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Seminararbeit

Anleitung zur Erstellung einer Seminararbeit

Die Seminararbeit ist eine schriftliche Arbeit, die Du im Rahmen einer Lehrveranstaltung anfertigst, um wissenschaftliches Arbeiten zu üben. Zu einer guten Seminararbeit gehören vor allem die Erstellung eines Literaturverzeichnisses und das korrekte Zitieren.

Was ist eine Seminararbeit?

Buchtipp

Die Seminararbeit

Buch über die Seminararbeit

Die Seminararbeit ist die schriftliche Ausarbeitung eines Themas. Damit übst Du während Deines Studiums wissenschaftliches und analytisches Arbeiten. In der Regel vergibt Dein Dozent festgelegte Themen. Meist handelt es sich dabei um ein weiter gefasstes Referatsthema.

Zunächst gilt es, wichtige Literatur zu recherchieren, eine Gliederung für die Seminararbeit zu erstellen und die wesentlichen Thesen herauszuarbeiten. Dabei muss der formale Aufbau der Seminararbeit korrekt sein, denn auch dieser wird neben dem Inhalt bewertet. Der Umfang variiert je nach Studiengang und Art der Veranstaltung, liegt aber in der Regel bei 8 bis 20 Seiten.

In 6 Schritten zur Seminararbeit

Beim Verfassen einer Seminararbeit gilt es, einiges zu beachten: Du musst einen Zeitplan erstellen, Literatur recherchieren und schließlich die Ergebnisse niederschreiben.

1. Schritt: Die Organisation

Zunächst solltest Du einen Zeitplan erstellen und überlegen, welche Aufgabe Du wann erledigen möchtest. Plane dabei nicht nur wichtige Arbeitsschritte wie die Literaturrecherche, die Erstellung der Gliederung, das Schreiben der Seminararbeit und eine Korrekturphase ein. Auch Pausen gehören zum Schreiben der Seminararbeit.

In der Regel solltest Du folgende Zeit einplanen:

  • 1 Woche für die Literaturrecherche und das Einlesen ins Thema
  • 2 Wochen für die Strukturierung und das Schreiben der Arbeit
  • 1 Woche für Änderungen und Korrekturen

Darüber hinaus solltest Du Dir überlegen, an welchem Ort Du Deine Seminararbeit schreibst. In der WG kann es schon einmal chaotisch und laut zugehen. Auch Telefon und Fernseher sind häufige Störfaktoren. Bibliotheken hingegen eignen sich optimal für das Schreiben der Seminararbeit. Die nötige Literatur befindet sich hier direkt vor Ort, sodass Du keine langen Wege hast. In den meisten Bibliotheken steht Dir darüber hinaus ein Internetzugang zur Verfügung. Aber das Wichtigste ist: In einer Bibliothek herrscht eine ruhige Arbeitsatmosphäre und Du wirst nicht abgelenkt.

2. Schritt: Literaturrecherche und Gliederung

Grundlage jeder wissenschaftlichen Arbeit ist die Literaturrecherche. In der Regel teilt Dein Dozent zu Beginn des Semesters eine Literaturliste mit der wichtigsten Literatur für das Seminar aus, die Du gelesen haben solltest. Die Liste dient Dir als erster Anhaltspunkt bei der Literaturrecherche. Beschränke Dich bei der Suche nach Literatur nicht nur auf Monographien (einzelne Fachbücher), sondern suche gezielt im Internet, in Online-Katalogen, Literaturverzeichnissen, Fachzeitschriften sowie Bibliotheken nach relevanter Literatur. Auch Zeitschriftenaufsätze, Online-Artikel oder Dissertationen können für Deine Seminararbeit von Bedeutung sein. Über die Literaturverzeichnisse der einzelnen Bücher oder Texte findest Du weiterführende Literatur zu Deinem Thema.

Sobald Du einen Überblick über den Forschungsstand und die Literatur zu Deinem Thema gewonnen hast, erstellst Du eine Gliederung für Deine Seminararbeit. Dabei ist es wichtig, dass Du eine zentrale Fragestellung für Deine Seminararbeit formulierst. Die Gliederung markiert den roten Faden Deiner Seminararbeit, an dem Du Dich während des Schreibens orientieren kannst.

3. Schritt: Der Aufbau der Seminararbeit

Das Deckblatt:

Eine Seminararbeit beinhaltet zunächst ein Deckblatt. Dieses enthält folgende Angaben: 

  • Name der Universität
  • Seminarbezeichnung
  • Modulnummer
  • Name des Dozenten
  • Thema der Arbeit
  • Ort und Datum der Erstellung
  • Vor- und Zunamen des Verfassers
  • Anschrift
  • Telefon
  • E-Mail-Adresse
  • Studienrichtung
  • Fachsemester

Das Inhaltsverzeichnis:

Nachfolgend erstellst Du ein Inhaltsverzeichnis, das die Gliederung Deiner Seminararbeit widerspiegelt. Das Inhaltsverzeichnis kannst Du auch erst zum Schluss anfertigen, wenn Du genau weißt, welche Inhalte und Struktur Deine Seminararbeit hat. Um die Seminararbeit übersichtlich zu gestalten, gliederst Du die einzelnen Abschnitte in Kapitel und Unterkapitel. Die Kapitelüberschriften im Inhaltsverzeichnis müssen mit den Überschriften im Textteil der Seminararbeit übereinstimmen.

Die Einleitung:

In der anschließenden Einleitung erklärst Du das Ziel Deiner Seminararbeit, erläuterst Deine Vorgehensweise und ordnest Dein Thema in den Forschungsstand ein. Außerdem nimmst Du kurz Stellung, warum Du genau dieses Thema beziehungsweise diese Fragestellung gewählt hast. Die Einleitung sollte etwa 10 % des Gesamtumfangs der Seminararbeit ausmachen.

Der Hauptteil:

Der Hauptteil ist das Kernstück Deiner Seminararbeit. Hier setzt Du Dich konkret mit Deinem Thema oder der zentralen Fragestellung auseinander. Musst Du bestimmte Begriffe oder Methoden erklären, gehören diese ebenfalls in den Hauptteil. Grundsätzlich solltest Du jeden Gedankengang und jede Position durch sinnvolle Absätze voneinander trennen. Achte auf einen logischen und stringenten Aufbau, dem der Leser gut folgen kann.

Folgendes solltest Du beim Erstellen der Seminararbeit beachten:

  • Konzentriere Dich auf die drei K´s: Kompetenz, Klarheit und Kürze
  • Verliere nie den roten Faden
  • Durchleuchte das Thema von mehreren Seiten

Der Schlussteil:

Im Schlussteil der Seminararbeit fasst Du die Ergebnisse aus dem Hauptteil zusammen und resümierst sie. Hast Du Dich mit einer Fragestellung beschäftigt, musst Du diese hier beantworten. Zusammen mit der Einleitung bildet der Schluss den Rahmen der Seminararbeit. Er sollte ebenfalls etwa 10 % der Seminararbeit ausmachen.

Der Anhang:

Nach dem Schlussteil kannst Du im Anhang verwendete Tabellen oder Bilder unterbringen. Teilweise ist ein Abkürzungsverzeichnis sinnvoll, in dem Du alle in Deiner Arbeit verwendeten Abkürzungen aufschlüsselst.

Das Literaturverzeichnis:

Im Literaturverzeichnis bibliografierst Du alle in der Seminararbeit verwendeten Quellen alphabethisch und nach Textart sortiert. Formatiere das Inhaltsverzeichnis als Liste und verwende die linksbündige Ausrichtung statt Blocksatz. Wichtig ist die Einheitlichkeit der Bibliografie. Meist kannst Du beim Fachbereich oder Deinem Dozenten erfragen, wie die Bibliografie auszusehen hat.

Die Eidesstattliche Erklärung:

Am Ende Deiner Seminararbeit versicherst Du schriftlich, dass Du alle Texte selbstständig geschrieben und keine Inhalte von anderen kopiert oder abgeschrieben hast.

4. Schritt: Richtiges Zitieren

Richtiges Zitieren ist das A und O jeder wissenschaftlichen Arbeit. Alle Äußerungen, die Du von anderen übernommen hast, musst Du korrekt zitieren und anhand von Quellennachweisen kenntlich machen. Ein direktes Zitat – also ein Zitat, das Du Wort für Wort von jemand anderem übernommen hast – setzt Du im Text in Anführungszeichen. Dahinter nennst Du die verwendete Quelle, entweder nach der deutschen Zitierweise in einer Fußnote oder nach der amerikanischen Zitierweise in Klammern direkt im Text. Indirekte Zitate sind Aussagen, die Du nur dem Sinn nach und nicht wortwörtlich übernommen hast. Indirekte Zitate setzt Du nicht in Anführungszeichen, aber auch hier kennzeichnest Du die Textstelle, indem Du zum Beispiel in einer Fußnote Deine Quelle angibst.

5. Schritt: Layout der Seminararbeit

Die Seminararbeit sollte ein einheitliches Layout haben, das in der Regel Dein Dozent vorgibt. Folgendes solltest Du dabei berücksichtigen:

  • Die Seminararbeit sollte so sauber gestaltet sein wie eine Bewerbungsmappe.
  • Die Blattgröße sollte DinA 4 sein.
  • Gib die Seminararbeit in einer Klemmmappe ab. So kann der Dozent die einzelnen Blätter leicht herausnehmen. Klarsichtfolien oder gelochte Blätter sind nicht erwünscht.
  • Beliebte Schriftarten für die Erstellung der Seminararbeit sind Times New Roman, Arial oder Calibri.
  • Die Schriftgröße 12 ist in der Regel leicht zu lesen. Kleiner als 10 pt sollte die Schrift auf keinen Fall ausfallen.
  • Verwende einen Zeilenabstand von 1,5 und stelle den Absatz auf Blocksatz.
  • Um die Arbeit optisch zu gliedern, solltest Du die Überschriften vergrößern (zum Beispiel 14pt) und Fettdruck verwenden. Für Zwischenüberschriften eignet sich ebenfalls Fettdruck bei gleicher Schriftgröße wie der Fließtext.
  • Für die Fußnoten verwendest Du dieselbe Schriftart wie im Fließtext, aber in Schriftgröße 10 und mit einem Zeilenabstand von 1,0.
  • Üblich für den Abstand der Ränder oben und unten sind 2,0 bis 2,5 cm, links und rechts 2,5 oder 3,0 cm.

6. Schritt: Die Korrektur

Nachdem Du selbst Deine Seminararbeit Korrektur gelesen hast, solltest Du sie zusätzlich einem Kommilitonen, Deinen Eltern oder Freunden zum Lesen geben. Anschließend druckst Du die Seminararbeit auf sauberem Papier aus und gibst sie in einer Klemmmappe bei Deinem Dozenten ab. Nach der Bewertung und Rückgabe der Seminararbeit durch Deinen Dozenten empfiehlt es sich, die Arbeit in der Sprechstunde mit Deinem Dozenten zu besprechen. Viele Studenten scheuen sich davor und sind froh, wenn die Arbeit hinter ihnen liegt. Dabei ist ein Gespräch, vor allem bei einer schlechten Bewertung, sehr hilfreich. So kannst Du Deinen wissenschaftlichen Schreibstil verbessern und aus Fehlern für die nächste Seminararbeit lernen.

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