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Lebensunterhalt

Studentisches Leben mit steigenden Lebenshaltungskosten vereinbaren

Aktuell berichtet das Statistische Bundesamt von erneut ansteigenden Verbraucherpreisen in Deutschland. Der Verbraucherpreisindex lag im März 2016 bei 0,3 Prozentpunkten. Eine Steigerung der Preise für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke um 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr liegt nicht nur Familien schwer im Magen.


Insbesondere Studenten, die sich gerade erst auf das Berufsleben vorbereiten und nicht auf ein volles Gehalt zurückgreifen können, sind zunehmend mit finanzieller Knappheit konfrontiert. Problematisch wird dies, wenn das zur Verfügung stehende Geld nach der Zahlung aller Fixkosten nicht für Freizeit und Ernährung ausreicht. Um dauerhaft glücklich im Studium zu bleiben, müssen sich Studenten daher sehr intensiv mit ihrer finanziellen Situation auseinandersetzen. Wer nicht vorausschauend plant, gerät sonst nur allzu schnell in eine unangenehme finanzielle Schieflage.

Ausgaben strukturiert planen

Zur finanziellen Gestaltung des studentischen Lebens zählt zweifellos die gründliche Planung aller anfallenden Ausgaben. Nicht nur die fixen Kosten, wie beispielsweise monatliche Raten für ein Auto, Miete und Versicherungen wie die Krankenversicherung, sollten in die Finanzplanung einfließen. Auch variable Kosten, auf deren Höhe Studenten durchaus Einfluss nehmen können, sind ein entscheidender Punkt, der bei der Planung nicht vergessen werden darf.

Es lohnt sich, schon zu Beginn der Studienzeit genau zu notieren, welche Kosten dauerhaft anfallen. Hierzu zählen in den meisten Fällen:

  • Wohnkosten inklusive Nebenkosten
  • Kosten für Versicherungen
  • Kosten für Mobilität
  • Ausgaben für Nahrungsmittel und Getränke
  • Ausgaben für Kommunikation (Smartphone, Internet, Telefon)
  • Studiengebühren
  • bestehende Kreditverpflichtungen

Im besten Fall fassen Studenten diese Kosten in einem Tabellenkalkulationsprogramm am PC zusammen und errechnen die Gesamtsumme der anfallenden Ausgaben. Keinesfalls sollte bei der Kostenaufstellung zu Gunsten des Ergebnisses „geschönt“ werden, da sich das Ignorieren tatsächlicher Geldsummen schon wenige Monate später rächen kann. Lohnenswert kann es auch sein, sich über die Themen Beruf und Geld zu informieren oder die Lebenshaltungskosten der Deutschen im Allgemeinen zu betrachten und diese als Orientierungshilfe für die eigene Kalkulation heranzuziehen. Was die Ausgaben für Nahrungsmittel betrifft, so unterliegen diese selbstverständlich einer gewissen Schwankung. Kaum ein Monat gleicht dem voranstehenden auf den Cent genau. Im besten Fall setzen sich Studenten ein festes Wochenbudget für Einkäufe und verpflichten sich selbst zu dessen Einhaltung.

Sind alle Ausgaben in der Liste zusammengefasst, werden sie den Einnahmen gegenübergestellt. Zu den Einnahmen zählen beispielsweise Geldzuwendungen der Eltern, Einkünfte aus einem Nebenjob und auch BAföG, falls der Student zum Bezug dieser Sonderleistung berechtigt ist. Die so errechneten Einkünfte stehen den Ausgaben gegenüber, indem die Kosten von den Einnahmen abgezogen werden. Bei diesem Schritt ergibt sich im besten Fall ein finanzielles Plus, das für Freizeitaktivitäten und Bekleidung ausgegeben werden kann. Ist jedoch schon nach der Berechnung zu erkennen, dass die Einkünfte nicht zur Deckung der Ausgaben genügen, sollten Studenten sich intensiv mit der Umstrukturierung ihrer finanziellen Situation beschäftigen. Nicht vergessen sollten Betroffene auch, dass mancher Posten auf der Liste dauerhaft teurer werden könnte. Ständig steigende Kosten für Benzin beispielsweise können einer zu knappen Kalkulation schnell die Grundlage nehmen. Andernfalls kann es schon während der Studienzeit zu einer Verschuldung kommen, die das eigene Leben über Jahre hinweg beeinträchtigt.

Geld und Kalkulation

Wohnkonzepte, die weniger kosten

Ergibt sich aus der gründlichen Kalkulation die Notwendigkeit einer Senkung der Lebenshaltungskosten, so sollten Studenten zunächst die Wohnkosten in Angriff nehmen. Da dieser Kostenpunkt häufig einen großen Teil der monatlichen Ausgaben einnimmt, ergibt sich hier das größte Einsparpotenzial. Studenten, die beispielsweise in einer Stadtwohnung direkt in Uni-Nähe wohnen, müssen hierfür oftmals hohe Mietkosten in Kauf nehmen. Es kann sich lohnen, die Kosten für eine Wohnung etwas außerhalb der Stadt hiermit zu vergleichen, da die Mietkosten in Vororten oft auf einem deutlich niedrigeren Niveau liegen. Auch wenn für den täglichen Weg zur Uni Ausgaben für öffentliche Verkehrsmittel anfallen, können die Gesamtkosten unterhalb der bisherigen Miete liegen.

Wer nicht auf die Wohnung in der Stadt verzichten möchte, sollte das Konzept des Singlewohnens mit dem einer WG vergleichen. Zahlreiche Studenten ermöglichen sich ein preisgünstiges Wohnen in der Großstadt, indem sie sich die Mietkosten für eine große Wohnung mit mehreren Studierenden teilen. Jedem Mitbewohner steht hierbei ein eigenes Zimmer zur Verfügung, während die Studenten Bad und Küche gemeinsam nutzen. Häufig ergibt sich hier ein deutliches Einsparpotenzial sogar im Vergleich zu Einraumappartements in der Innenstadt. Zudem lassen sich in der WG auch weitere Kosten etwa für Telefon, Nahrungsmittel und GEZ teilen. Der soziale Aspekt einer WG ist ein weiterer Punkt, der für den Umstieg auf dieses Konzept spricht. Gerade Studenten, die neu in der Stadt sind, finden durch eine Wohngemeinschaft schneller Anschluss.

Zu guter Letzt kann auch das Wohnen bei den Eltern eine besonders kostengünstige Alternative zum eigenständigen Wohnen sein. Schließlich verlangen nur die wenigsten Eltern von ihren Kindern eine Mietzahlung, wenn diese während der Studienzeit im Elternhaus bleiben. Die Kosten für Ernährung und Nebenkosten sinken beim Wohnen im Elternhaus auf ein minimales Niveau. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass das Elternhaus in gut erreichbarer Nähe zur Universität liegt. Muss der Student täglich viele Kilometer mit dem Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen, beeinflusst das nicht nur die Ausgaben, sondern auch die eigene Lebensgestaltung.

WG Freundschaft

Konsum: Gemeinsam statt einsam

Die Kosten für Nahrungsmittel und Getränke sind ein Punkt, den Studenten im täglichen Leben beeinflussen können. Wer nicht im Supermarkt, sondern im Discounter einkauft, kann die Ausgaben senken. Reicht diese Maßnahme nicht aus, um einen gesamten Monat lang mit frischen Nahrungsmitteln versorgt zu sein, kann die Foodsharing Bewegung eine Lösung sein. Dabei sammeln Menschen Lebensmittel, die sie nicht mehr brauchen und stellen sie anderen an Sammelpunkten zur Verfügung. Studenten können sich sowohl Essen holen, als auch übrig gebliebene Nahrungsmittel teilen.

Jobben für eine entspannte Finanzsituation

Trotz aller Sparmöglichkeiten sind Studenten oft auf einen Job neben dem Studium angewiesen. Dies zeigt auch eine Statistik, die die Höhe der Einkünfte jobbender Studenten detaillierter beleuchtet. So nahm der größte Teil der Studenten monatlich zwischen 250 € und knapp 500 € netto ein.

Einkommen von Studenten

Bei der Wahl des Jobs sollten Studenten jedoch darauf achten, dass noch genügend Zeit für das Studium bleibt.

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