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Arzt werden

Wie werde ich eigentlich Arzt?

Um Arzt zu werden, benötigst Du in Deutschland das 2. Staatsexamen. Dieses erwirbst Du am Ende Deines 12-semestrigen Medizin Studiums. Nach dem Staatsexamen promovierst Du in der Regel und absolvierst eine 4- bis 6-jährige Facharzt Weiterbildung.

Warum Arzt werden?

Buchtipp

55 Gründe, Arzt zu werden

Das Buch „55 Gründe Arzt zu werden“ zeigt Dir auf lustige Weise, welche Möglichkeiten Du mit einem Medizin Studium hast.

Es gibt viele gute Gründe, um Arzt zu werden. Zunächst einmal verspricht Dir der Beruf des Arztes sehr gute Karriere- und Gehaltsaussichten. Als Arzt verdienst Du ein Gehalt von durchschnittlich 5.500 € netto im Monat. Darüber hinaus hat kaum ein anderer Beruf in Deutschland ein vergleichbares Ansehen. Viele junge Menschen möchten aber auch einfach Arzt werden, um anderen helfen zu können.

Medizin studieren und Arzt werden

Der Zugang zum Arztberuf ist durch die Approbationsordnung für Ärzte (ÄAppO) bundeseinheitlich geregelt und erfolgt über ein Medizin Studium. Das Medizin Studium umfasst 12 Semester und ist damit einer der Studiengänge mit der längsten Studiendauer in Deutschland. Am Ende des Studiums erwirbst Du das 2. Staatsexamen. In Deutschland kannst Du nur mit Staatsexamen Arzt werden. Der Bachelor oder Master qualifizieren nicht für den Arztberuf.

Zulassungsvoraussetzungen

Nicht jeder, der Arzt werden will, kann einen der begehrten Studienplätze in Medizin ergattern. Rund 43.000 Bewerber kommen jedes Jahr auf nur 9.000 Studienplätze. Aufgrund dieses Unterangebotes ist das Medizin Studium durch einen Numerus clausus (NC) zulassungsbeschränkt. Möchtest Du Medizin studieren und Arzt werden, musst Du Dich daher zunächst bei der Stiftung für Hochschulzulassung (SfH) über hochschulstart.de um einen der Studienplätze bewerben. Diese vergibt die Studienplätze nach folgender Reglung:

  • 20% der Plätze erhalten die Bewerber mit dem besten Abiturdurchschnitt
  • 20% der Plätze erhalten die Bewerber mit der längsten Wartezeit
  • 60% der Plätze können die Hochschulen entsprechend ihren internen Auswahlverfahren vergeben

Auch bei den 60 % der Plätze, die im hochschulinternen Auswahlverfahren (AdH) vergeben werden, spielt Deine Abiturnote meist die entscheidende Rolle. Möchtest Du Arzt werden, musst Du daher nicht nur die Hochschulreife, sondern auch einen überdurchschnittlichen Abiturschnitt mitbringen oder eine längere Wartezeit einrechnen. Viele Studieninteressierte, die Arzt werden wollen, weichen ins Ausland aus. In den Niederlanden, Belgien und England erfolgt die Vergabe von Studienplätzen im Medizin Studium unabhängig von Deinem Abiturschnitt. Du musst allerdings einen Aufnahmetest bestehen.

Mehr zum NC und zu den allgemeinen Zulassungsvoraussetzungen zum Studium erfährst Du auf den Seiten Studienplatzvergabe und Studienvoraussetzungen.

Studienverlauf und Studieninhalte

Das Medizin Studium ist durch die Approbationsordnung für Ärzte (ÄAppO) bundeseinheitlich geregelt. Es unterteilt sich in die Abschnitte:

  • Vorklinischer Teil (1. bis 4. Semester), an dessen Ende das 1. Staatsexamen („Physikum“) steht. In diesem Teil erlernst Du die Grundlagen der Medizin. Du absolvierst Lehrveranstaltungen in den Bereichen Biologie, Chemie, Anatomie und Psychologie. Darüber hinaus gehört auch ein 3-monatiges Pflegepraktikum, die sogenannte Famulatur, zum vorklinischen Teil.
  • Klinischer Teil (5.-10. Semester): Im klinischen Teil stehen die verschiedenen medizinischen Fachrichtungen, wie Chirurgie, Innere Medizin oder Pathologie, auf dem Lehrplan. Aber auch Querschnittsbereiche wie Medizinische Informatik, Pharmakologie und Umweltmedizin gehören zu den Lehrinhalten.

Nach dem klinischen Teil folgt im 11. und 12. Semester das 48 Wochen umfassende „Praktische Jahr“. Nach diesem kannst Du das 2. Staatsexamen („Hammerexamen“) ablegen. Das 2. Staatsexamen berechtigt Dich dazu, die staatliche Zulassung (Approbation) zur Berufsausübung als Arzt zu beantragen.

Studienmöglichkeiten

Wer in Deutschland Arzt werden will, der muss ein Medizin Studium an einer Universität absolvieren. Fachhochschulen bieten zwar medizinische Studiengänge wie molekulare Medizin an, mit einem Abschluss in diesen Studiengängen kannst Du allerdings kein Arzt werden. Auch ein Fernstudium ist nicht möglich. Dafür gehört das Medizin Studium zum Studienangebot der meisten Universitäten in Deutschland. Du hast beim Studienort also eine große Auswahl. Die folgende Tabelle zeigt Dir beliebte Medizin Studiengänge:

Abschluss

Das Medizin Studium gehört zu den wenigen Studiengängen in Deutschland, in denen (noch) keine Umstellung auf das Bachelor-Master-System erfolgt ist. Möchtest Du Arzt werden, benötigst Du nach wie vor das 2. Staatsexamen. Dieses kannst Du nur am Ende des 12-semestrigen Medizin Studiums ablegen. Das 2. Staatsexamen besteht aus einem mündlichen und einem schriftlichen Teil. Im mündlichen Teil wirst Du in den Bereichen Innere Medizin, Chirurgie und einem Wahlfach geprüft. Der schriftliche Teil besteht aus 320 Fragen, die Du an 3 Tagen in je 5 Stunden beantworten musst.

Nach dem Medizin Studium?

Nach dem Studium schließen die meisten Mediziner noch eine Promotion an. Die Promotion ist nicht zwingend erforderlich, um Arzt zu werden. Ohne Promotion darfst Du aber den Beisatz Doktor nicht führen. Anders als in anderen Studiengängen kannst Du in Medizin bereits während des Studiums mit Deiner Doktorarbeit anfangen. Der Umfang der medizinischen Doktorarbeit entspricht eher einer Bachelorarbeit. Mediziner promovieren daher auch nicht – wie in anderen Studiengängen üblich – mehrere Jahre, sondern nur einige Monate.

Welche Aufgaben übernehme ich als Arzt?

Die Aufgaben eines Arztes umfassen:

  • Patienten untersuchen
  • Krankheiten diagnostizieren
  • Befunde erheben
  • medizinische Behandlungen durchführen
  • Vorsorgeuntersuchungen durchführen
  • Therapiemaßnahmen festlegen
  • Diagnosen und Behandlungsabläufe dokumentieren

Als Arzt bieten sich Dir vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten. Bei diesen Arbeitsorten kannst Du als Arzt tätig werden:  

  • Krankenhäuser
  • Praxen
  • Kliniken
  • Medizinische Labore
  • Rehabilitationszentren
  • Forschung
  • Gesundheitsämter
  • Ärztekammern
  • Krankenversicherungen
  • Medizinische Lehre

Wie erfolgt der Berufseinstieg?

Mit dem Studium ist Deine Ausbildung zum Arzt in der Regel noch nicht abgeschlossen. Wer in Deutschland praktizierender Arzt werden möchte, muss eine Facharzt Weiterbildung absolvieren. In dieser 4- bis 6-jährigen Weiterbildung spezialisierst Du Dich auf ein medizinisches Fachgebiet, wie Orthopädie oder Radiologie. Die Weiterbildung absolvierst Du als Assistenzarzt unter Aufsicht eines leitenden Arztes in einer von der Landesärztekammer anerkannten Weiterbildungsstätte (zum Beispiel Klinik oder Praxis). Am Ende der Weiterbildung legst Du eine Facharztprüfung ab. Mit deren Bestehen erhältst Du die Berechtigung, Dich als Vertragsarzt niederzulassen oder in medizinischen Einrichtungen tätig zu sein. Absolvierst Du keine Facharzt Weiterbildung, bleibst Du Arzt in Ausbildung.  

Welche Karriereaussichten habe ich?

Der Beruf des Arztes bietet allerbeste Karriereaussichten. In vielen Bereichen fehlt es heute schon an Fachpersonal. Nach Deiner medizinischen Ausbildung kannst Du in einer Klinik oder einem Krankenhaus arbeiten und hier bis zum Ober- oder sogar Chefarzt aufsteigen. Daneben hast Du auch die Möglichkeit, eine eigene Praxis zu eröffnen und selbstständig zu arbeiten. Gerade in ländlichen Gebieten mangelt es an niedergelassenen Ärzten. Darüber hinaus steht Dir eine Karriere in der medizinischen Forschung offen. Anstellung findest Du aber auch in der Gesundheitsverwaltung, beispielsweise bei Versicherungen. Arbeitslosigkeit ist für Ärzte die absolute Ausnahme. Viele Ärzte bezahlen diese hervorragenden Karriereaussichten allerdings mit einer sehr hohen Arbeitsbelastung. Wenig Freizeit und lange Arbeitszeiten, inklusive Nachtschichten und Bereitschaftsdienst, sind für viele Ärzte normal.

Die Bundesregierung wirbt um Landärzte

Welches Gehalt verdiene ich?

Das sehr attraktive Gehalt spielt oft eine zentrale Rolle für den Wunsch, Arzt zu werden. Mit durchschnittlich 5.500 € netto im Monat gehören die Ärzte zu den Spitzenverdienern in Deutschland. Bereits beim Berufseinstieg kannst Du mit einem stattlichen Gehalt von durchschnittlich 3.750 € brutto im Monat rechnen. Im Laufe Deines Berufslebens kann Dein Bruttogehalt schnell auf über 10.000 € im Monat ansteigen. Neben Deiner Berufserfahrung hängt Dein Gehalt als Arzt allerdings entscheidend von dem Fachgebiet ab, auf das Du Dich spezialisierst. Während Radiologen beispielsweise Spitzenverdienste von bis zu 19.000 € brutto monatlich einfahren können, müssen sich niedergelassene Allgemeinmediziner im Schnitt mit 5.000 € brutto im Monat zufriedengeben.

Die folgende Tabelle gibt Dir eine Übersicht über das Gehalt von Ärzten auf verschiedenen Karrierestufen:

Karrierestufe

Ø Gehalt*

Berufseinsteiger

3.750 €

Facharzt im Krankenhaus

6.800 €

Oberarzt

11.100 €

Chefarzt unter 40

14.100 €

Chefarzt zwischen 55 und 60 Jahren

21.700 €

*) in brutto / monatlich

Arzt werden – Alternativen zum Medizin Studium

Wenn Du Arzt werden willst, gibt es zu einem Medizin Studium an einer Universität keinen alternativen Ausbildungsweg. Qualifizierst Du Dich nicht für ein Medizin Studium an einer Universität, gibt es allerdings einige andere interessante Möglichkeiten für eine Tätigkeit im medizinischen Bereich.

Die Hochschulen in Deutschland bieten mittlerweile eine breite Vielfalt an medizinischen Studiengängen jenseits des klassischen Medizin Studiums an. An der Universität Stuttgart kannst Du beispielsweise einen Bachelor in Medizintechnik erwerben. Die Rheinische Fachhochschule Köln bietet einen Studiengang in Medizinökonomie und die Fachhochschule Furtwangen einen Studiengang in molekularer Medizin an. Diese Studiengänge ermöglich Dir zwar nicht, praktizierender Arzt zu werden, sie qualifizieren Dich aber zum Teil für eine Tätigkeit in der medizinischen Forschung.

Medizinische Studiengänge finden sich besonders häufig an Fachhochschulen. Das bietet Dir den Vorteil, dass für ein Studium auch die Fachhochschulreife ausreicht. An der Apollon Hochschule der Gesundheitswirtschaft kannst Du sogar zahlreiche Studiengänge aus dem medizinischen Bereich, wie Gesundheitsökonomie oder -technologie, als (berufsbegleitendes) Fernstudium absolvieren.

Neben diversen Studienmöglichkeiten steht Dir auch eine Berufsausbildung im medizinischen Bereich offen. Infrage kommt unter anderem eine Ausbildung zum Krankenpfleger, zum medizinisch-technischen Assistenten oder zum Rettungsassistenten. Diese Ausbildungen eignen sich auch hervorragend zur Überbrückung von Wartesemestern und bereiten Dich gleichzeitig auf das Medizin Studium vor. Du kannst dann nach der Ausbildung immer noch Arzt werden. Eine abgeschlossene Ausbildung sowie Berufserfahrung in einem fachverwandten Bereich können Dir auch ohne Abitur den Weg ins Medizin Studium ebnen.

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