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Studieren ohne Abitur

Welche Möglichkeiten gibt es für das Studieren ohne Abitur?

Beruflich Qualifizierte, die keine Hochschulreife haben und dennoch gerne studieren würden, können aufatmen: (Fach-) Hochschulen aller 16 Bundesländer gewähren die Möglichkeit, ohne Abitur zu studieren. Die Kandidaten müssen lediglich bei der Studienwahl Einbußen hinnehmen.

Wer kann ohne Abitur studieren?

Lange Zeit war Studieren ohne Abitur nur besonders begabten Künstlern vorbehalten. Seit 1998 heißt es: Auch beruflich Qualifizierte können ohne Abi studieren. Allerdings gibt es Einschränkungen bei der Wahl des Studienganges. Was man ohne Abitur studieren kann, entscheidet die vorangehende berufliche Qualifikation.

Die Voraussetzungen fürs Studieren ohne Abitur variieren von Land zu Land. Von folgenden Zulassungskriterien kann aber ausgegangen werden:

  • Abgeschlossene Berufsausbildung
  • mehrjährige einschlägige Berufspraxis bzw. qualifizierte Weiterbildung (z.B. zum/zur Meister/in, Techniker/in, Fachwirt/in, Fachkraft aus dem Erziehungs- und Pflegebereich)

Zusätzliche Kriterien einiger Bundesländer sind:

 

  • Mindestalter (meist 24 Jahre)
  • Mindestnoten bei den vorangegangenen Berufs- oder Fortbildungsabschlüssen
  • Hauptwohnsitz bzw. gewöhnlicher Aufenthaltsort im jeweiligen Bundesland
  • Mittlerer Bildungsabschluss
  • Nachweis der Prüfungsvorbereitung

Die Zulassung zum Studieren ohne Abitur

Selbst wenn die oben genannten Voraussetzungen erfüllt sind, reicht es in vielen Fällen für einen direkten Zugang zur Hochschule nicht aus. Notwendig für das Studieren ohne Abitur ist eine fachbezogene Eignung, die auf folgende Art ermittelt werden kann:

Zugangsprüfungen für das Studieren ohne Abitur

Die Mehrzahl der Bundesländer (alle bis auf Berlin und Bayern) sieht eine Zugangsprüfung für das Studieren ohne Abi vor. Diese besteht meist aus einem schriftlichen sowie mündlichen Teil. Der Inhalt der Prüfung umfasst „Fragen zur Allgemeinbildung ebenso wie fachspezifische Fragen aus dem gewählten Studiengang.“

Probestudium:

Manche Bundesländer bieten die Möglichkeit des Studiums auf Probe an. Es dauert zwischen zwei und vier Semestern. In dieser Zeit muss der Kandidat seine Qualifikation und Eignung unter Beweis stellen. Die Auswahl der Studienfächer ist nicht frei. Ein Studium auf Probe ist nur in solchen Studienfächern möglich, in denen zuvor auf beruflichem Wege Vorkenntnisse erworben wurden.

Direktzugang/Eignungsgespräch

Lediglich fünf Bundesländer (Bremen, Hessen, Niedersachen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt) ermöglichen einen direkten Zugang zu ihren (Fach-)Hochschulen. Oftmals finden jedoch Eignungs- bzw. Beratungsgespräche statt.

Meisterstudium

Zunehmend bieten die (Fach-)Hochschulen das sogenannte Meisterstudium an, so dass man ohne Abitur studieren kann. Es erfreut sich immer größerer Beliebtheit.
Das Meisterstudium richtet sich an Personen mit abgeschlossener Meisterprüfung, in vielen Fällen auch an Techniker und Fachwirte. Das Zulassungsverfahren verläuft je nach Bundesland unterschiedlich. Während in Hessen, Niedersachen, Sachen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen ein direkter Zugang zum Studium möglich, verlangt Hamburg ein dem Studium vorangehendes Beratungsgespräch. Bayern und Thüringen wiederum gewähren den Weg zum Studium über ein Probestudium.
Auch beim Meisterstudium ist die Wahl des Studienganges abhängig von der im Beruf erworbenen Vorbildung. Zusätzlich zur erfolgreich abgelegten Meisterprüfung verlangen manche Bundesländer eine abgeschlossene Berufsausbildung und mehrjährige Berufserfahrung.

Übersicht: Studieren ohne Abitur

Hochschulzugang für Bewerber ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung (Universität, Fachhochschule (FH), Berufsakademie (BA))

Bundesland Zugangsprüfung Probestudium Beratungs-/ Eignungsgespräch Direktzugang
Baden-Württemberg FH/ Uni/ BA
FH/ Uni/ BA
Bayern FH
Berlin
FH/ Uni
Brandenburg FH/ Uni FH/ Uni
Bremen FH/ Uni FH/ Uni FH/ Uni/ Kontaktstudium
Hamburg FH/ Uni FH/ Uni
Hessen FH/ Uni/ BA FH/ Uni/ BA
Mecklenburg-Vorpommern FH/ Uni
Niedersachsen FH/ Uni/ BA FH/ Uni/ BA
Nordrhein-Westfalen FH/ Uni FH
Rheinland-Pfalz Uni FH/ Uni
Saarland FH/ Uni/ BA FH/ Uni/ BA
Sachsen FH/ Uni/ BA
Sachsen-Anhalt FH/ Uni FH
Schleswig-Holstein
FH FH/ Uni FH/ Uni/ BA
Thüringen FH/ Uni FH/ Uni

Quelle: www.infobub.arbeitsagentur.de

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