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Fachhochschule

Das Studium an der Fachhochschule

Wer nicht nur theoretische Inhalte in seinem Studium lernen, sondern diese auch in der Praxis anwenden möchte, für den bietet die Fachhochschule die richtige Balance zwischen Theorie und Praxis. Die Fachhochschule, kurz FH oder auch University of Applied Science, gehört, genau wie die Universität, zur deutschen Hochschullandschaft.

Studienangebot an der Fachhochschule und Voraussetzungen

Im Gegensatz zu den häufig sehr alten Universitäten gibt es die Fachhochschulen erst seit den 60er Jahren.

Damals wurden an der Fachhochschule lediglich technische Studiengänge angeboten. Später kamen dann wirtschaftswissenschaftliche und sozialpädagogische Fächer hinzu.

Heute bietet die Fachhochschule so gut wie alle Studienrichtungen an. Einzig Fächer wie Lehramt, Medizin oder Rechtswissenschaften, die mit einem Staatsexamen abschließen, sind den Universitäten vorbehalten.

Voraussetzung für ein Studium an einer Fachhochschule ist das allgemeine Abitur oder das Fachabitur. Im Gegensatz zu den Universitäten ist man auch mit Fachabitur an einer Fachhochschule berechtigt, alle angebotenen Studienfächer zu belegen und muss sich nicht auf die Fachrichtung des Abiturs beschränken. In einigen Fächern wird auch ein drei- bis zwölfmonatiges Vorpraktikum verlangt.

Praxisbezug

Der große Unterschied beim Studium an einer Fachhochschule ist der Praxisbezug auch während des Studiums. Bei den Universitäten werden die zu erlernenden Inhalte vorwiegend theoretisch vermittelt. An FHs hingegen wird großer Wert auf Praxis auch während des Studiums gelegt. Egal ob Kurse, Übungen oder Praxissemester: praktische Elemente sind an der Fachhochschule bereits ins Studium integriert. Durch Fallbeispiele, Planspiele oder Kooperation mit Unternehmen sollen die Lerninhalte realistisch dargestellt und vermittelt werden. So sollen die Studenten schon während ihres Studiums erste Einblicke in die späteren Arbeitsfelder erhalten und ihnen der Übergang vom Studium zum Beruf erleichtert werden.

Strukturierter Studienaufbau

Ein weiterer wichtiger Unterschied ist, dass bei einer Fachhochschule eine stark an die Schule angelegte Hochschulplanung herrscht. Durch einen vorgefertigten Stundenplan haben die Studenten der Fachhochschule in der Regel nicht die Möglichkeit, sich Ihre Fächerkombination selbst zusammen zu stellen, wie dies an den Unis der Fall ist. Auch die Anzahl der Studierenden in einem Studienfach ist in der Regel um einiges geringer als an Universitäten. Häufig werden die Studierenden für bestimmte Kurse und Übungen in kleine Gruppen aufgeteilt, um eine individuellere Betreuung anbieten zu können.

In großen Hörsälen mit mehreren hundert Studierenden ist dies so nicht möglich. Obwohl einige FHs mittlerweile mehrere 1000 Studierende haben, wird bei ihnen immer noch viel Wert auf persönliche Betreuung und individuelle Förderung der Studierenden gelegt. Auch die jährlichen Leistungsüberprüfungen in Form von Klausuren, Referaten oder Hausarbeiten sind stark an das Schulsystem angelehnt.


Durch die vorgefertigte Strukturierung und die ständige Leistungskontrolle soll sicher gestellt werden, dass die Studenten ihr Studium nicht schleifen lassen und die Zeit „verbummeln“, wie dies an Universitäten häufig der Fall ist. Durch einen klaren Studienplan sollen die Studenten der Fachhochschule zielstrebig ausgebildet und bis zu Ihrem Abschluss gefördert werden.

Abschluss und Studienzeit an einer Fachhochschule

Das Studium an einer Fachhochschule konnte man bisher in der Regel mit dem Titel Diplom (FH) abschließen, allerdings nur mit dem Zusatz der jeweiligen Studienrichtung (z.B.: Diplom-Ingenieur (FH)). Im Zuge des Bologna-Prozesses wurden allerdings auch an den FHs die Abschlüsse auf Bachelor bzw. Master umgestellt, sodass nun kein Unterschied mehr vermerkt wird, ob das Studium an einer Fachhochschule oder einer Universität absolviert wurde.

Die Studienzeit an einer Fachhochschule lag auch beim Diplom-Abschluss meist unter der der Universitäten. Den Diplom-Abschluss konnte man an einer Fachhochschule, je nach Studienfach, bereits nach acht Semestern erwerben. An Universitäten lag die Regelstudienzeit bei Diplom-Studiengängen bei neun bis zehn Semestern. Für einen Bachelorabschluss an einer Fachhochschule sind laut Regelstudienzeit sechs Semester vorgesehen, für ein Masterstudium zusätzlich noch etwa vier Semester.

Durch den strukturierten Lehrplan ist es den Fachhochschulen, im Vergleich zu den Universitäten, relativ problemlos gelungen, sich auf die neuen Abschlüsse und die Komprimierung der Lehrinhalte einzustellen.

Was an einer Fachhochschule allerdings nicht möglich ist, ist die Promotion oder Habilitation. Diese ist weiterhin den Universitäten vorbehalten. Absolventen einer Fachhochschule können aber an Hochschulen mit Promotionsrecht promovieren und habilitieren.

Fazit:

Wer in seinem Studium neben theoretischem Lernen auch Wert auf praktische Erfahrung legt und einen klar strukturierten Studienablauf bevorzugt, für den bietet die Fachhochschule die bessere Alternative.

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