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Seminararbeit
Anleitung zur Erstellung einer Seminararbeit
Die Seminararbeit ist die klassische wissenschaftliche Arbeit im Rahmen einer Lehrveranstaltung. Der Student muss sich über ein bestimmtes Thema ausführlich informieren, seine Erkenntnisse anschließend strukturiert wiedergeben und bewerten.
Die Seminararbeit ist eine schriftliche Übung, um wissenschaftliches und analytisches Arbeiten zu erlernen. In der Regel erhält man für seine Seminararbeit ein festes Thema. Meist hat man im Seminar bereits ein Referat gehalten. Aber mit der Verschriftlichung dieses Referats ist es noch lange nicht getan.
Der Student muss sich zum Thema selbstständig die relevante Literatur zusammensuchen, eine Gliederung für das Thema finden und die wesentlichen Thesen herausarbeiten. Darüber hinaus muss der formale Aufbau der Seminararbeit korrekt sein, denn auch dieser wird neben dem Inhalt bewertet. Der Umfang variiert je nach Studiengang und Art der Veranstaltung. Bei Proseminaren sind es meist 10 bis 15 Seiten, bei Hauptseminararbeiten 15 bis 20 Seiten.
Seminararbeiten sind die ideale Vorbereitung auf die spätere Bachelorarbeit. Wer sich bei der Erstellung der Seminararbeit an folgende wichtige Punkte hält, ist auf der sicheren Seite.
5 Schritte, die jeder bei der Erstellung einer Seminararbeit beachten sollte:
1. Die Organisation
Je nachdem, wann die Seminararbeit abgegeben werden soll, ist es ratsam, einen Zeitplan anzulegen. Hier sollten die wichtigsten Arbeitsschritte enthalten sein (Literaturrecherche, Gliederung, Schreiben der Seminararbeit, Korrekturphase). Besser, ihr plant euch zu viel Zeit ein, als am Ende Nachtschichten einlegen zu müssen.
Als Richtwert gilt: Eine Woche sollte man für die Literaturrecherche und das Einlesen ins Thema einplanen. Die Strukturierung und das Schreiben der Arbeit nehmen ca. zwei Wochen in Anspruch. Für Änderungen und Korrekturen fällt noch einmal eine Woche an.
Ein Zeitplan schafft Kontrolle und Befriedigung, wenn ihr wichtige Aufgaben abgehakt habt und euch im Zeitrahmen befindet.
Weiterhin solltet ihr euch gut überlegen, welchen Arbeitsplatz ihr wählt. In der WG kann es schon einmal chaotisch und laut zugehen. Auch Telefon und Fernseher sind häufige Störfaktoren. Dafür könnt ihr in einer privaten Atmosphäre arbeiten, wann ihr wollt.
Die Bibliothek oft ein geeigneterer Platz, um die Seminararbeit in Angriff zu nehmen. Die Bücher befinden sich direkt vor Ort und das Internet steht einem auch rund um die Uhr zur Verfügung. Es ist ruhig und ihr werdet nicht abgelenkt. Arbeitsutensilien, die ständig in Gebrauch sind, können in Schließfächern eingeschlossen werden und müssen nicht jeden Tag mitgeschleppt werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Zuhause der Freizeit vorbehalten bleibt und ihr euch nicht dort mit Gedanken an die Arbeit herumschlagen müsst. Wer natürlich nachts am produktivsten ist, hat schlechte Karten bei der Bibliothek. Findet also heraus, wo ihr persönlich am besten und produktivsten arbeiten könnt.
2. Literaturrecherche und Gliederung
Ein erster Schritt ist, die vorhandene Literatur zum Thema zu sichten. Beschränkt euch dabei nicht nur auf Monographien (einzelne Fachbücher), sonder sucht auch nach relevanten Aufsätzen, Dissertationen, Zeitungs- oder Internetartikeln. Über die Literaturverzeichnisse der einzelnen Bücher oder Texte könnt ebenfalls interessante Literatur finden.
Sobald ihr einen guten Überblick über den Forschungsstand zu eurem Thema habt, geht es darum, eine Gliederung für eure Seminararbeit zu erstellen. Das wichtigste dabei ist, dass ihr eine zentrale Fragestellung formuliert (sofern diese nicht durch das Thema bereits vorgegeben wurde). Diese ist der „rote Faden“ der Arbeit, auf den im Laufe der Arbeit immer wieder Bezug genommen werden sollte.
3. Der Aufbau der Seminararbeit
Eine Seminararbeit beginnt zuerst mit einem schlichten, aber vollständigen Deckblatt. Dies enthält folgende Angaben:
- Vor- und Zunamen des Verfassers,
- Anschrift, E-Mail-Adresse
- Studienrichtung,
- Fachsemester
- Seminarbezeichnung,
- Name des Dozenten,
- Thema bzw. Titel der Arbeit,
- und Ort und Datum der Erstellung.
Diese Informationen sind notwendig, damit der zuständige Professor oder Dozent direkt erkennt, worum es sich handelt. Über folgenden Link findet ihr ein Beispiel für die Gestaltung eines solchen Deckblatts.
An zweiter Stelle folgt das Inhaltsverzeichnis. Dies kann man auch erst zum Schluss anfertigen, also nachdem die Inhalte und Struktur genau festgelegt sind. Das Inhaltsverzeichnis ist ein wichtiger Bestandteil der Seminararbeit, das die Gliederung der Arbeit wiedergibt und alle Kapitel und Unterkapitel nacheinander auflistet. Die Kapitel-Überschriften im Inhaltsverzeichnis müssen mit den Überschriften im Textteil der Seminararbeit übereinstimmen.
In der anschließenden Einleitung wird der Rezipient in das Thema der Seminararbeit eingeführt. Hier solltet ihr das Thema in den aktuellen Forschungsstand einordnen. Darüber hinaus beinhaltet die Einleitung der Seminararbeit eine kurze Stellungnahme, warum ihr genau dieses Thema bzw. diese Fragestellung gewählt habt. In der Einleitung wird ebenfalls das Ziel der Arbeit erklärt und eure Herangehensweise in den folgenden Kapiteln kurz vorgestellt. Die Einleitung sollte, wie auch der Schlussteil, rund 10 Prozent der Seminararbeit ausmachen, d.h. in der Regel eine Seite.
Nun folgt der Hauptteil - das Kernstück jeder Seminararbeit. Hier setzt man sich nun konkret mit der zentralen Fragestellung auseinander. Vielleicht müssen zunächst noch Methoden oder Begrifflichkeiten erläutert werden. Auch dies gehört in den Hauptteil.
Wie der Hauptteil gegliedert wird, ist themenabhängig. Es hat sich für viele Bereiche jedoch bewährt, Pro- und Contra-Argumente zu sammeln, darzustellen und diese anschließend zu diskutieren. Dabei solltet ihr jeden Gedankengang und jede Positionen durch sinnvolle Absätze voneinander trennen. Achtet auf einen logischen und stringenten Aufbau, dem der Leser gut folgen kann.
Für den genauen Aufbau gibt es kein Patentrezept, da jedes Thema eine andere Gliederung zulässt. Jedoch gibt es ein paar Punkte, die ihr stets beachten solltet:
- Konzentriert euch auf die drei K´s: Kompetenz, Klarheit und Kürze!
- Verliert nie den roten Faden!
- Durchleuchtet das Thema von möglichst vielen Seiten!
Im Schlussteil der Seminararbeit wird die zentrale Fragestellung wieder aufgegriffen und beantwortet. Dabei solltet ihr die Ergebnisse aus dem Hauptteil der Arbeit einfließen lassen und diese auswerten und interpretieren. Falls bestimmte Punkte nicht beantwortet werden konnten, muss genau belegt werden, warum nicht. Es kann durchaus sein, dass sich durch eure Analyse neue Fragen aufgetan haben. Diese können als Ausblick ebenfalls im Schlussteil genannt werden. Zusammen mit der Einleitung bildet der Schluss den Rahmen der Seminararbeit. Der Leser soll ein abgerundetes Bild von der Arbeit bekommen.
Nach dem Schlussteil folgen noch weitere formale Anhänge: Im Abkürzungsverzeichnis werden alle benutzten Abkürzungen aufgeführt. Im Text sollten die Kürzel mit einer Markierung versehen.
Das Literaturverzeichnis der Seminararbeit muss alle verwendeten Quellen beinhalten, die ihr während der wissenschaftlichen Erarbeitung gebraucht habt. Dies gilt sowohl für direkte als auch für indirekte Zitate. Listet die Literatur sortiert nach Art der Quelle sowie alphabetisch auf. Formatiert das Inhaltsverzeichnis als Liste und verwendet hier die linksbündige Ausrichtung statt Blocksatz.
An vielen Hochschulen wird mittlerweile verlangt, dass der Verfasser der Seminararbeit eine Erklärung abgibt. Darin versichert er, dass er alle Texte selbstständig geschrieben und keine Inhalte von anderen kopiert oder abgeschrieben hat.
3. Richtiges Zitieren
Zunächst ist zu beachten, dass jeder fremde Gedanke in der Seminararbeit zitiert werden muss. Sonst beitreibt man “Diebstahl geistigen Eigentums. In Zeiten von zu Guttenberg und Co. ist das Thema so aktuell wie nie.
Beim Zitieren unterscheidet man zwischen dem direkten und indirekten Zitat. Im ersten Fall zitiert man den Gedanken wörtlich: Das Zitat steht dabei in Anführungszeichen; die Quelle wird anschließend in einer Klammer genannt oder in einer Fußnote ausgewiesen. Falls man beim Schreiben der Seminararbeit den fremden Gedanken im eigenen Satz verpackt, handelt es sich um das indirekte Zitat. In diesem Fall kennzeichnet man dieses in der Fußnote oder Klammer mit „Vgl. xxx“.
Zitier-Regeln:
Oftmals gibt der Dozent vor, wie in seinen Seminararbeiten zitiert werden soll. Ist das nicht der Fall, solltet ihr euch für ein einheitliches Zitiersystem entscheiden. Wichtig ist, dass beim Zitieren zwischen den verschiedenen Literaturarten unterschieden wird. Handelt es sich also um eine Monographie, einen Aufsatz, ein Lexikon oder eine Internetquelle? Wie man in diesen Fällen richtig zitiert, könnt ihr bei den Tipps zum Schreiben von Hausarbeiten nachlesen.
Sämtliche Literatur, die ihr für eure Arbeit verwendet, muss zudem in Literaturverzeichnis aufgeführt sein. Hier ist richtiges bibliographieren gefragt. Wie das genau funktioniert, erfahrt ihr ebenfalls im Bereich Tipps für Hausarbeiten unter dem Punkt Literaturverzeichnis.
5. Layout der Seminararbeit
Die Seminararbeit sollte über ein einheitliches Layout verfügen. Oftmals wird dieses vom Dozenten sogar vorgeschrieben. Egal für welches Layout ihr euch entscheidet, folgende Dinge sollten in jedem Fall berücksichtigt werden:
- Die Seminararbeit sollte so sauber gestaltet sein, wie eine Bewerbungsmappe.
- Bei der Papierqualität wird meist die Größe DIN A4 verlangt. Die Dicke oder Herstellungsart ist in der Regel egal.
- Ihr solltet die Seminararbeit in einer Klemmmappe abgeben. So kann der Dozent die einzelnen Blätter leicht herausnehmen. Klarsichtfolien oder gelochte Blätter sind nicht erwünscht.
- Beliebte Schriftarten für die Erstellung der Seminararbeit sind Times New Roman, Arial oder Calibri.
- Die Schriftgröße 12 wird in der Regel bevorzugt. Kleiner als 10 pt sollte die Schrift auf keinen Fall ausfallen.
- Verwendet einen Zeilenabstand von 1,5 und stellt den Absatz auf Blocksatz.
- Um die Arbeit auch optisch zu gliedern, empfiehlt es sich, die Überschriften zu vergrößern (z.B. 16 pt) und Fettdruck zu verwenden. Für Zwischenüberschriften eignet sich ebenfalls Fettdruck bei gleicher Schriftgröße wie der Fließtext.
- Für die Fußnoten sollte dieselbe Schriftart verwendet werden, jedoch die Schriftgröße 10.
- Wie viel Rand gelassen werden soll, wird häufig diskutiert und jeder macht es anders. Üblich für oben und unten sind jedoch 2,0 bis 2,5 cm. Für links und rechts sind es 2,5 bis 3,0 cm.
- Falls ein Korrekturrand gewünscht wird, fügt dafür ca. 7 cm an der rechten Seite ein.
Korrektur und Feedback
Nachdem ihr selbst die Seminararbeit Korrektur gelesen habt, solltet ihr sie zusätzlich einem Kommilitonen, Eltern oder Freunden zum Lesen geben: Vier Augen sehen mehr als zwei!
Ist die Arbeit korrigiert und bewertet worden, ist es ratsam, die Sprechstunde des Dozenten aufzusuchen, um die Arbeit zu besprechen. Viele Studenten scheuen sich davor und sind froh, wenn die Arbeit hinter ihnen liegt. Dabei ist ein Gespräch, vor allem bei einer schlechten Bewertung, sehr hilfreich. So können Fehler aufgedeckt werden und ihr könnt euch in folgenden Seminararbeiten verbessern.
Weitere Tipps
Wer sich beim Schreiben unsicher ist, ob der auf dem richtigen Dampfer ist, oder vielleicht gar nicht mit dem Thema klar kommt, sollte schleunigst die Sprechstunde des Dozenten aufsuchen.
Wenn sich anstehende Seminararbeiten häufen und ihr nicht genau wisst, wie ihr Herr der Lage werden sollt, findet ihr im Bereich Stressbewältigung viele hilfreich Tipps, um produktiv und effektiv arbeiten zu können.
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