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Volontariat
Das Volontariat ist die Ausbildung für Journalisten
Der Begriff Volontariat taucht im Zusammenhang mit dem Journalismus auf und bezeichnet die Grundausbildung in Print, Hörfunk, PR und Online-Medien. Die Plätze für das Volontariat sind heiß begehrt und setzen meist ein abgeschlossenes Studium und vielseitige Praxiserfahrung voraus.
Wie ist das Volontariat aufgebaut?
Das Volontariat bei Tageszeitungen und Zeitschriften ist im Gegensatz zur Ausbildung bei Buchverlagen und PR-Agenturen tarifvertraglich geregelt. Ein Volontariat in einer Redaktion dauert in der Regel 24 Monate. Es darf weder verlängert, noch auf unter 15 Monate verkürzt werden. In dieser Zeit durchläuft der Volontär verschiedene Ressorts von Zeitungs- oder Zeitschriftenverlagen. Während der Ausbildung sollten Einblicke in die Arbeit von mindestens drei Ressorts vermittelt werden. Die Bereiche Lokales und Politik sind dabei verpflichtend.
Der dritte Teil kann je nach Vorbildung und Interesse variieren. Von Wirtschaft, über Kultur oder Sport bieten die verschiedenen Redaktionen eine große Vielfalt an Themenbereichen an. Bei den öffentlichen Hörfunk- und Fernsehanstalten nennt sich die journalistische Ausbildung Programmvolontariat. Diese dauert in der Regel 18 Monate, in denen zwischen fünf bis zehn Abteilungen durchlaufen werden. Für die privaten Sender gibt es keine einheitlichen Regelungen. Das Volontariat kann sich in Dauer und Form vollkommen von anderen Ausbildungen unterscheiden.
Generell sollen die Volontäre während der gesamten Ausbildung von einem Redakteur betreut werden, der ihnen beratend zur Seite steht. Genau wie bei der klassischen Ausbildung sollen auch im Volontariat außerbetriebliche Schulungen stattfinden. Bei den tariflichen Journalistenausbildungen sind sechs Wochen dafür vorgesehen.
Der Besuch einer Journalistenschule oder Presseakademie ist hierbei möglich. Aber auch andere Formen der Weiterbildung, wie zum Beispiel an eigens vom Verlag oder Rundfunksender veranstalteten Seminaren kann teilgenommen werden. Nach erfolgreich abgeschlossenem Volontariat bekommt der Schützling ein Zeugnis, das alle Stationen der Ausbildung sowie die erworbene Fachkenntnis darstellt.
Die Höhe des Gehalts im Volontariat ist für Tageszeitungen und Zeitschriften tarifvertraglich vereinbart und liegt momentan im ersten Ausbildungsjahr für junge Leute unter 21 Jahren bei 1.521 Euro. Ab dem Alter von 21 Jahren stehen dem Volontär tariflich 1687 Euro zu. Im zweiten Volontariatsjahr liegt die Höhe der Bezahlung bei 1.955 Euro. Tarifverträge geben immer nur Richtlinien vor, an der sich die Verlage orientieren können. Die Angaben sind jedoch nicht verpflichtend.
Ab 1. Oktober 2010 gelten neue Tariflöhne: Im ersten Ausbildungsjahr bekommen Volontäre unter 21 Jahren 1.583 Euro, ab 21 Jahren liegt das Gehalt bei 1.755 Euro. Im zweiten Ausbildungsjahr steigt der Lohn dann auf 2043€ zuzüglich einer Jahresleistung (95 Prozent) und Urlaubsgeld (80%).
Wie sehen die Voraussetzungen aus?
Für ein Volontariat gibt es keine einheitlichen Voraussetzungen, außer dass der Bewerber mindestens 18 Jahre alt sein muss. Da die Plätze bei den großen Zeitungsverlagen und Rundfunksendern jedoch heiß begehrt sind, gelten ein abgeschlossenes Studium und verschiedene Praktika in der Regel als verpflichtend. Auch Auslandsaufenthalte können bei der Bewerbung für Pluspunkte sorgen.
Die öffentlich-rechtlichen Sender wie der WDR oder MDR verbuchen jährlich rund 500 Bewerber auf zehn freie Plätze. Dementsprechend schwierig gestalten sich auch die einzelnen Bewerbungsrunden. Nach der normalen Print- oder Onlinebewerbung, stehen häufig ein Wissenstest und eine Präsentationsrunde am Mikrofon auf dem Plan. Auch die Gestaltung einer eigenen Reportage wird in manchen Fällen verlangt. Angehende Journalisten sollten sich daher schon während der Schulzeit oder ihres Studiums darum kümmern, möglichst vielfältige Praxiserfahrungen zu sammeln, um ein Volontariat zu ergattern.
Wie finde ich mein Traum-Volontariat?
Um ein Volontariat zu finden, ist der Weg über das Internet meist am einfachsten. Zunächst sollte man darauf achten, welche Zeitung bzw. welcher Hörfunk- oder Fernsehsender deinen Interessen entspricht. Beschäftigst du dich am liebsten mit aktuellen Nachrichten über Politik und Wirtschaft oder forschst du lieber nach aktuellen Modetrends? Interessierst du dich für Musik und Film, kennst du dich in der Welt des Sports aus oder philosophierst du gerne über das Verhältnis zwischen Männern und Frauen?
All diese Fragen lassen sich eventuell schon während deines Studiums beantworten. Durch Praktika in verschiedenen Branchen kannst du am besten herausfinden, welcher Interessensbereich dir am meisten liegt. Am beliebtesten sind häufig Volontariats-Plätze beim Stern, Spiegel oder Focus. Aber auch die freien Stellen bei den öffentlichen Rundfunkanstalten, wie ARD oder ZDF, sind begehrt. Im PR-Bereich zielen viele Hochschulabsolventen auf ein Volontariat bei der Metro Group, E-on oder Bayer ab. Schau doch einfach mal auf der Internetseite der einzelnen Verlage, Sender und Unternehmen vorbei und such nach den nächsten Bewerbungsfristen.
Auch umfangreiche Informationen über Zugangsvoraussetzungen und Bewerbungsverfahren sind auf den Homepages enthalten. Natürlich gibt es auch in der Journalismus Branche immer wieder schwarze Schafe, die sich nicht um die Ausbildung des Volontärs kümmern. Stell dir vorab deshalb einige Fragen, um an ein seriöses Volontariat zu gelangen, wie zum Beispiel:
- Verfügt das ausbildende Unternehmen über mindestens drei Redakteure?
- Betreuen die Redakteure verschiedene Themenressorts?
- Enthält der Anstellungsvertrag unter anderem Angaben zu Dauer, Probezeit, Gehalt und Urlaub?
Weitere externe Informationen zum Thema









