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HochschulabsolventinAus dem Student wird ein BerufseinsteigerBerufseinsteigerGute Chancen für den Berufseinstieg

Berufseinsteiger

Wie stehen die Chancen für Akademiker als Berufseinsteiger?

Schlagwörter wie „Akademikermangel“ und „Bildungsstagnation“ füllen die Titelblätter vieler Tageszeitungen. Doch was bedeuten die Engpässe auf dem Arbeitsmarkt für Studenten? Haben sie es als Berufseinsteiger wirklich so einfach?

Akademiker haben es leichter

Wer sich nach der Schule für ein Studium entscheidet, hat es als Berufseinsteiger meist leichter. Eine Studie des Hochschul-Informations-Systems (His) hat im Auftrag des Bundesbildungsministeriums bestätigt, dass Akademiker in Deutschland zehn Jahre nach ihrem Hochschulabschluss praktisch vollbeschäftigt sind.

Lediglich ein Prozent von 5500 befragten Absolventen gaben an, arbeitslos bzw. arbeitssuchend zu sein. Diese niedrige Quote gilt für alle Studienrichtungen. Demnach gestaltet sich der Berufseinstieg überwiegend als reibungslos. Die Arbeitslosigkeit ist für Akademiker lediglich ein Übergangsphänomen, das direkt nach dem Studium und dann oft nur für ein halbes Jahr auftrete, heißt es in der Studie.

Sie offenbart jedoch auch, dass es bei Akademikern als Berufseinsteiger große Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt. Unter den befragten Männern arbeiten praktisch alle. Dagegen ist jede fünfte Frau nicht berufstätig. Der Grund hierfür liegt vor allem in der Familienplanung.

Nach dem Studium bekommen viele Frauen zunächst Kinder und gehen somit in Elternzeit. Auch die danach anfallenden zusätzlichen Belastungen werden heutzutage immer noch zum größten Teil von den Frauen getragen. Aktuelle Analysen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ( IAB) zeigen aber, dass ab Mitte Dreißig fast „das gesamte akademische Bevölkerungspotenzial“ erwerbstätig ist.

Wer hat es als Berufseinsteiger besonders einfach?

Wenn man die Zahlen der Berufseinsteiger nach Universität und Fachhochschule unterscheidet, fällt auf, dass die Absolventen einer Fachhochschule beim Berufseinstieg leicht im Vorteil sind. Frühere Vorurteile, dass beispielsweise ein Studium an einer FH weniger Wert sei, als an einer Uni, sind also unbegründet. Im Gegenteil werden Absolventen von Fachhochschulen für Unternehmen immer beliebter, da das dortige Studium praxisnah aufgebaut und somit berufsvorbereitend ist. Viele technische Studiengänge an einer Universität gelten beispielsweise oft als zu theorielastig und praxisfern.

Wenn man bei der Entscheidung des Studienfachs auf seine späteren Chancen als Berufseinsteiger Rücksicht nehmen möchte, sollte man sich in jedem Fall für einen Ingenieurberuf entscheiden. Aufgrund der demographischen Entwicklung werden qualifizierte Ingenieure in Deutschland immer älter. In den nächsten Jahren geht etwa jeder fünfte Ingenieur in den Ruhestand. Schon jetzt verzeichnet die Wirtschaft Verluste in Millionenhöhe, weil nicht genügend Fachkräfte im Bereich der Ingenieurwissenschaften zu Verfügung stehen. Engpässe existieren vor allem bei den Maschinenbauern, Elektro- und Wirtschaftsingenieuren. Nicht alle Akademiker kommen jedoch als Berufseinsteiger so gut zurecht.

Beobachtungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Bildungsforschung (IAB) geben an, dass die Arbeitslosenquote bei Biologen und Geowissenschaftlern relativ hoch ausfällt, obwohl die Beschäftigungsaussichten für Naturwissenschaftler meist positiv gewertet werden. Auch Geisteswissenschaftler haben es beim Berufseinstieg längst nicht so einfach, wie Absolventen der Ingenieurwissenschaften. Sie müssen nach dem Studium häufig unbezahlte Praktika in Kauf nehmen, um keine Lücken im Lebenslauf entstehen zu lassen.

Wie sieht es in der Zukunft aus?

Das IAB prognostiziert einen Trend zur Höherqualifizierung. Demnach werden für Geringqualifizierte weitere Beschäftigungseinbußen erwartet. Der Zusatzbedarf an Akademikern soll umgekehrt bis zum Jahr 2020 auf über eine Million ansteigen. Um den demographischen Wandel zu kompensieren, müssen Politiker zunächst die soziale Ungleichheit beim Hochschulzugang abbauen. Darüber hinaus sollte jeder Bachelorstudent eine Garantie auf einen Masterplatz bekommen, um eine ausreichende Qualifikation zu schaffen, damit diese Berufseinsteiger in eine obere Führungsebene gelangen.

Im Allgemeinen lässt sich klar sagen, dass es Akademiker als Berufseinsteiger deutlich einfacher haben als geringer Qualifizierte. Jedoch sollte man seine Entscheidung des passenden Studiengangs nicht in erster Linie von den Berufschancen abhängig machen, sondern vielmehr von persönlichen Interessen und Neigungen. Arbeitsmarktprognosen können beispielsweise dazu dienen, die richtigen Studienschwerpunkte zu setzen, um als Berufseinsteiger optimale Chancen zu haben.

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