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Interview mit Harald Stürmer zum Thema Online-Campus der SGD

So funktioniert der Online-Campus der Studiengemeinschaft Darmstadt (SGD)

Der  Online-Campus "waveLearn" der Studiengemeinschaft Darmstadt (SGD) bietet den Fernschülern ein effizientes virtuelles Zusatzangebot aus Kommunikation und Information. Wie "waveLearn" im Fernstudium unterstützt und welche Besonderheiten das System bietet, erläutert Harald Stürmer, Fachbereichtsleiter Informatik der SGD.

Studieren-im-Netz: Den Online Campus waveLearn gibt es nun schon seit rund 10 Jahren. Wie hat sich waveLearn seitdem entwickelt?


Harald Stürmer: waveLearn ist ein Kommunikations- und Organisationsmedium für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der SGD. Sie können sich hier mit Gleichgesinnten oder Fernlehrern austauschen, Lerngruppen bilden oder ergänzende Lernmaterialien finden. Außerdem ist es möglich, bei Fragen an Fernlehrer oder das SGD-Betreuungsteam, diese direkt zu kontaktieren. Dieses Konzept kommt sehr gut an und wird von vielen unserer mehr als 60 000 Teilnehmern angenommen.


Im Mittelpunkt der Kommunikation stehen Chats und Foren, also eine echte „Community“. Einige der Fernlehrer bieten z. B. moderierte Chats zu bestimmten Themenfeldern an. Außerdem können Einsendeaufgaben bequem über waveLearn eingesendet werden, Noten „realtime“ angesehen oder Seminare online gebucht werden. Seit Sommer 2010 ist es auch möglich, mit jedem gängigen Smartphone auf den Online-Campus der SGD zuzugreifen. So ist die virtuelle Schulbank jederzeit erreichbar. Eine Besonderheit ist sicherlich auch, dass waveLearn barrierearm ist, d.h. der Online Campus kann auch von sehbehinderten oder blinden Menschen gut benutzt werden.

Sehr stolz sind wir natürlich auch auf die Auszeichnungen, die unser Online-Campus erhalten hat: 2010 die Comenius EduMedia-Auszeichnung und die „Weiterbildung Innovativ“-Auszeichnung der Weiterbildung Hessen e. V. für die Realtime-Studienbetreuung im Online-Campus waveLearn und 2000 den Weiterbildungs-Innovationspreis vom Bundesinstitut für Berufsbildung und der Fachzeitschrift managerSeminare.

Studieren-im-Netz: Was war der SGD bei der Entwicklung von waveLearn besonders wichtig?

Harald Stürmer: Wir wollten etwas schaffen, was den Teilnehmern ergänzend zu den schriftlichen Lernmaterialien, CDs, Büchern etc. etwas bringt. Etwas wo man sich austauschen kann, Motivationstiefs und -hochs teilen kann, Ratschläge geben und finden kann. Es sollte Kommunikation entstehen, miteinander, mit unseren Fernlehrerinnen und Fernlehrern und mit unserem Serviceteam. Hierauf haben wir uns auch bei der Entwicklung konzentriert und viele Kommunikationsmöglichkeiten eingebaut. Außerdem war uns natürlich wichtig, dass es für jede und jeden möglich ist, auf den Online-Campus zuzugreifen ohne aufwändige Softwareinstallation oder dergleichen. So erhält nun jeder Teilnehmende zu Beginn seines Lehrgangs Zugangsdaten und kann sich einloggen.

Wichtig war uns außerdem noch, dass sich die Teilnehmer sowohl lehrgangsbezogen als auch themenbezogen austauschen können. Mittlerweile haben wir mehr als 200 Fernlehrgänge im Angebot. So ist es sehr einfach, sich z. B. auch ganz detailliert über eine Fragestellung in einem bestimmten Lernthema auszutauschen. Lehrgangsübergreifend kann darüber hinaus auch über das „Schwarze Brett“ kommuniziert werden.

Studieren-im-Netz: Welchen Mehrwert bietet ein Online Campus den Fernschülern der SGD?

Harald Stürmer: Der Online-Campus ist da zur Kommunikation: fragen, antworten, diskutieren, Erfahrungen austauschen. Aber auch zur Organisation: Lerngruppen bilden, Noten einsehen, Einsendeaufgaben versenden, aktuelle Lernmaterialien downloaden, Aktualisierungen einsehen, Seminare buchen. Selbstverständlich bieten wir hier auch Lerninhalte wie z. B. virtuelle Seminare, Web Based Trainings oder ergänzende Studienhefte und Audiomaterialien sowie Podcasts.

Teilnehmer finden hier auch ergänzende Services, wie den Karriere- oder Familienservice. Sie können auf eine Jobbörse zugreifen, sich zu einem kostenlosen Bewerbertraining anmelden oder finden einen Hinweis auf ein Forum, in dem speziell lernende Eltern beim Lernen durch eine Psychologin unterstützt werden.

Alle Funktionalitäten unterstützen unsere Lerner bei ihrer persönlichen Zielerreichung, dem Fernstudium neben dem Beruf.

Studieren-im-Netz: Wie viele Fernstudenten nutzen den Online-Campus? Welche Bereiche und Funktionen schätzen Sie als besonders beliebt ein?


Harald Stürmer: Die Nutzung der Funktionalitäten ist von Lehrgang zu Lehrgang verschieden. In manchen Lehrgängen nutzen fast 90% unserer Teilnehmer den Online-Campus, in manchen Lehrgängen wird mehr über E-Mail, Telefon oder Post kommuniziert. Lehrgangsübergreifend können wir aber sagen, dass in den meisten Lehrgängen der Austausch in Foren sehr gut angenommen wird.

Studieren-im-Netz: Können auch Computerlaien den Online Campus benutzen oder gibt es sogar eine Einführung in das System?


Harald Stürmer: Ja, auch Computerlaien können waveLearn nutzen. Genau das war uns auch wichtig. Die Struktur ist bewusst einfach gehalten, so dass man sich recht schnell zurechtfindet. Außerdem gibt es einen „Wegweiser Fernkurs“, den jeder Teilnehmer zum Lehrgangsbeginn erhält und in dem die wesentlichen Funktionalitäten erläutert werden, auch als kleine Lernvideos zum schnellen Überblick. Auch unser Beratungsteam hilft bei Fragen immer gern weiter. Auch  bieten wir eine virtuelle Tour für Interessenten auf unserer Homepage www.sgd.de an.

Studieren-im-Netz: Hat jeder Kursteilnehmer bei der SGD automatisch Zugang zu waveLearn? Wie sieht es aus, wenn man sich zunächst nur für den Testmonat anmeldet?


Harald Stürmer: Unsere Philosophie ist, dass sofort mit Lehrgangsbeginn losgelegt werden kann. Die betrifft selbstverständlich auch den Online-Campus. Mit dem Erstpaket, in dem die ersten Lernhefte und einige organisatorische Dinge enthalten sind, erhält jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer seine Zugangsdaten für waveLearn. Hier steht dann jedem alles zur Verfügung. Im Übrigen gilt dies auch über den Lehrgang hinaus. So können sich auch Absolventinnen und Absolventen mit Teilnehmern austauschen und von ihren Erfahrungen berichten.

Studieren-im-Netz: Wie schnell erhalten die Fernschüler Antwort auf eine E-Mail, z.B. wenn Sie eine Frage an den Dozenten haben? Wie lange dauert es, bis sie Antwort auf verschickte Einsendeaufgaben erhalten?


Harald Stürmer: E-Mail Anfragen werden in der Regel kurzfristig bearbeitet. Rückmeldungen bzw. Korrekturen zu Einsendeaufgaben, die über waveLearn eingesandt wurden, erhalten Teilnehmer in der Regel nach zwei Arbeitstagen. Es gibt allerdings auch Fälle, bei denen z.B. Anfragen oder Antworten komplex sind und dann entsprechend länger brauchen.

Studieren-im-Netz: Kann man in waveLearn virtuelle Lerngruppen bilden?


Harald Stürmer: Ja dies ist möglich. Zur zeitnahen Kommunikation bieten sich hier besonders die Chats an.

Studieren-im-Netz:: Es gibt bereits erste virtuelle Seminare. Wie sind Ihre Erfahrungen damit und wird es in Zukunft weitere virtuelle Seminare geben?


Harald Stürmer: Unsere ersten Erfahrungen sind gut. So haben Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland oder sogar darüber hinaus, noch besser die Möglichkeit ein Seminar zu besuchen. Dies entspricht natürlich im Besonderen dem Geist des Fernunterrichts und entspricht dem berufstätigen Fernlerner. Wir arbeiten gerade daran, weitere virtuelle Seminare für weitere Lehrgänge anzubieten.

Studieren-im-Netz: Hat man auch über Smartphones Zugriff zu waveLearn oder ist dies in Planung?


Harald Stürmer: Selbstverständlich! Seit Sommer 2010 gibt es diese Möglichkeit bereits. So können die Fernlernerinnen und Fernlerner auch im Zug, im Hotel oder an anderen Orten in Echtzeit auf waveLearn zugreifen.

Studieren-im-Netz: Gibt es noch weitere Pläne zum Ausbau von waveLearn?


Harald Stürmer: Ja. Ein Online-Campus ist lebendig. Es gibt viel zu tun! Wir haben auch viele Ideen und gehen voller Tatendrang in das Neue Jahr. Lassen Sie sich überraschen.