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Studienrichtungen

Geisteswissenschaften

Unter dieser Studienrichtung werden verschiedene Einzeldisziplinen zusammengefasst, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven vor allem mit kulturellen, geschichtlichen und sozialen Phänomenen befassen. Nicht selten steht dabei das Verhältnis von Mensch und Welt im Vordergrund.  

Alle Studiengänge der Studienrichtung Geisteswissenschaften

Fachrichtungen

theologieTheologie

Im Studium der Theologie wird der wissenschaftliche Umgang mit dem christlichen oder jüdischen Glauben gelehrt. Feste Bestandteile der Theologie sind die Bibelexegese, die Kirchengeschichte, die systematische und praktische Theologie.

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religionReligion

Ähnlich dem Theologiestudium vermittelt auch das Studium der Religion einen wissenschaftlichen Zugang zum Glauben. Darüber hinaus liegt der Schwerpunkt auf der didaktischen Lehre des Glaubens für den Schulunterricht.

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philosophiePhilosophie

Diese Fachrichtung möchte in einem umfassenden Sinn kritisch-analytisches und eigenständiges Denken befördern. Fragen nach der Gerechtigkeit, Freiheit, oder der Möglichkeit von Wissen gehören zu den klassisch philosophischen Problemen. Traditionelle Teilgebiete sind z. B. die Ontologie (Lehre vom Sein), Metaphysik, Ethik oder Erkenntnistheorie.

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Welche Studiengänge fallen unter die Geisteswissenschaften?

Da es keine genaue Klassifizierung der Studiengänge zwischen Sozial-, Gesellschafts- und Geisteswissenschaften gibt, ist eine genaue Einordnung sehr schwierig. Der Theologe Arno Anzenbacher ordnete 1981 beispielsweise folgende Fachbereiche zu den Geisteswissenschaften: Geschichtswissenschaften, Religionswissenschaften, Sprachwissenschaften und Kunstwissenschaften.

Wir fassen die Studiengänge Theologie, evangelische und katholische Religion sowie Philosophie unter den Oberbegriff Geisteswissenschaften. Häufig werden diese Fächer auf Lehramt studiert, andere Absichten sind aber ebenfalls möglich. Studierende der Geisteswissenschaften haben im Gegensatz zu den Ingenieuren oder Wirtschaftswissenschaftlern oft kein genaues Berufsziel vor Augen. Vielmehr achten sie darauf, dass ihnen das Studium Spaß macht und sie sich entfalten und weiterentwickeln können.

Das Studium der Geisteswissenschaften vermittelt wichtige Schlüsselqualifikationen, die auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragt sind. Geisteswissenschaftler können schnell neues Wissen erschließen, kommunizieren, organisieren und analysieren. Durch Nebenjobs, Praktika und Projektarbeiten können die Studenten verschiedene Berufssparten ausprobieren und somit herausfinden, in welche Richtung sie nach dem Studium der Geisteswissenschaften gehen wollen.

Welche Voraussetzungen sollte man für ein Studium der Geisteswissenschaften mitbringen?

Für ein Studium der Geisteswissenschaften sollte man vor allem Interesse an der Untersuchung von vergangenen Kulturen, Völker, Weltanschauungen, Geschichte und Glauben haben. Da der Mensch stets im Mittelpunkt der Untersuchungen steht, ist es wichtig, sich in etwas hineinversetzen zu können. Analytisches Denken und die Fähigkeit zum selbstständigen Arbeiten sollten ebenfalls im Interessenbereich eines Geisteswissenschaftlers liegen. Darüber hinaus sollte man neugierig sein, kritisch nachfragen und Gesamtzusammenhänge herstellen können, um das Studium der Geisteswissenschaften erfolgreich abschließen zu können.

Wie sehen die Tätigkeitsfelder eines Geisteswissenschaftlers aus?

Die genauen Tätigkeitsfelder eines Absolventen der Geisteswissenschaften lassen sich nur schwierig eingrenzen, da die Ausbildung auf keinen genauen Beruf abzielt. Vielmehr wird der Studierende als Allrounder ausgebildet, indem er lernt, sich schnell in neue Wissensbereiche einzuarbeiten. Mögliche Beschäftigungsaussichten ergeben sich daher als Journalist, Lehrer, Historiker, Kulturmanager, Personalberater oder als Eventmanager. Je nach Studienschwerpunkt ergeben sich für Absolventen der Geisteswissenschaften auch Tätigkeiten in den Bereichen Finanzen und Versicherungen, Telekommunikation oder Internet. Um in der Privatwirtschaft Fuß fassen zu können, werden gute EDV-Kenntnisse sowie Grundlagenwissen der Betriebswirtschaftslehre von den Studierenden der Geisteswissenschaften abverlangt.

Wie sieht die Arbeitsmarktlage für Absolventen der Geisteswissenschaften aus?

Obwohl Schlüsselqualifikationen wie Sozialkompetenz, Teamfähigkeit, Kompromissbereitschaft, Entscheidungskompetenz und Kommunikationsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragt werden, sind die Unternehmen unbeeindruckt vom Potenzial der Geisteswissenschaftler. Im Gegensatz zu Ingenieuren, Betriebswirten oder Juristen haben es die Kandidaten der Geisteswissenschaften viel schwerer einen sicheren Job zu finden. Eine Studie des Hochschul-Informations-Systems (His) aus dem Jahr 2005 bestätigt, dass nur 40 Prozent der befragten Geisteswissenschaftler einem regulären Job nachgehen. Bei den Informatikern und Maschinenbauern lag die Quote im gleichen Jahr bei etwa 90 Prozent. Zudem empfinden viele Geisteswissenschaftler ihre berufliche Position als unangemessen; sie fühlen sich unterfordert.

Die hohe Arbeitslosenquote im Bereich der Geisteswissenschaften liegt zum einen daran, dass die Hörsäle von Frauen dominiert werden. Häufig bekommen die Absolventinnen direkt nach dem Studium ihre Kinder und gehen in Elternzeit. Ein anderer Faktor für die hohe Quote an arbeitslosen und unzufriedenen Absolventen der Geisteswissenschaften ist, dass sie sich während des Studiums zu selten fragen, was sie mit ihrem Studium genau anfangen wollen. Nach Ansicht vieler Berufsberater gehört die eigene Selbstreflexion zu einer der wichtigsten Aufgaben im Studium. Erst wenn man genau weiß, was man später machen möchte, ist man motiviert, sich passende Praktika zu suchen und auf den beruflichen Erfolg hinzuarbeiten. Im Gegensatz zu den Absolventen berufsvorbereitender Studiengänge, zielen Geisteswissenschaftler jedoch gar nicht auf eine steile Karriere ab. Persönliche Entfaltung und Spaß an der Arbeit stehen bei den Philosophen und Theologen eher im Vordergrund.