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Studienabbruch

Was beim Studienabbruch zu beachten ist

Ein Hochschulabschluss verspricht bessere Aussichten auf dem ohnehin schon schwachen Arbeitsmarkt. Doch was tun, wenn man einen Studienabbruch in Erwägung zieht? Gründe hierfür gibt es immerhin viele. Wer mit sich hadert und schließlich sein Studium abbricht, sollte den Entschluss vor allem als Chance auf einen Neuanfang betrachten.

Die Zahl der Studienabbrecher ist rückläufig

Im Februar 2008 legte das Hochschulinformationssystem (HIS) einen Bericht über die Abbruchquote an deutschen Hochschulen vor. Dem Bericht ist zu entnehmen, dass die Zahl der Studienabbrecher rückläufig ist. Häufig liegt der Grund für die Entscheidung, ein Studium abzubrechen, in der Organisation der Studiengänge. Nach wie vor werden bevorzugt diejenigen Studiengänge abgebrochen, die ohnehin eine hohe Abbruchsquote aufweisen.

Insgesamt wertete das Hochschul-Informations-System (HIS) das Studienverhalten von Studierenden in den Jahren 2000 bis 2004 aus. Es konnte gezeigt werden, dass die Abbruchquote bei B.A.-Studiengängen an den Fachhochschulen mit 39% deutlich höher ist als an Universitäten. Hier entscheiden sich 25% der Studenten für einen Studienabbruch. Die Zahl derer, die ihr Bachelor-Studium abbrechen, beträgt insgesamt 30%. Dabei sind starke Unterschiede in den jeweiligen Studiengängen zu verzeichnen.

An den Universitäten melden die B.A.-Studiengänge Sozialwissenschaften, Sprach- und Kulturwissenschaften, Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften einen Rückgang der Studienabbrecher. Dagegen sind Wirtschafts-, Ingenieur und Naturwissenschaften von einem Studienabbruch bedroht. An den Fachhochschulen wiederum sind es ebenfalls die Studiengänge des Sozialwesens, der Agrar-, Frost und Ernährungswissenschaften, die ihre Studentenzahlen halten können. Sorgenkinder hingegen sind die Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften sowie die Informatik. Doch hier entscheiden sich immerhin weniger Studenten für einen Studienabbruch, als dies noch Ende der 90er Jahre der Fall war.

Gründe für einen Studienabbruch

Die Gründe für einen Studienabbruch sind vielfältig. Zum einen legen die Studiengänge mit hohen Abbruchsquoten nahe, dass die B.A. und Master-Strukturen an den Universitäten und Fachhochschulen noch nicht gut genug umgesetzt wurden. Zum anderen macht vielen Studenten die Theorielastigkeit der Studieninhalte zu schaffen.

Ihnen fehlt schlichtweg der Praxisbezug im Studium. Dies geht jedenfalls aus einer jüngst veröffentlichten Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach hervor. Dort heißt es: „Studenten, die an einen Abbruch ihres Studiums denken, vermissen stärkeren Praxisbezug und klagen vergleichsweise über hohe Leistungsforderungen.“

Auch zeigt sich, dass mangelndes Interesse an intellektuellen Herausforderungen sowie an einem akademischen Beruf einen Studienabbruch begünstigen können. Die Studenten bevorzugen einen frühen Berufseinstieg und, damit verbunden, finanzielle Sicherheit. Denn die ist während des Studiums in den meisten Fällen nicht gegeben. Hohe Lebenshaltungskosten und anfallende Studiengebühren können da schnell zum Problem werden. So geben 67% derjenigen, die mit einem Studienabbruch liebäugeln, als Grund zu hohe finanzielle Belastungen an.

Karriere trotz Studienabbruch?

Ein Studienabbruch sollte kein Grund zum Verzweifeln sein. Er kann sich genauso gut als Chance auf einen Neuanfang heraus stellen. Wichtig ist es jedoch, sich bei Abbruch eines Studiums klar vor Augen zu führen, was man kann und möchte, worin das persönliche Lebensglück bestehen sollte und wie dieses Glück mit einem neuen Beruf in Einklang gebracht werden kann. Wer diese Fragen für sich beantworten kann, weiß vorab, was er will und glänzt durch Motivation.

Und genau das kommt kombiniert mit einer gesunden Portion Selbstbewusstsein und ein Paar Semestern Hochschulausbildung bei Arbeitgebern gut an. Außerdem sind Studienabbrecher den Abiturienten gegenüber klar im Vorteil, zumindest was die Lebenserfahrung angeht. Wenn somit die Motivation und ein klares berufliches Ziel existiert, ist ein Studienabbruch keinerlei Hindernis für ein Personaler. 

Ungefähr sechs Monate dauert es, so das HIS, ehe 75% Aussteiger nach Studienabbruch wieder im Berufsleben Fuß fassen. Dann winkt vielen von ihnen ein Ausbildungsvertrag, insbesondere in der Handels- und Dienstleistungsbranche.

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