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Studieren mit Kind

Eine Herausforderung für Studenten

Wer nicht nur Student sondern auch Vater oder Mutter ist, der wird gleich doppelt belastet. Man muss nicht nur Vorlesungen besuchen und Hausarbeiten verfassen, sondern sich auch gleichzeitig um die lieben Kleinen kümmern. Studieren mit Kind geht ins Geld und an die Nerven. Zum Glück gibt es einige Möglichkeiten, den Stress zu reduzieren und doch alles unter einen Hut zu bekommen.

Studieren mit Kind – finanzielle Förderung

Studenten sind chronisch pleite. Und wenn dann noch ein Kind dazu kommt? Eine Person mehr, die verpflegt werden muss. Doch beim Studieren mit Kind stehen einige Finanzierungsmöglichkeiten zur Wahl:

Jeder, der in Deutschland ein Kind hat, hat Anspruch auf Kindergeld. Dieses wird unabhängig vom Einkommen gezahlt und beträgt 164 Euro pro Monat. Ab dem dritten Kind wird der Beitragssatz sogar auf 170 Euro erhöht, für jedes weitere Kind werden 195 Euro ausgezahlt.

Außerdem können Studierende mit Kind BAföG erhalten. Die Förderungsdauer der Zahlung kann aufgrund der doppelten Belastung verlängert werden. Weiterhin besteht die Möglichkeit, dass Teile des Betrags, die zurückgezahlt werden müssen, erlassen werden können. Dies ist dann der Fall, wenn das Einkommen der Eltern unter dem Freibetrag (§ 18 a Absatz 1)liegt, die Erwerbstätigkeit auf maximal 10 Stunden pro Woche eingeschränkt ist und das Kind das 10. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.

 

Reicht das Einkommen nicht aus, um alle Kosten zu decken, steht einigen Studenten Wohngeld zu. Wer allerdings BAföG erhält, hat keinen Anspruch auf weitere Sozialleistungen. Doch gibt es auch hier ein Hintertürchen. Wenn nicht alle Familienmitglieder BAföG-berechtigt sind, da sie sich beispielsweise in einem Ausbildungsverhältnis befinden, welches nicht durch BAföG förderbar ist, kann diese Person den Anspruch auf BAföG geltend machen. Also letztendlich erhalten nicht die Eltern, sondern deren Kinder die Extrazahlung.

Ab Januar 2007 können Eltern das sogenannte Elterngeld beantragen. Auch beim Studieren mit Kind ist dies möglich, solange ein Elternteil erwerbstätig ist. Das Elterngeld wird in einem Kernzeitraum von 12 Monaten für das Elternteil gezahlt, welches sich eine Auszeit nimmt und die Kinderbetreuung übernimmt. Dabei werden 67% des letztjährigen Netto-Gehalts ausgezahlt. Die Zahlungen werden jedoch auf ein Maximum von 1.800 Euro begrenzt.

Studieren mit Kind ist teuer. Wer die oben aufgeführten Angebote nicht in Anspruch nehmen will oder kann, hat die Möglichkeit, einen Studierendenkredit aufzunehmen. Banken bieten Studierenden spezielle Konditionen, mit entsprechend niedrigem Zinssatz. Dabei unterscheidet man zwei Arten der Auszahlung: entweder erfolgt eine einmalige Zahlung der gesamten Summe, oder aber eine monatliche Auszahlung von Raten.

Wohin mit den Kleinen? Möglichkeiten der Kinderbetreuung

Beim Studieren mit Kind ist es ein großes Problem, eine gute und bezahlbare Betreuungseinrichtung zu finden. Besonders trifft dies für Kinder zu, die jünger als drei Jahre alt sind, da diese beispielsweise nicht in Kindergärten angenommen werden. Einige Universitäten haben dieses Problem erkannt. Um ihre Studierenden zu entlasten, verfügen viele über eine universitätseigene Betreuungseinrichtung, die Kinder aller Altersstufen aufnimmt. Während die Eltern Veranstaltungen besuchen oder sich in der Bibliothek aufhalten, sind die Kinder gut aufgehoben.

Weiterhin gibt es die Möglichkeit, seine Kinder in einem Kindergarten mit Nachmittagsbetreuung bzw. in einem Kinderhort anzumelden. Je nach Bedarf und dem jeweiligen Stundenplan können die Kinder dort betreut werden.

7% aller Studenten studieren mit Kind. So kommt es, dass viele Studierende mit Kind eine eigene Form der Kinderbetreuung organisieren. Abwechselnd kümmert man sich um die Kinder der Kommilitonen. Auf diese Weise können die Kosten für die Kinderbetreuung minimiert werden.

Urlaubssemester

Studieren mit Kind nimmt junge Eltern stark in Anspruch. Daher können sich Studierende für die Pflege und Erziehung der Kleinen beurlauben lassen. Die Beurlaubung ist beim jeweiligen Studierendensekretariat zu beantragen. Auch die Zahlung des Semesterbeitrages kann in diesem Fall erlassen werden. Durch das Studieren mit Kind wird das Studium in der Regel etwas in die Länge gezogen.

Studieren mit Kind – eine Herausforderung!

Studieren mit Kind ist und bleibt trotz allem eine Herausforderung. Die Bedingungen haben sich zwar in den letzten Jahren enorm verbessert, dennoch sollte dies nicht unterschätzt werden. Denn wenn die Kommilitonen ein Bierchen trinken gehen, sich spontan zum Kochen treffen oder gemeinsam ausgehen, bleiben Studierende mit Kind zu Hause. Nicht alle haben das Glück, dass die eigenen Eltern sich der Enkel annehmen und man so ungehemmt das Studium verfolgen kann. Studieren mit Kind bedeutet vor allem Verantwortung tragen - und das nicht nur für sich selbst.

Heutzutage erhalten junge Eltern jedoch vielseitige Unterstützung- von den Studentenwerken, caritativen Einrichtungen und sogar von Vater Staat. Studieren mit Kind ist also machbar und wer alle Möglichkeiten nutzt, kann auch diese Herausforderung meistern.

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