, längere Zitate zur Übersichtlichkeit Blocksatz, 1,0-zeilig, ca. 1 cm Einzug rechts
- Sätze sollten möglichst kurz gehalten werden
- für Gedankenstriche typografische (–) verwenden und keine Trennstriche (-) verwenden.
- neue Rechtschreibung verwenden
- Punkte bei mehr als dreiziffrigen Zahlen in Dreierschritten von rechts (z.B. 1.000)
6. Nachbearbeitung und Druck der Hausarbeit
Das A und O einer wissenschaftlichen Arbeit ist abgesehen von Aufbau und Inhalt auch korrekte Rechtschreibung. Alles andere wirft ein unnötig schlechtes Licht auf die Hausarbeit. Es ist also unbedingt darauf zu achten, die Arbeit vor dem Ausdrucken genau auf Rechtschreib- und Formatierungsfehler zu untersuchen. Hilfreich ist, die Hausarbeit von einer außenstehenden Person korrigieren zu lassen. Oftmals fallen einem Fehler in einem Text, an dem man tage- oder wochenlang gearbeitet hat, selbst nicht mehr auf. Eine außenstehende Person kann zudem die Logik und die Verständlichkeit des Textes überprüfen.
Die fertige Arbeit kann man mit dem heimischen Drucker, aber auch im Copyshop ausdrucken. Letzteres ist oft von Vorteil, da hier ein sauberes Schriftbild garantiert ist. Abschließend wird die Hausarbeit in einer Klemmmappe abgegeben. Die Blätter sollten dabei weder gelocht noch getackert werden.
7. Nachbesprechung der Hausarbeit
Ist die Arbeit bewertet worden und kann im Sekretariat oder beim Dozenten abgeholt werden, bietet sich in jedem Fall ein Feedback-Gespräch an. Vor allem wenn die Bewertung schlechter ausfällt als erhofft, sollte man seinen Dozenten in der Sprechstunde auf die Fehler in der Arbeit ansprechen. So können im Hinblick auf zukünftige Hausarbeiten und nicht zuletzt die Abschlussarbeit mögliche Fehlerquellen beseitigt werden.
Alle Informationen im Überblick: Unsere Checkliste zur Hausarbeit
Wir haben alle Informationen noch einmal für euch zusammengefasst. Hier findet ihr die Hausarbeiten-Checkliste zum Download (PDF, 505 KB).
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