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Leistungsdruck
Was hilft gegen den Leistungsdruck? Tipps und Infos.
Der Leistungsdruck unter den Bachelorstudenten ist enorm. Aufgrund der Umstellung des Studiensystems in Deutschland hat sich die Studienzeit verkürzt – die Inhalte haben sich jedoch kaum geändert.
Studien belegen die Verzweiflung der Studenten: An den Universitäten bricht jeder vierte Bachelorstudent sein Studium ab. An den Fachhochschulen liegt die Abbrecherquote immerhin bei 39%. Die Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks hat festgestellt, dass circa elf Prozent aller Studierenden unter psychischen Erkrankungen leiden. Ängste und Depressionen sind die häufigsten Symptome, die durch den hohen Leistungsdruck im Studium entstehen. Aber auch Antriebslosigkeit oder Schlafstörungen plagen die gestressten Studenten.
Wer leidet am häufigsten unter Leistungsdruck?
Am häufigsten sind Studenten der naturwissenschaftlichen und technischen Fächer vom Leistungsdruck betroffen. Durch die Verkürzung der Regelstudienzeit auf drei Jahre sind die Lehrpläne mit Inhalten überfüllt. Hinzu kommen noch Pflichtpraktika, Projektarbeiten und eventuelle Auslandssemester. Da bleibt keine Zeit mehr, um einfach mal den Kopf frei zu machen. Leistungsnachweise werden von Beginn an von den Studierenden gefordert. In den geisteswissenschaftlichen Fächern ist der Leistungsdruck geringer.
Das kann zum einen daran liegen, dass mehr Themen durch die Umstellung auf das Bachelorstudium weggefallen sind. Die Geisteswissenschaften sind sehr theoretisch aufgebaut. Viele Themenbereiche konnten daher gestrichen werden oder wurden auf das Wesentliche verkürzt. Ein zweiter Grund für den geringeren Leistungsdruck könnte darin liegen, dass die Studenten der Geisteswissenschaften mehr Möglichkeiten haben, sich die Arbeit selbst einzuteilen. Hier findet ihr hilfreiche Lerntipps, mit denen der Weg aus dem Motivationsloch leichter fällt.
Warum entsteht der Leistungsdruck im Bachelorstudium?
Ein Grund für den hohen Leistungsdruck im Bachelorstudium ist die Anzahl der Studenten. Vor ein paar Jahren wurde man nur dann zum Studium zugelassen, wenn man die allgemeine Hochschulreife oder die Fachhochschulreife vorweisen konnte. Das hat sich geändert. Mittlerweile sind mehrere Wege ins Studium möglich: Der Abschluss einer Berufsausbildung oder außergewöhnliches Talent reichen mitunter aus, um ein Studium beginnen zu können. Deshalb gibt es an den deutschen Unis immer mehr Studenten, die miteinander konkurrieren. Denn nicht für jeden Bachelorstudenten ist ein anschließender Masterstudiengang garantiert. Die Plätze sind begrenzt, nur die Besten eines Jahrgangs bekommen die Möglichkeit, ein Masterstudium zu beginnen.
Darüber hinaus werden die Studenten immer jünger. Einmal wegen den besonderen Einstiegsmöglichkeiten und zum anderen, weil alle schnell fertig werden wollen oder müssen. Früher ließ sich ein Studium über viele Jahre hinziehen. Heutzutage soll das Bachelorstudium möglichst in der Regelstudienzeit absolviert werden, sonst wird das BAföG gestrichen oder es fallen zusätzliche Langzeitstudiengebühren an. Ein weiterer Punkt, der Leistungsdruck verursacht, ist die massive Finanznot.
Durch die monatlichen Studiengebühren, die in den meisten Bundesländern anfallen, Miete und sonstigen Lebenshaltungskosten ergibt sich ein hoher Fixkostenanteil, für den Studierende aufkommen müssen. Neben den täglichen Univeranstaltungen müssen sie noch einen Nebenjob annehmen, der wichtige Zeit, die eigentlich für das Lernen notwendig wäre, in Anspruch nimmt. Wer arbeiten muss, um sich über Wasser zu halten, dem zeigen wir hier, wie die rechtliche Situation bei einem Nebenjob aussieht.
Die Studenten stehen also ständig unter Strom und haben immer das Gefühl, zu spät dran zu sein. Das kann auf Dauer nicht funktionieren. Wenn man keine Zeit mehr findet, um Sport zu treiben oder Freunde zu treffen, kommt es irgendwann zur Vereinsamung.
Welche Symptome ergeben sich durch Leistungsdruck?
Es fängt meistens harmlos an: Bauchschmerzen vor Prüfungen, keine Lust vor die Tür zu gehen oder Schlafstörungen können erste Symptome von ständigem Leistungsdruck sein. Weiter geht es oft mit Lern- und Arbeitsstörungen, Prüfungsangst und Schreibproblemen. Man kann sich nicht konzentrieren, ist ständig müde oder hat Gelenkschmerzen.
Die Psyche leidet am meisten unter dem Leistungsdruck: Depressionen und Angstzustände lassen das Studentenleben zum Horror werden. Immer das Gefühl zu haben, zu spät dran zu sein und den Zeitplan nicht einhalten zu können, zerfrisst einen innerlich. Hinzu kommt, dass man keinen an sich heran lässt und sich die eigene Persönlichkeit verändert. Dieser Zustand lässt Partnerschaften zu Bruch gehen und zerstört Freundschaften.
Was kann man gegen Leistungsdruck tun?
Zunächst muss man unterscheiden, wie stark der Studierende vom Leistungsdruck belastet wird. Plagen ihn Symptome wie Antriebslosigkeit oder Schlafstörungen, gilt: Es ist immer wichtig, sich zwischendurch eine kleine Auszeit zu nehmen, egal ob man für eine halbe Stunde joggen geht, mit der Freundin telefoniert oder über das Wochenende wegfährt. Einfach mal vom Alltagsstress Abstand zu nehmen und den Kopf frei zu kriegen, kann schon vieles bewirken, wenn der Leistungsdruck nicht abnehmen will. Ein gutes Mittel gegen Leistungsdruck ist auch der Hochschulsport, bei dem man mit Kommilitonen gemeinsam Sport machen und dabei die Prüfungsangst für einen Moment vergessen kann.
Darüber hinaus ist es ratsam, sich jemandem anzuvertrauen und über seine Probleme zu sprechen. Das Deutsche Studentenwerk hat bislang über 40 Beratungsstellen an den großen Unis eingerichtet. Geschulte Psychologen kennen die Probleme der Studenten und hören zu. Sie helfen dem Studierenden, mit dem Leistungsdruck umzugehen und können weitere Hilfe vermitteln. Hier findet ihr ein Interview mit Achim Meyer auf der Heyde, dem Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks zum Thema "Probleme im Studium - wer hilft?".
Die Beratungsstellen führen außerdem Seminare zur Stressbewältigung oder zum richtigen Zeitmanagement durch. Falls man unter Schreibproblemen leidet, bieten die Hochschulen auch eine spezielle Lern- und Schreibberatung an, an der man kostenlos teilnehmen kann. Außerdem findet ihr hier hilfreiche Tipps zur Prüfungsvorbereitung.
In Hamburg, Freiburg, Heidelberg und Münster helfen Studenten ihren Kommilitonen bei persönlichen Problemen. Sie haben eine telefonische Seelsorge eingerichtet, die rund um die Uhr zu erreichen ist. Aber auch über das Internet kann man Kontakt mit den studentischen Helfern aufnehmen. Dieser Weg der Kontaktaufnahme zu den Beratungsstellen ist üblich. Sich an den Computer zu setzen und eine E-Mail zu schreiben kostet weniger Überwindung, als direkt mit jemandem sprechen zu müssen.
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