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Praktikum

Wie wichtig ist ein Praktikum? Was gibt es zu beachten?

Ein Praktikum dient in erster Linie dazu, Berufserfahrung zu sammeln und seine eigenen Fähigkeiten im Arbeitsleben zu erproben. Darüberhinaus kann der Praktikant nützliche Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern knüpfen.

Übersicht

Das Praktikum zählt mittlerweile als normaler Bestandteil der Aus- und Weiterbildung. Egal ob in der Schule, während oder nach dem Studium: Das Geschäft mit den arbeitswilligen Schülern und Studenten boomt. Gerade im Studium sind Praktika in vielen Studiengängen verpflichtend. Unternehmen machen sich die Bereitschaft der Wissensdurstigen jedoch häufig zunutze und beschäftigen sie häufig als normale Arbeitskraft, ohne eine angemessene Entlohnung. Welche Arten von Praktika es gibt, wo man seriöse Angebote findet und was es zu beachten gilt, erfährst du hier!

Welche Arten von Praktika gibt es?

1. Das schulische Betriebspraktikum

In vielen Bundesländern ist ein Praktikum für Schüler in der 9. oder 10. Klasse Pflicht. Das meist zwei- bis dreiwöchige Praktikum soll den Schülern einen ersten Einblick in die Arbeitswelt geben und ihnen bei der Berufswahl helfen. Wo die Schüler ihr Betriebspraktikum absolvieren, ist ihnen frei überlassen. Während der schulfreien Zeit müssen die Praktikanten eine Praktikumsmappe erstellen, in der sie ihre Tätigkeitsfelder im Betrieb näher beschreiben. Außerdem steht den Schülern ein Betreuungslehrer zur Seite, der sie im Praktikumsbetrieb besucht und mögliche Schwierigkeiten zwischen Arbeitgeber und Praktikant aus dem Weg räumt.

2. Vorpraktikum

Diese Art von Praktikum wird immer häufiger von den Hochschulen genutzt, um Studieninteressierten schon vor Aufnahme des Studiums einen Einblick in die jeweilige Branche zu gewähren. Mögliche Fehleinschätzungen der Schulabgänger können im Vorpraktikum erkannt werden, so dass die Gefahr der falschen Studienwahl minimiert wird. Die Praktikumsdauer soll in der Regel mindestens sechs Wochen betragen und bestimmte Praxiskenntnisse vermitteln.

Die zu bewältigenden Aufgabenbereiche werden vorab genau bestimmt und müssen auch im Praktikumszeugnis wieder auftauchen, damit das Vorpraktikum als Zugangsvoraussetzung anerkannt werden kann. Bei der Suche nach dem richtigen Praktikum sind die Studieninteressierten meist auf sich gestellt.

3. Studienbegleitendes Praktikum

Ein studienbegleitendes Praktikum ist freiwillig und soll dem Studenten schon während seiner Ausbildung umfangreiche Praxiserfahrung vermitteln. Viele Studiengänge sind sehr theorielastig und die Studienordnungen sehen kein Praxissemester vor. In dem Fall müssen die Studenten diesen fehlenden Praxisbezug selbst ausgleichen. Praxiserfahrung durch ein oder mehrere Praktika erhöht zudem die Berufschancen nach dem abgeschlossenen Studium. Da das Praktikum neben dem Studium absolviert wird, findet es meist in der vorlesungsfreien Zeit statt. Die Art und Dauer der Tätigkeit richtet sich ganz nach den Vorstellungen des Praktikanten bzw. nach den Richtlinien des Arbeitgebers. Um intensive Erfahrungen sammeln zu können, bietet sich ein Praktikum von mindesten 2 Monaten an. Studierende haben zudem die Möglichkeit, für ein längeres Praktikum ein Urlaubssemester zu beantragen.

4. Auslandspraktikum

Ein im Ausland absolviertes Praktikum ist im Lebenslauf immer gern gesehen. Ein Auslandspraktikum bietet die idealen Möglichkeiten, seine Sprachkenntnisse zu verbessern. Darüberhinaus demonstriert ein Arbeitsaufenthalt im Ausland auch interkulturelle Kompetenz, Weltoffenheit und Flexibilität. Natürlich können potenzielle Arbeitgeber dadurch beeindruckt werden. Die Studienordnung international ausgerichteter Studiengänge sieht ein Auslandspraktikum vor; meist absolvieren Studenten dieses aber auf freiwilliger Basis.

5. Praxissemester / Pflichtpraktikum

Zum Ende der Ausbildung steht für viele Studenten das sogenannte Praxissemester auf dem Plan. Dieses erstreckt sich meist auf 5 bis 6 Monate und soll dem Studierenden ermöglichen, sein gelerntes Wissen in der Praxis anwenden zu können. Für die Studenten ergibt sich hierbei die Chance, sich im Betrieb zu beweisen und somit die Option auf einen späteren Arbeitsplatz auszubauen.


Welches ist das richtige Praktikum für mich?

Vor der Suche solltet ihr euch zunächst darüber im Klaren sein, was euch das Praktikum bringen soll. Gerade im Hinblick auf den eigenen Werdegang sollte vermieden werden, ein Praktikum nach dem anderen in immer unterschiedlichen Bereichen zu absolvieren. Personalchefs sehen lieber die gezielte Entwicklung in einem bestimmten oder in ähnlichen Berufsfeldern. Wenn Ihr noch keine Vorkenntnisse habt, bietet es sich an, zunächst in einer kleinen Firma zu arbeiten und alle Bereiche kennenzulernen und sich später in einem größeren Unternehmen auf bestimmte Tätigkeiten zu spezialisieren. Ihr solltet euch im Vorfeld also fragen: Wie sieht meine berufliche Perspektive aus? Welche Arbeit könnte mir Spaß machen? Kommt auch ein Praktikum in einer anderen Stadt für mich in Frage?

Wo finde ich ein geeignetes Praktikum?

Gerade in namenhaften, großen Unternehmen sind Praktikumsplätze meist sehr begehrt und schwer zu ergattern. Erstes Gebot ist also, sich frühzeitig um die Praktikumssuche zu kümmern. In vielen Firmen gibt es lange Wartezeiten, teilweise bis zu einem Jahr. Warten kann sich jedoch lohnen: Gerade in großen Unternehmen bilden Praktikantenprogramme sogenannte Talentpools, aus denen die Unternehmen Praktikanten längerfristig binden.

Beratungsmöglichkeiten finden sich oft an der Hochschule.  Professoren und Dozenten kennen sich in der Branche aus, pflegen Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern und wissen, worauf es ankommt.

Wenn ihr euch selbstständig auf die Suche nach einem geeigneten Praktikum machen möchtet,  findet ihr in den gängigen Online-Jobbörsen eine Vielzahl an Prakitka in allen möglichen Branchen. Hilfreich sind folgende, speziell auf Praktika ausgerichtete Börsen: praktika.de, prabo.de oder praktikum.info.

Bewerbung und Vorstellungsgespräch

Ist ein interessantes Praktikum gefunden, müsst ihr eine gute Bewerbung anfertigen. Konntet ihr damit überzeugen, wartet in der Regel ein Vorstellungsgespräch auf euch. Hier hat das Unternehmen die Möglichkeit, euch näher kennenzulernen und eure Eignung für die vakante Stelle zu überprüfen. Auf der anderen Seite habt ihr natürlich auch Gelegenheit, nähere Informationen zum Praktikum in Erfahrung zu bringen.
Ausführliche Informationen zu ansprechenden und überzeugenden Bewerbungen.
Hilfreiche Tipps und Tricks für erfolgreiche Vorstellungsgespräche.

Praktikantenvertrag

Ein Vertrag zwischen Praktikant und dem jeweiligen Betrieb ist in jedem Fall ratsam. Zum einen sind dort die regelmäßigen Arbeitszeiten, der Urlaubsanspruch sowie das Gehalt geregelt. Zum anderen werden dort auch die einzelnen Aufgabenfelder aufgeführt, die euch während dem Praktikum erwarten. Ihr solltet darauf achten, dass folgende Punkte im Vertrag aufgeführt sind:

  • Name und Anschrift beider Vertragsparteien
  • Dauer und Ort des Praktikumsverhältnisses
  • Beschreibung des Praktikums
  • Vergütung
  • Arbeitszeiten
  • Urlaubsanspruch
  • Kündigungsfristen
  • Betriebs- oder Dienstvereinbarungen

Rechtliche Grundlagen

Es gibt in Deutschland kein Praktikantengesetz. Es ist also durchaus möglich, dass ihr für ein Praktikum keine Vergütung erhaltet. Obwohl der Ausbildungs- und Lernzweck im Vordergrund steht, ist eine angemessene Vergütung dennoch angebracht. In der Regel erhalten Praktikanten, die während dem Studium ein Praktikum absolvieren, rund 300 Euro monatlich. Dennoch ergab eine Studie der DGB Jugend aus 2007, dass die Hälfte der Praktikanten nach dem Hochschulabschluss keine Vergütung erhalten hat. Gerade als Absolvent solltet ihr solchen Praktika aus dem Weg gehen, da die Praktikantenvergütung zumindest den Lebensunterhalt absichern sollte. 

Welche konkreten Rechte und Pflichten Praktikanten haben, richtet sich nach der Art des Praktikums:

Pflichtpraktikum während dem Studium:

Ein solches Praktikum wird als Teil der Ausbildung behandelt und ist kein normales Arbeitsverhältnis. Wird  ein Arbeitsentgelt gezahlt, müssen daraus keine Sozialversicherungsbeiträge entrichtet werden. Ihr solltest jedoch beachten, dass bei einem Einkommen von über 350 Euro pro Monat die kostenlose Versicherung in der Familienversicherung bei gesetzlichen Krankenkassen wegfallen kann. Ihr habt in der Regel bei Pflichtpraktika während dem Studium keinen Anspruch auf Urlaub, bei einer Praktikumsdauer von mehr als drei Monaten, kann dies jedoch mit dem Arbeitgeber vereinbart werden. Dies gilt auch für die Weiterzahlung des Lohns im Krankheitsfall.

Pflichtpraktikum vor und nach dem Studium:

Da ein solches Praktikum als normales Arbeitsverhältnis gilt, müssen bei einer Gehaltszahlung ebenfalls Beiträge in die Sozialversicherungszweige eingezahlt werden. Auch hier kann bei einem Einkommen von über 350 Euro pro Monat die kostenlose Familienversicherung in gesetzlichen Krankenkassen wegfallen. Der Praktikant hat ebenfalls Anspruch auf Urlaub und auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall bzw. während des Urlaubs.

 Freiwilliges Praktikum während des Studiums:

Hier besteht ebenfalls ein normales Arbeitsverhältnis. Bei einer Gehaltszahlung müssen Rentenversicherungsbeiträge gezahlt werden. Die kostenlose Familienversicherung kann bei Einkünften über 400 Euro pro Monat auch hier wegfallen. Dauert das Praktikum über 2 Monate bei mehr als 20 Stunden pro Woche während der Vorlesungszeit, müssen ebenfalls Beiträge in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung entrichtet werden. Bei einem freiwilligen Praktikum habt ihr Anspruch auf Urlaub sowie auf Lohnfortzahlung im Urlaubs- oder Krankheitsfall.

Freiwilliges Praktikum vor und nach dem Studium:

Ein solches Praktikum gilt auch als normales Beschäftigungsverhältnis. Wird ein Entgelt gezahlt, müssen Beträge in alle Sozialversicherungszweige gezahlt werden. Auch hier kann, bei einem Einkommen von mehr als 400 Euro pro Monat, jedoch die kostenlose Familienversicherung in gesetzlichen Krankenkassen wegfallen. Du hast ebenfalls Anspruch auf Urlaub sowie Lohnfortzahlungen bei Krankheit oder Urlaub.

Wie verhalte ich mich als Praktikant: Ein Praktikanten-Knigge

Primäres Ziel des Praktikums ist, sich ein umfassendes Bild von der Firma und vom Aufgabenfeld des jeweiligen Berufs anzueignen. Wichtig ist, Fragen zu stellen, vor allem, wenn bestimmte Vorgänge nicht klar sein sollten. Meist wird dem Praktikanten eine bestimmte Person als Betreuer zur Seite gestellt, der die zentrale Anlaufstelle sein wird. Es ist immer gut, den Betreuer ständig über den Stand der Aufgaben und übertragenen Projekte auf dem Laufenden zu halten. Fügt euch in den Kollegenkreis ein und habt Verständnis dafür, durchaus auch mal Routineaufgaben übernehmen zu müssen. Es wirkt ebenfalls sehr positiv, aktiv auf den Betreuer oder andere Mitarbeiter zuzugehen, um nach Arbeit zu fragen. Pünktlichkeit und eine zuverlässige Arbeitsweise sind ebenfalls wichtige Eigenschaften, auf die der Betreuer oder Chef achten wird.

Buchtipps zum Thema Praktikum

Generation_praktikumGeneration Praktikum. Mit den richtigen Einstiegsjobs zum Traumberuf, U. Glaubitz, Heyne, 7,95 EUR

Uta Glaubitz beschreibt ausführlich, wie man sich im Rennen um die guten Stellen behauptet und sich von Station zu Station seinen Traumberuf erarbeitet.

 

 

Praktikanten_KniggePraktikumsKnigge - Leitfaden zum Berufseinstieg, Christoph Fasel u.a., Clash Verlag, 9,90 EUR

Das Buch bietet eine erste Orientierung, erklärt die möglichen Hürden und beschreibt, wie aus einem Praktikum ein fester Job werden kann. Aussagekräftige Firmenprofilen und einem umfangreichen Index von qualifizierten Stellenanbietern rudnen den Praktikanten Knigge ab.

Nach dem Praktikum

Ihr habt euch gerade erst eingearbeitet und schon ist das Praktikum auch schon wieder vorbei. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für ein Feedback-Gespräch. Ihr solltet euren Betreuer um eine ehrliche Einschätzung eurer Fähigkeiten und Leistungen bitten. Es empfiehlt sich ebenfalls, falls euch die Arbeit gefallen hat und ihr euch in der Firma und im Team wohlfühlt, eventuelle Einstiegsmöglichkeiten in die Firma anzusprechen. Möglichkeiten wären hier eine freie Mitarbeit, eine Ausbildung oder ein Volontariat. Nicht zuletzt haben sich durch Networking und Kontaktpflege schon so manche Türen geöffnet.

Wissenswertes: Worauf solltest du achten?

Gerade Hochschulabsolventen protestieren regelmäßig für eine angemessene Entlohnung im Praktikum. Aber auch andere Bedingungen stehen in der Kritik. Arbeitgeber nutzen ihre Praktikanten gerne aus, um lästige Arbeiten abzutreten. Damit das Praktikum auch dem Ziel der Weiterbildung entspricht und nicht im Nachhinein als verschwendete Zeit eingestuft wird, solltest du auf folgende Faktoren achten:

  • Du solltest einen Arbeits- bzw. Praktikumsvertrag ausgehändigt bekommen.
  • Dein Praktikum sollte nicht länger als 6 Monate dauern.
  • Wenn du länger als 3 Monate im Praktikum bist, solltest du eine monatliche Vergütung bekommen.
  • Dir sollte jederzeit ein Betreuer zur Seite stehen, der dich in deine Aufgabenfelder einarbeitet und stets für die Beantwortung deiner Fragen zu Verfügung steht.
  • Deine Arbeit sollte aus bereichseigenen Aufgaben bestehen; Kaffeekochen und Kopieren sollten nicht zur Tagesordnung gehören.
  • Überstunden können vorkommen, gelten aber nicht als Normalfall.
  • Schließlich steht dir ein Arbeitszeugnis zu, welches über deine Tätigkeiten im Betrieb aufklärt.

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