E-Mail Drucken
im-beruf-durchstartenbibliothekein-nebenjob-im-callcenternaturwissenschaften-studieren

Die 10 beliebtesten Studiengänge nach Geschlechtern

Welche Studiengänge sind bei Studierenden deutschlandweit am beliebtesten? Gibt es Unterschiede hinsichtlich Studenten und Studentinnen? Und wie sehen überhaupt die Einstiegschancen und -gehälter aus?

Betrachtet man die Angaben des Statistischen Bundesamts zu den Studierendenzahlen vom Wintersemester 08/09, bemerkt man schnell, dass es unter den Studiengängen einige Favoriten gibt. Dabei kann man jedoch Studenten und Studentinnen nicht über einen Kamm scheren. Die Vorlieben der Geschlechter unterscheiden sich zum Teil sehr stark. Dennoch gibt es auch einige Gemeinsamkeiten und Überraschungen. Hier die Top 10 der beliebtesten Studiengänge nach Geschlechtern mit den besten Hochschulen für den jeweiligen Studiengang.

Hinweis: Unter jedem Studiengang findet ihr den direkten Link zu sämtlichen Studienmöglichkeiten des Studiengangs an allen Studienstandorten in Deutschland.

Platz 1

Frauen und Männer: BWL

BWL belegt nach wie vor den Spitzenplatz im Ranking der beliebtesten Studiengänge. Die Betriebswirtschaftslehre erfreut sich sowohl bei weiblichen (79.041) als auch bei männlichen Studierenden (67.710) hoher Popularität - möglicherweise aufgrund vielseitiger Einsatzmöglichkeiten. Viele Unternehmen suchen für ihre Trainee-Programme nach Generalisten, denen die Spezialisierung auf neue Fachgebiete leicht fällt. Demnach stehen die Einstiegschancen für Absolventen dieses Fachs recht gut und auch der Bachelorabschluss findet immer mehr Anerkennung. 2007/08 schafften fast 80% der Absolventen den direkten Berufseinstieg.

Mit einem Bachelorabschluss in einem wirtschaftswissenschaftlichen Fach kann man als Einsteiger bis zu 36.000 Euro brutto jährlich verdienen. Der Master verspricht weitaus höhere Gehälter von bis zu 43.000 Euro brutto jährlich. Fachhochschulabsolventen können in der Regel mit einem etwas höheren Gehalt als die Bachelorabsolventen rechnen.

Ein Faktor, der den Berufseinstieg für BWL-Absolventen in den letzten Jahren ein wenig erschwert hat, sind neue Kombinationsstudiengänge wie Wirtschaftsinformatik oder Wirtschaftsingenieurwesen. Die Absolventen dieser Bereiche stehen zum Teil in direkter Konkurrenz zu den BWL-Absolventen. 

Neue Entwicklungen sind ebenfalls hinsichtlich des Ethik- und Umweltbewusstseins in der Betriebswirtschaftslehre zu bemerken. An immer mehr Unis geht man den Ursachen der Finanzkrise auf den Grund und versucht, wirtschaftliche Entscheidungen auch unter Berücksichtigung ethischer Gesichtspunkte zu fällen. Ebenfalls stehen nachhaltige Entwicklung und der schonende Umgang mit Ressourcen heute an vielen Hochschulen auf dem Lehrplan.

Gemäß CHE Hochschulranking 2010 ist die beste Universität für ein BWL-Studium die Uni Mannheim und die beste Fachhochschule die HS Reutlingen.

Platz 2

Frauen: Germanistik/Deutsch

Auch die Geisteswissenschaften haben es mit dem Fach Germanistik unter die Top 3 geschafft: 52.627 deutsche Studentinnen haben sich 08/09 in ihrem Studium der deutschen Sprache und Literatur verschrieben. Viele davon mit dem Ziel, später als Lehrerin zu arbeiten. Insgesamt strebten etwa 1/3 aller Studierenden dieses Fachs eine Laufbahn als Lehrer oder Lehrerin an. Germanistik bzw. Deutsch auf Lehramt zu studieren ist für viele besonders reizvoll, da es einen schnellen Berufseinstieg verspricht. In den Jahren 2007/08 waren laut Hochschul-Informations-System (HIS) 80% der Lehramtsabsolventen innerhalb des ersten Jahres nach Abschluss regulär beschäftigt.

Die Kommilitonen mit anderen Berufszielen tun sich dabei wesentlich schwerer. Der direkte Berufseinstieg gelang 2007/08 nur 28% der Absolventen. Das kann unter anderem daran liegen, dass man als Germanist kein festgeschriebenes Berufsbild hat und so die Orientierung nach dem Abschluss schwieriger ist. Deshalb ist es ratsam, schon während des Studiums Berufserfahrung durch Praktika zu sammeln und diese durch Auslandsaufenthalte zu ergänzen.

Trotz der geringen Direkteinstiegsquote von Germanisten, die nicht auf Lehramt studieren, ist das Studium sehr beliebt. Denn Germanisten gelten ebenfalls als Generalisten und finden sich dadurch schnell in neue Aufgabengebiete ein. Außerdem regulieren sich die Beschäftigungszahlen nach ein wenig Wartezeit und die meisten Absolventen finden einen Job. Germanisten finden Einsatz in Bereichen, in denen viel kommuniziert wird sowie Informationen beschafft und vermittelt werden müssen. Das kann z. B. ein Job in der Sprachforschung, in der Unternehmenskommunikation oder im Journalismus sein.

Die beste Platzierung im CHE Hochschulranking 2010 im Bereich Germanistik (Bachelor) erhielt die Uni Freiburg. Der Lehramtsstudiengang Deutsch wurde an der Uni Freiburg sowie an der Uni Bamberg und Uni Göttingen am besten bewertet.

Männer: Maschinenbau

Platz 2 der beliebtesten Studiengänge bei männlichen Studierenden belegt 08/09 der Maschinenbau mit 69.988 Studenten. Das ist - vom Klischee her betrachtet - keine Überraschung. Ebenso wie die hohe Platzierung der Germanistik bei den Frauen. Die Germanistik taucht jedoch immerhin auf Platz 14 der Männer auf, den Maschinenbau findet man bei den Frauen erst auf Platz 29. Diese Platzierung hängt aber nicht mit einer weiblichen Abneigung gegen die Naturwissenschaften zusammen, sondern mit dem männlichen Image des Maschinenbau-Studiums. Mit diesem wird jedoch langsam aufgeräumt. Das belegen steigende Zahlen weiblicher Studierender, wie z. B. an der TU München (Anstieg auf 16%).

Es gibt gute Gründe, Maschinenbau zu studieren. Zum einen liegt das an ganzen 94% Berufseinsteigern im ersten Jahr nach dem Abschluss. Zum anderen sind die Einstiegsgehälter mit bis zu 40.000 jährlich relativ hoch. Auch das breitgefächerte Berufsfeld, das vom Automobilbau bis zum Anlagenbau oder sogar ins Marketing reicht, macht den Studiengang sehr beliebt.

Die beste Bewertung für den Studiengang Maschinenbau bekam durch das CHE Hochschulranking 2010 die TU Darmstadt.

Platz 3

Frauen: Medizin

Viele weibliche Studierende haben sich für ein Medizin-Studium entschieden - genauer gesagt sind es 44.259 Studentinnen (08/09). Bei den männlichen Studierenden sind es nur 26.546 (Platz 8). Einerseits wird hier mit dem Vorurteil aufgeräumt, dass Frauen sich weniger für Naturwissenschaften interessieren. Andererseits spielt in diesem Berufsfeld auch Einfühlungsvermögen und soziale Kompetenz eine große Rolle und das wird häufig Frauen zugeschrieben.

Was den Beruf in jedem Fall für beide Geschlechter reizvoll macht, ist die Chance auf einen schnellen Berufseinstieg. 85-90% der Absolventen erhielten 2007/08 innerhalb des ersten Jahres eine feste Stelle. Auch die Bezahlung für Berufseinsteiger ist mit ca. 42.000 bis 48.000 Euro brutto jährlich gut, allerdings sind in vielen Fällen die Arbeitszeiten sehr unregelmäßig. Arbeit am Wochenende oder nachts ist, besonders in Krankenhäusern, nicht selten.

Laut CHE-Hochschulranking 2010 ist die Uni Heidelberg für ein Humanmedizin-Studium die beste Wahl.

Männer: Informatik

Die Informatik belegt in den Top-Studiengängen der Männer Platz 3. Informatik ist immer noch eine Männerdomäne, genau wie der Maschinenbau. Vielleicht auch aus dem gleichen Grund, dem Image. Denn in Wirklichkeit reicht es nicht aus, als Informatiker nur programmieren zu können und sonst nicht viel mit dem Rest der Welt zu tun zu haben. Das ist ein Klischee. Informatiker müssen sich in Menschen - in die Anwender ihrer Programme - hineindenken und Beraterfunktionen übernehmen können. Soziale Kompetenz ist hier also sehr wichtig.

Die Informatik ist bei den männlichen Studierenden sehr beliebt, weil viele hier ihr Interesse an Informationstechnologie und den Spaß am logischen Denken vereinen können. Zudem sind 93% Direkteinsteiger (07/08) unter den Absolventen der Informatik und Wirtschaftsinformatik eine gute Aussicht. Das Anfangsgehalt von ca. 33.000 (FH) bis 37.000 Euro (Uni) jährlich ist ebenfalls akzeptabel, obwohl es sich in den letzten Jahren stark verringert hat.

Die besten Unis für ein Informatikstudium sind laut CHE Hochschulranking 2010 die Uni Passau und die HPI Potsdam. Unter den FHs schnitten die HS Bonn-Rhein-Sieg und die FH Brandenburg am besten ab.

Platz 4

Frauen: Rechtswissenschaften

Die Rechtswissenschaften sind bei den Studentinnen ein sehr beliebter Studiengang. 40.041 weibliche Studierende haben sich im WS 08/09 für ein Jura-Studium entschieden. Das Jura-Studium gilt als sehr arbeitsintensiv und wer seinen Abschluss mit guten Noten absolviert, hat hervorragende Aussichten auf einen gut bezahlten Job.

In Einzelfällen können die Einstiegsgehälter bei großen internationalen Kanzleien sogar bei 100.000 Euro brutto jährlich liegen. Manche freiberuflich in Kanzleien beschäftigten Absolventen müssen sich dagegen vorerst mit 20.000 Euro jährlich zufriedengeben - ein extremer Gegensatz, über den oft die Studienleistung entscheidet. Auch für den gut bezahlten Beruf des Richters oder Staatsanwalts sind sehr gute Leistungen im Studium erforderlich.

Viele Juristen machen sich als Anwalt selbstständig. Hier sind erfolgversprechende Bereiche das internationale Recht, Erbrecht oder IT-Recht.

Die besten Bewertungen im CHE-Hochschulranking 2010 bekamen die Europa Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) und die private Bucerius Law School in Hamburg.

Männer: Wirtschaftsingenieurwesen

Der Ingenieurstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen war im WS 08/09 für 45.135 männliche Studierende die erste Wahl. Grundsätzlich sind die Ingenieurstudiengänge immer noch eine Männerdomäne, die Frauenquote steigt jedoch stetig - so auch beim Wirtschaftsingenieurwesen. 

Wirtschaftsingenieure sind sehr begehrt, denn sie vereinen wirtschaftliche Kompetenz mit ingenieurwissenschaftlichen Kenntnissen - die beste Voraussetzung für Führungspositionen. 2007/08 stiegen Absolventen dieses Studiengangs zu 90% direkt im ersten Jahr in den Beruf ein. Ein Verdienst von ca. 38.000 (FH) bis 42.000 Euro (Uni) jährlich (07/08) ist für viele sicher auch reizvoll.

Wirtschaftsingenieure sind außerdem sehr vielseitig einsetzbar. Sie können in fast allen Unternehmensbereichen arbeiten. Viele angehende Studenten entscheiden sich auch wegen dieser beruflichen Flexibilität für das Wirtschaftsingenieurwesen. Oftmals findet man Wirtschaftsingenieure im Vertrieb, in der Logistik oder Produktion sowie im Controlling und Marketing.

Im CHE-Hochschulranking 2010 ist der Spitzenreiter im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen die BTU Cottbus.

Platz 5 

Frauen: Erziehungswissenschaft (Pädagogik)

Der 5. Platz bei den Frauen geht mit 33.555 Studentinnen im WS 08/09 an die Erziehungswissenschaft. Damit wird leider auch das Klischee bedient, wonach Frauen für die Erziehung zuständig sind. Allerdings hat das Fach Erziehungswissenschaft viel weniger mit praktischer Erziehung und Betreuung zu tun als z. B. der Studiengang soziale Arbeit. Um beispielsweise als Therapeut zu arbeiten, benötigen Erziehungswissenschaftler eine Zusatzausbildung. Absolventen des Fachs verfügen über analytische Fähigkeiten und übernehmen oftmals die Leitung von sozialen Einrichtungen sowie z. B. von Instituten der Erwachsenenbildung. Häufig bedeutet das Arbeit am Schreibtisch. Die besten Chancen hat man hier mit einem Master in Erziehungswissenschaft.

Die Aussichten für Absolventen der Erziehungswissenschaft sehen leider im Vergleich nicht besonders gut aus. Viele Weiterbildungsinstitute mussten seit Einführung von Hartz 4 schließen, da seitdem weniger Weiterbildungen gefördert werden als zuvor. Dadurch fallen auch viele Arbeitsplätze für Erziehungswissenschaftler weg. Der Anteil an Direkteinsteigern hat sich von 80% auf 62% (2007/08) verringert und auch der Verdienst als Berufseinsteiger liegt meist bei weniger als 30.000 Euro brutto jährlich.

Die große Studierendenzahl in diesem Fach ist dennoch ganz einfach zu erklären. Alle Lehramtsstudenten müssen auch das Fach Erziehungswissenschaft/Pädagogik belegen. Für Lehrer sehen die Berufsaussichten besser aus als für Erziehungswissenschaftler in anderen Bereichen. Voraussetzung ist natürlich eine geschickte Auswahl der Schulfächer.

Wer sich für den Studiengang Erziehungswissenschaft entscheidet, ist laut CHE Hochschulranking mit einem Studium an der Uni Halle-Wittenberg oder der Uni Bielefeld am besten beraten.

Männer: Elektrotechnik

Wieder landet mit 38.765 Elektrotechnik-Studenten im WS 08/09 ein technisch orientierter Studiengang in den Top 10 der Männer. Bei den weiblichen Studierenden kann der Studiengang mit Platz 67 höchstens in die Top 100 aufgenommen werden. Dies liegt wiederum nicht an der fehlenden Eignung der Frauen, sondern abermals am Image des Studiengangs, wonach Elektrotechniker einsame Bastler sind und nicht wie in Wirklichkeit Teamworker. Wer Elektrotechnik studiert, sollte Spaß an Experimenten sowie an Physik und Mathematik haben.

Die Berufsaussichten für Elektrotechniker sind erfolgversprechend, da es derzeit zu wenige Elektrotechniker gibt. Trotz der schlechten Wirtschaftslage suchen die Unternehmen rund 15.000 studierte Elektrotechniker. Dem stehen im Schnitt nur 13.000 Absolventen dieser Fachrichtung gegenüber. Viele offene Stellen bleiben deshalb unbesetzt. Berufseinsteiger im Bereich Elektrotechnik sind mit etwa 38.000 Euro brutto jährlich recht gut bezahlt.

Unter den Universitäten und auch insgesamt unter den Hochschulen belegt laut CHE-Hochschulranking 2010 die TU Dresden den besten Platz im Bereich Elektrotechnik. Bei den FHs geht das Ergebnis weniger eindeutig aus. Hier bekamen die besten Bewertungen die HS Aschaffenburg, die HS Ulm, die FH Zwickau und die HS Ingolstadt.

Platz 6

Frauen: Anglistik/Englisch 

Fremdsprachenbezogene Geisteswissenschaften wie Anglistik werden immer noch öfter von Frauen gewählt. 28.228 Studentinnen studierten im WS 08/09 die Sprache und Kultur englischsprachiger Völker.

Der Anteil an Lehramtsanwärtern unter den Studenten ist hier wieder relativ hoch. Etwa 77% der zukünftigen Lehrer konnten 2005 direkt nach dem Abschluss ein Referendariat beginnen. Das sind wesentlich bessere Aussichten als die übrigen Anglisten in dieser Zeit zu erwarten hatten. Nur 45% fanden 2005 im ersten Jahr nach dem Abschluss eine reguläre Anstellung.

Anglistik-Studenten, die nicht Lehrer werden möchten, sollten im Idealfall - wie auch die Germanisten - während des Studiums schon Praktika absolvieren und Auslandserfahrung sammeln, um so Zusatzqualifikationen zu erlangen. Auch ein wirtschaftliches Nebenfach kann beim Berufseinstieg helfen. Anglisten verfügen wie Germanisten über kein festgelegtes Berufsfeld. Sie können im Journalismus, in der Erwachsenenbildung oder auch im Eventmanagement arbeiten. Die Möglichkeiten sind mit den richtigen Zusatzkenntnissen vielfältig.

Wie auch bei der Germanistik erzielt die Uni Freiburg im Bereich Anglistik Bestnoten im CHE-Hochschulranking 2010. Der Anglistik-Bachelor sowie der Lehramtsstudiengang werden dort hochgelobt.

Männer: Rechtswissenschaften

Jura ist nach wie vor einer der beliebtesten Studiengänge, das zeigen auch die hohen NC-Werte. Bei den männlichen Studierenden ist die Rechtswissenschaft mit Platz 6 ebenso in den Top 10 vertreten wie bei den Frauen. 36.982 Studenten gehen der Frage nach Recht und Gerechtigkeit nach.

Trotz der relativ hohen Abbrecher-Quote sowie des hohen Numerus Clausus entscheiden sich viele Studienanfänger für diese Fachrichtung. Anreiz hierfür ist die Aussicht auf ein ertragreiches Berufsleben sowie die recht hohe Anzahl an Alt-Juristen, die in naher Zukunft aus dem Beruf ausscheiden werden. Dann stehen der neuen Jura-Generation zahlreiche freie Stellen zur Verfügung.

Wie oben erwähnt gehören beim CHE-Hochschulranking 2010 die Europa Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) und die private Bucerius Law School in Hamburg zu den Spitzenreitern in den Rechtswissenschaften.

Platz 7

Frauen: Biologie 

Endlich ein naturwissenschaftlicher Studiengang in den Top 10 der Frauen und somit die erste kleine Überraschung. Denn bei den Männern landet die Biologie erst ganze 10 Plätze weiter unten. Im WS 08/09 studierten 27.410 Frauen Biologie.

Wer sich nach dem Bachelor-Abschluss in Biologie geschickt in eine bestimmte Richtung spezialisiert, der wird nach dem Master schnell auf dem Arbeitsmarkt aufgenommen werden. Gute Chancen hat man hier z. B. mit einer Spezialisierung auf ein molekulares Fach wie Genetik, Mikrobiologie oder Biochemie.

2/3 der Master-Absolventen promovieren darüber hinaus, um z. B. Hochschulprofessor werden zu können. Auch in der Forschung und Entwicklung von Großunternehmen ist der Doktortitel oft Voraussetzung.

Biologen finden außerdem Beschäftigungsmöglichkeiten in privaten Forschungseinrichtungen der Wirtschaft wie beispielsweise in der Pharmaindustrie, Medizin oder im Bereich Agrarwissenschaften. 

Die Einstiegsgehälter für Biologen hängen stark vom Beschäftigungsbereich ab. In der Dienstleistungsbranche wie z. B. in Planungsbüros liegt das Einstiegsgehalt bei nur durchschnittlich 24.000 Euro brutto jährlich. In Pharma- und Chemie-Unternehmen wird dagegen zum Teil sogar das Doppelte gezahlt.

Im CHE-Hochschulranking 2010 erreichten im Fach Biologie die Uni Freiburg, die Uni Heidelberg, die Uni Konstanz sowie die private Jacobs Universität Bremen die besten Ergebnisse. Der Lehramtsstudiengang ist an der Uni Bayreuth am ehesten zu empfehlen.

Männer: Wirtschaftswissenschaften

Dem Studiengang Wirtschaftswissenschaften haben sich 08/09 insgesamt 35.061 männliche Studierende verschrieben. Er ist bei Frauen und Männern - wie BWL auf Platz 1 - nahezu gleich beliebt. Bei den Frauen erreichen die Wirtschaftswissenschaften Platz 8. Studiengänge mit wirtschaftswissenschaftlicher Ausrichtung sind also die gemeinsamen Favoriten beider Geschlechter.

Der Studiengang Wirtschaftswissenschaften deckt die Fächer BWL und VWL ab. Wie auch die BWL-Absolventen werden Studierende dieser Fachrichtung zu Generalisten ausgebildet, die vielfältig einsetzbar sind. Diese Flexibilität und die hohen Einstiegsgehälter (vgl. BWL Platz 1) machen das Fach für viele besonders interessant.

(Speziell zum Studiengang Wirtschaftswissenschaften liegen aus dem CHE-Hochschulranking 2010 leider keine Daten vor. Bewertungen gibt es nur für die Unterdisziplinen wie BWL, VWL, Wirtschaftsinformatik etc.)

Platz 8

Frauen: Wirtschaftswissenschaften

Wie erwähnt kann sich auch die weibliche Studentenwelt nicht der Faszination Wirtschaftslehre entziehen. Bei den weiblichen Studierenden landet der Studiengang mit 24.978 Studentinnen auf Platz 8.

Männer: Medizin

Die Medizin hat es bei den Männern mit 26.546 Studenten im WS 08/09 noch auf Platz 8 der Hitliste geschafft. Der Studiengang ist also ebenfalls ein Favorit beider Geschlechter, auch wenn insgesamt mehr Frauen (44.259) das Studium aufnehmen.

Platz 9

Frauen: Psychologie


Psychologie erreicht bei den weiblichen Studierenden den 9. Platz. Im WS 08/09 haben sich 24.928 Studentinnen mit der menschlichen Psyche auseinandergesetzt. Auf den ersten Blick erfüllt das Fach auch das Klischee eines typischen Frauen-Studiengangs. Allerdings stützt sich das Studium, entgegen mancher Meinung, auf Theorien, Methoden und einen großen Anteil Naturwissenschaft. Mathe und Statistik sind feste Bestandteile und analytisches Denken Grundvoraussetzung.

Über die Hälfte aller Psychologen arbeitet nach dem Studium im Gesundheitswesen: in Kliniken, Pflegeheimen oder in der eigenen Praxis. Auch in sozialen Einrichtungen wie Jugendberatungsstellen, in Forschungseinrichtungen oder Bildungseinrichtungen wie Schulen sind Psychologen gefragt.

Das durchschnittliche Einstiegsgehalt für Psychologen liegt, je nach Bereich, bei ca. 33.000 bis 38.000 Euro brutto im Jahr.

Das CHE-Hochschulranking 2010 vergibt im Bereich Psychologie Bestnoten an die Uni Marburg und die TU Dresden.

Männer: Wirtschaftsinformatik

Die Wirtschaftsinformatik erreicht mit 23.661 männlichen Studierenden den 9 Platz der Top 10. Der Studiengang kombiniert zwei Favoriten männlicher Studenten: die Wirtschaftswissenschaften und die Informatik. Deshalb ist er ebenso attraktiv. Das sehen auch die Unternehmen so. Fachkräfte mit Kenntnissen in beiden Disziplinen werden gerne hinzugezogen, wenn zur Verbesserung der Abläufe in Produktion und Management IT-Systeme eingeführt werden.

Wirtschaftsinformatiker verdienen als Anfangsgehalt etwa 35.000 bis 40.000 Euro brutto jährlich. 93% stiegen 07/08 direkt in den Beruf ein.

Für das Fach Wirtschaftsinformatik erhält im CHE-Hochschulranking 2010 die Bestplatzierung die Universität Münster.

Platz 10

Frauen: Mathematik

Jetzt kommen wir zum Überraschungskandidaten in den Top 10 der Frauen. Mathematik studierten im WS 08/09 ganze 23.120 weibliche Studierende - bei den Männern taucht der Studiengang in den Top 10 hingegen gar nicht auf. Das Klischee, die meisten Mathematiker seien Männer, bestätigt sich hier also gar nicht. Auch Einzelgänger sind in dem Studium fehl am Platz, Teamarbeit wird großgeschrieben. Mathematiker müssen logisch und strukturiert denken können sowie die Fähigkeit zur Abstraktion besitzen.

Mathematiker arbeiten in der IT-Branche im Bereich Software-Entwicklung oder auch bei Banken und Versicherungen im Risikomanagement. In großen Unternehmen finden sie außerdem Arbeit in den Finanzabteilungen oder der Erforschung neuer Technologien. Auch als Lehrer sind Mathematiker gefragt.

Das durchschnittliche Einstiegsgehalt von Mathematikern in Unternehmen liegt bei etwa 39.000 Euro brutto jährlich - das macht das Studium für viele noch attraktiver.

Unter den besten Unis für ein Mathematik-Studium auf Bachelor liegen laut CHE-Hochschulranking 2010 die Uni Magdeburg oder die HU Berlin. Beim Lehramtsstudiengang schneidet die Uni Oldenburg am besten ab.

Männer: Physik

Platz 10 der männlichen Hitliste belegt - endlich wieder - eine Naturwissenschaft. Das Fach Physik stand im WS 08/09 im Fokus der Aufmerksamkeit von 23.259 Studenten. Ein Physik-Studium erfordert ein hohes Maß an Disziplin und mathematischem Verständnis. Wer nicht am Ball bleibt, verliert schnell den Anschluss. Etwa 50% der Studenten brechen ihr Studium vor ihrem Abschluss ab - etwa 30% davon in den ersten beiden Semestern. Doch Durchhaltevermögen lohnt sich. Physiker gelten als Generalisten der Naturwissenschaften und haben gute Karrierechancen. Viele Physiker promovieren, um ihr Einsatzgebiet zu erweitern.

Ein Großteil der Physiker ist in der Industrie, an Hochschulen und in der Forschung beschäftigt. Viele Physiker arbeiten in Unternehmen im Bereich Technologie-Entwicklung, in IT-Firmen oder auch als Berater in Unternehmensberatungen, Banken und Versicherungen. Im Marketing und Controlling findet man ebenfalls Physikabsolventen.

Das Einstiegsgehalt von Physikern beläuft sich auf ca. 40.000 bis 55.000 Euro brutto jährlich. Abhängig ist dies besonders von der Branche und dem absolvierten Abschluss.

Das CHE-Hochschulranking 2010 empfiehlt zukünftigen Physikstudenten die TU Dortmund als beste Hochschule.

Der Weg zum Wunschstudium

Vielleicht ist bereits ein Studiengang für euch dabei gewesen. Doch das Studienangebot in Deutschland bietet noch viele weitere interessante und auch außergewöhnliche Studiengänge an, die vielleicht genau die richtigen für euren Karriereweg sind.

Diejenigen, die sich unsicher sind, welcher der richtige Studiengang ist oder die von dem riesigen Studienangebot an Deutschlands Unis überfordert sind, finden auf Studieren-im-Netz.org eine Reihe hilfreicher Tipps zur Studienwahl. Zunächst macht es Sinn, sich Hilfe bei einer Berufsberatung zu suchen. Eine solche Beratung bietet z.B. die Agentur für Arbeit an. Hier sollte man jedoch bereits grobe Berufsvorstellungen im Kopf haben. Wer nicht genau weiß, was für ein Fach einem überhaupt am besten liegt, der sollte erst einmal seine Interessen und Neigungen genauer erforschen. Unsere Checkliste zur Berufsfindung bietet dazu viele Anregungen.

Soll es nun ein Fernstudium, ein Präsenzstudium oder ein Duales Studium sein? Die vielfältigen Studienmöglichkeiten werden im Bereich Studienwahl detailliert erläutert und helfen euch bei der Wahl des richtigen Studiums.

Auch der richtige Studienort will überegt sein. Im Bereich Hochschulwahl klären wir euch auf über die Unterschiede von Unis, Fachhochschulen, Privaten Hochschulen oder Akademien.


Diese Themen könnten Sie auch interessieren