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Assessment Center

Ein Assessment Center bestehen - so bist du gut vorbereitet

Wer heutzutage nach einem Hochschulstudium einen Job sucht, der kommt am Assessment Center nicht vorbei. Vorüber sind die Zeiten, in denen man sich nett mit dem Personalchef unterhielt und alles mit einem Handschlag besiegelte. Nun muss man sich knallharten Aufgaben stellen und gegen unzählige hoch qualifizierte Mitbewerber durchsetzen.

Was ist ein Assessment Center?

Assessment Center werden heutzutage veranstaltet, um die richtige Person für eine freie Stelle zu finden. Anstatt eines Vorstellungsgesprächs oder in Ergänzung dazu werden Assessment Center durchgeführt, um die sozialen und fachlichen Kompetenzen des Bewerbers sowie sein Verhalten in Stresssituationen zu testen. In den Assessment Centern werden über einen oder mehrere Tage verschiedene Aufgaben wie Gruppendiskussionen, Präsentationen oder Planspiele durchgeführt, um das Verhalten der Bewerber bei der Ausführung analysieren zu können. Besonderer Wert wird dabei auf Intelligenz, Verhalten in der Gruppe und bei Diskussionen, die Lösung der Aufgaben, aber auch auf die soziale Kompetenz gelegt, also auf den Umgang mit den Mitbewerbern. Generell gilt: je höher die ausgeschrieben Position, desto aufwändiger das Assessment Center.

Doch auch bei einigen Hochschulen gibt es solche Assessment Center. Dabei geht es natürlich nicht um einen Job, sondern um den Platz an der Hochschule. Da die Hochschulen 60% der Bewerber nach eigenen Kriterien aussuchen können (jeweils 20% der freien Studienplätze gehen an die Abiturbesten und diejenigen mit den meisten Wartesemestern), führen einige Hochschulen Assessment Center mit ihren Bewerbern durch.

In der Regel sind es die privaten Hochschulen, die solche Assessment Center durchführen, da ihre Studienplätze sehr begrenzt und auch sehr teuer sind. Daher soll die Eignung der Bewerber für den Studiengang im Vorhinein geprüft werden.

Bei den Assessment Centern der Hochschulen wird meist ein besonderes Augenmerk auf Logik, Mathematik, Argumentation in Diskussionen und Präsentation gelegt. Daneben zählt natürlich auch die Stressresistenz der Bewerber.

Diese Assessment Center führen jedoch längst nicht alle Hochschulen durch. In der Regel sind es eher die Privaten Universitäten oder Fachhochschulen, als die öffentlichen Hochschulen, da die Assessment Center natürlich auch für die Hochschulen einen hohen Kosten- und Zeitaufwand darstellen.

Aufbau und Bestandteile

Assessment Center sind unterschiedlich aufgebaut. Trotzdem gibt es einige Gemeinsamkeiten, die sie aufweisen. Im Folgenden findest du einige Beschreibungen und Tipps, die für dein Assessment Center hilfreich sein können:

  • Selbstpräsentation:

    Zu Beginn eines Assessment Centers werden die Teilnehmer oftmals aufgefordert, sich selbst in etwa 10 bis 15 Minuten vorzustellen. Diese Aufgabe mag zwar auf den ersten Blick einfach erscheinen, weist jedoch einige Tücken auf. Es wird in der Regel positiv aufgefasst, wenn der Bewerber die zur Verfügung gestellten technischen Hilfsmittel einsetzt. Während der Präsentation ist es wichtig, Blickkontakt zu halten. Der Vortrag sollte strukturiert aufgebaut sein: man beginnt mit der derzeitigen Position, schlägt eine Brücke zur neuen Stelle und stellt eine Verbindung zwischen diesen beiden her. Anschließend geht man auf den beruflichen Werdegang ein und präsentiert die eigenen Kompetenzen, für die Beispiele genannt werden. Dabei ist es im Assessment Center empfehlenswert, sich auf das Wesentliche zu beschränken und die Zeit im Auge zu behalten, da die Selbstpräsentation bei Zeitüberschreitung abgebrochen wird.

  • Postkorbübung:

    Diese Übung ist bei Assessment Centern sehr beliebt. Du erhältst einen Stapel an Briefen und Schreiben, den es zu organisieren gilt. Es handelt sich dabei um etwa 30-40 Dokumente, die in einer Zeit von 30 Minuten bis zu einer Stunde geordnet werden sollen. Der Schwierigkeitsgrad der Aufgabe kann durch Ablenkungen, wie ein Telefonat oder ein kurzes Meeting, erhöht werden. Anschließend wird das Ergebnis den Beobachtern im Assessment Center vorgestellt. Die jeweilige Einteilung muss für jedes einzelne Schreiben erläutert und begründet werden.

    Einen optimalen und einzig richtigen Lösungsweg gibt es bei dieser Aufgabe für das Assessment Center nicht. Doch es ist sinnvoll, die Schreiben in unterschiedliche Stapel zu sortieren. Stapel A hat höchste Priorität und muss von dir selbst erledigt werden. Vorfälle, die nicht sofort erledigt werden müssen und einer weiteren Prüfung bedürfen, werden im Stapel B versammelt. Was delegiert werden kann oder gar keiner Bearbeitung bedarf, wie veraltete Schreiben oder Werbung, wird im letzten Stapel zusammen gestellt.

  • Rollenspiele:

    Ein Assessment Center kann dich mit einem Rollenspiel überraschen. Dieses muss nicht immer in direktem inhaltlichen Bezug zu der Stelle stehen, die ausgeschrieben wurde. Beliebt sind sie allerdings bei Positionen, die erhöhten Kundenkontakt erfordern. Wichtig ist es bei Rollenspielen, eine positive Atmosphäre zu schaffen. Biete deinem Gegenüber etwas zu trinken an, erkundige dich, ob der Weg gut gefunden wurde und finde so einen Einstieg ins Gespräch.

    In der Regel wirst du bei dieser Aufgabe im Assessment Center mit einer Konfliktsituation konfrontiert, um deine Reaktion zu testen. Es können Reklamationen, Entlassungsgespräche oder Verkaufsgespräche simuliert werden. Dein Partner kann ein weiterer Bewerber oder aber ein Beobachter sein. Bewahre trotz allem Ruhe und versuche, die Gesprächsleitung zu behalten. Ein sachlicher und freundlicher Ton sowie souveränes Auftreten sind unbedingt erforderlich.

    Ziel dieser Aufgabe im Assessment Center ist es, eine konkrete Problemlösung zu finden. Einige dich daher mit deinem Gegenüber und versuche, einen Kompromiss zu finden.

  • Gruppendiskussionen:

    Im Assessment Center wird die Teamfähigkeit der Bewerber überprüft. Daher werden oftmals Gruppendiskussionen durchgeführt. Es kann vorkommen, dass die Teilnehmer einen bestimmten Standpunkt übernehmen müssen, der nicht dem eigenen entspricht. So wird die Flexibilität der Bewerber auf die Probe gestellt.

    Ein selbstbewusstes Auftreten kommt im Assessment Center gut an, jedoch sollte man darauf achten, andere nicht in die Ecke zu drängen oder vorlaut zu erscheinen. Die eigene Körpersprache sollte Offenheit ausdrücken. Ablehnende Haltungen, wie etwa verschränkte Arme, solltest du vermeiden. Halte direkten Blickkontakt zu den anderen Teilnehmern und höre ihnen gut zu.

    Es wird als positiv gewertet, wenn man schüchterne und zurückhaltende Teilnehmer in die Diskussion mit einbezieht und trotz allem den eigenen Standpunkt überzeugend vertritt.

Welche Vorteile hat dieses Verfahren?

Immer mehr Stimmen werden laut, die die Durchführung der Assessment Center in Frage stellen. Manipulierbarkeit wird unterstellt, die Abschaffung gefordert. Die zu beantwortenden Fragen ließen erkennen, welche die richtige Antwort sei, die einen positiven Eindruck erwecke. Außerdem bezweifeln Kritiker, dass die Ergebnisse der im Assessment Center durchgeführten Aufgaben auf die tatsächliche Berufstätigkeit übertragbar sind. Besonders stark wird kritisiert, dass die Persönlichkeit einen zu hohen Stellenwert bei der Besetzung einer Position erhält. Denn inwiefern bestimmte Charaktereigenschaften die Intelligenz oder fachlichen Kenntnisse eines Bewerbers bedingen, sei fraglich.

Trotzdem greifen immer mehr Unternehmen bei der Besetzung einer offenen Stelle auf ein Assessment Center zurück. Auch international gesehen wächst die Bedeutung dieses Auswahlverfahrens.

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