Lehrer werden

Wie werde ich eigentlich Lehrer?

Um in Deutschland Lehrer werden zu können, musst Du ein Lehramtsstudium absolvieren. Je nach Bundesland ist das Lehramtsstudium unterschiedlich geregelt. Meist brauchst Du einen Master of Education oder das Staatsexamen und musst ein Referendariat absolvieren.

Warum Lehrer werden?

Rund 10 % der deutschen Studenten möchten später Lehrer werden. Lehrer arbeiten hauptsächlich an Schulen und sorgen für die Bildung und Erziehung der Kinder. Damit übernehmen sie eine überaus verantwortungsvolle Aufgabe. Als Lehrer erwarten Dich ein spannender und abwechslungsreicher Berufsalltag, ein gutes Gehalt und ein sicherer Arbeitsplatz.

Auf Lehramt studieren und Lehrer werden

Die Lehrerausbildung ist in Deutschland Sache der einzelnen Bundesländer. Der Zugang zum Lehrerberuf erfolgt dabei deutschlandweit über ein Lehramtsstudium. Der Verlauf des Studiums unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland zum Teil erheblich. Auch der Abschluss des Studiums ist nicht einheitlich geregelt. In NRW oder Niedersachsen zum Beispiel studierst Du, um Lehrer zu werden, auf Bachelor und Master. In Bayern hingegen kannst Du zwar Module wie bei Bachelor-Studiengängen belegen, das Lehramtsstudium beendest Du aber mit dem 1. Staatsexamen.

Lehrer werden – Das Lehramtsstudium in Deutschland

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Grundsätzlich kannst Du in Deutschland für folgende Schulformen Lehrer werden:

  • Grund- und Hauptschulen, Primarstufen
  • Realschule, Sekundarstufe I
  • Gymnasium und Gesamtschule, Sekundarstufe II
  • Berufliche und berufsbildende Schulen, Berufskollegs
  • Sonderschulen, Sonderpädagogik

Voraussetzungen für ein Lehramtsstudium

Beim Verband Bildung und Erziehung kannst Du testen, ob Du dafür geeignet bist, Lehrer zu werden.

Willst Du Lehrer werden, sind Freude am Umgang mit Kindern, Fleiß, Engagement und Durchsetzungsfähigkeit obligatorisch. Der Beruf des Lehrers kann unter Umständen sehr anstrengend sein, daher solltest Du mit psychischem Stress umgehen können. Außerdem musst Du gut erklären und präsentieren können.

Um Lehrer werden zu können, benötigst Du in der Regel das Abitur, da nur Universitäten und ihnen gleichgestellte Hochschulen das Lehramtsstudium anbieten. Die meisten Lehramtsstudiengänge in Deutschland sind zudem zulassungsbeschränkt. Neben einem bestimmten Durchschnitt Deiner Abiturzeugnisnote können beispielsweise ein Eignungsfeststellungstest oder Sprachkenntnisse zu den Zulassungsvoraussetzungen gehören.  Zum Teil zählen auch allgemeine Eignungstests oder ein Orientierungspraktikum vor Studienbeginn zu den Anforderungen. Wer Lehrer werden will, sollte  darüber hinaus die deutsche Sprache und Grammatik sehr gut beherrschen.

Studienverlauf

Je nach Fach und Bundesland verläuft Dein Studium unterschiedlich. In der Regel ist das Lehramtsstudium mit dem Ziel Bachelor oder Master aber in sogenannte Module unterteilt. Diese bestehen aus mehreren thematisch zusammenhängenden Lehrveranstaltungen wie Vorlesungen, Seminaren oder Übungen. Einige davon sind Pflicht, andere kannst Du je nach Interesse frei wählen. Die Module enden in der Regel mit einer Modulprüfung. Die Noten aus diesen Prüfungen und aus einzelnen Veranstaltungen ergeben zusammen mit der Note Deiner Abschlussarbeit die Endnote Deines Lehramtsstudiums. Für die Arbeitszeit, die Du für Dein Studium investierst, bekommst Du so genannte Credit Points. Da das Studium sehr theoretisch ist, absolvierst Du in dessen Verlauf mindestens 2 Praktika im Schulbetrieb. Hier kannst Du erleben, wie es ist, als Lehrer zu arbeiten und Kindern etwas beizubringen. Dein Studium beendest Du mit einer schriftlichen Abschlussarbeit.

Studieninhalte

Je nach Fach und Hochschule unterscheiden sich die Studienverlaufspläne zum Teil erheblich voneinander. In Vorlesungen und Einführungsveranstaltungen erwirbst Du aber immer zunächst erziehungs- und bildungswissenschaftliche Kenntnisse. Hinzu kommen didaktische und pädagogische Lehrveranstaltungen. Auch fachwissenschaftliche Inhalte Deiner Unterrichtsfächer gehören zum Lehrstoff.

Ausführliche Studienverlaufspläne, etwa im Fach Mathematik der Universität Bonn findet Du auf ihrer Internetseite.

Am Anfang Deines Lehramtsstudiums musst Du Dich entscheiden, welche Fächer Du später als Lehrer unterrichten möchtest. Da nicht jede Hochschule und jedes Bundesland alle Kombinationen anbietet, solltest Du Dich frühzeitig über Deine Möglichkeiten informieren. In Bayern etwa kannst Du Physik nur mit einem weiteren naturwissenschaftlichen Fach oder mit Englisch kombinieren. Zu den klassischen Fächern, in denen Du Lehrer werden kannst, zählen:

Teilweise kannst Du auch exotische Fächer wie Astronomie, Dänisch, Niederländisch, Russisch oder Chinesisch auf Lehramt studieren. Diese studierst Du in der Regel neben Deinen beiden Unterrichtsfächern als 3. Fach.

Möchtest Du Lehrer an einer Berufsschule werden, studierst Du beispielsweise:

Studienmöglichkeiten

Um Lehrer werden zu können, musst Du an einer Universität, einer Pädagogischen Hochschule, einer Kunsthochschule oder einer Sporthochschule ein Lehramtsstudium absolvieren. Mit einem Abschluss an einer Fachhochschule kannst Du nur als Quer- oder Seiteneinsteiger Lehrer werden. Nahezu alle deutschen Universitäten bieten ein Lehramtsstudium an.

Abschluss

Je nach Bundesland beendest Du Dein Lehramtsstudium mit dem Master of Education (M.Ed.) oder dem 1. Staatsexamen. Bayern und Hessen etwa bieten modularisierte Studiengänge an, die mit dem 1. Staatsexamen enden. In Thüringen und Nordrhein-Westfalen benötigst Du, um Lehrer zu werden, dagegen den Master of Education. Ein Master Abschluss beziehungsweise das 1. Staatsexamen reicht aber noch nicht aus, um Lehrer zu werden. Nach dem Studium musst Du noch den Vorbereitungsdienst absolvieren und das 2. Staatsexamen erwerben.

Nach dem Lehramtsstudium?

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Nach Deinem Lehramtsstudium musst Du in der Regel 18 bis 24 Monate einen Vorbereitungsdienst – das sogenannte Referendariat – absolvieren. Anschließend legst Du meist noch eine Prüfung ab, mit deren Bestehen Du das 2. Staatsexamen erhältst. Erst das 2. Staatsexamen ermöglicht Dir, Lehrer zu werden. Nach dem Studium bewirbst Du Dich, wie Studenten anderer Studiengänge, auf ausgeschriebene Stellen. Je nach Bundesland variiert das Bewerbungs- und Einstellungsverfahren.

Welche Aufgaben übernehme ich als Lehrer?

Als Lehrer bereitest Du den Unterricht für Deine Schüler vor. Du erstellst Arbeitsblätter, sammelst Materialien und korrigierst Klassenarbeiten und Klausuren. Darüber hinaus planst Du schulinterne Veranstaltungen, Projektarbeiten und Klassenfahrten. Neben der Leitung des Unterrichts nimmst Du auch regelmäßig an Konferenzen teil oder besuchst Weiterbildungen und Schulungen, um Deine Fachkenntnisse aufzufrischen.

Wie erfolgt der Berufseinstieg?

Um Lehrer zu werden, bewirbst Du Dich nach Deinem Studium und dem Vorbereitungsdienst beziehungsweise dem 2. Staatsexamen um eine Stelle. Je nach Bundesland gibt es dabei unterschiedliche Verfahren. Teilweise bewirbst Du Dich direkt an der entsprechenden Schule um die ausgeschriebene Stelle, zum Teil aber auch beim Land.

Welche Karriereaussichten habe ich?

Gute Berufsaussichten haben derzeit vor allem Berufsschullehrer für technische Fächer. Aber auch Lehrer in Fächern wie Physik, Chemie, Informatik oder Latein haben bei der Arbeitssuche keine Schwierigkeiten. Etwas komplizierter sieht es bei Fächerkombinationen wie Englisch und Geschichte aus, da sehr viele Lehramtsstudenten solche Fächer wählen. Aber auch Absolventen mit beliebten Fächerkombinationen bekommen nach ihrem Lehramtsstudium mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Job, da aufgrund des demographischen Wandels immer mehr Lehrer in den Ruhestand gehen. Die Kultusministerkonferenz rechnet damit, dass bis 2020 jährlich etwa 28.000 Stellen neu zu besetzen sind.

Je nach Schulart hast Du als Lehrer verschiedene fachliche Entwicklungsmöglichkeiten. Du kannst Oberstufenberater, Fachleiter oder Beratungslehrer werden. Möchtest Du verstärkt Management- und Führungsaufgaben wahrnehmen, sind auch die Positionen des Schulleiters oder des stellvertretenden Schulleiters interessante Optionen. Darüber hinaus hast Du die Möglichkeit, Dich für den Auslandsschuldienst zu bewerben.

Welches Gehalt verdiene ich?

Lehrer werden nach Bundesbesoldungs- beziehungsweise Landesbesoldungsvertrag oder nach Tarifvertrag bezahlt. Je nach Bundesland gibt es dabei einige Unterschiede, da Lehrer zu Beginn ihrer Berufslaufbahn in verschiedene Besoldungsstufen eingruppiert werden. Außerdem unterscheidet sich das Lehrergehalt je nach Schulform, Dienstrang und –alter. Darüber hinaus wird zwischen Lehrern im Beamtenverhältnis und Lehrern im Tarifbeschäftigungsverhältnis unterschieden. Durchschnittlich erhalten Lehrer folgendes Gehalt:

Schulform Gehalt*
Grundschule 3.700 €
Sekundarstufe I 4.200 €
Sekundarstufe II 4.600 €
*) in brutto / monatlich

Lehrer werden – Alternativen

Du möchtest Lehrer werden, hast aber kein Lehramtsstudium absolviert? Dann hast Du auch als sogenannter Quer- oder Seiteneinsteiger die Möglichkeit, den Beruf des Lehrers auszuüben. Voraussetzung ist, dass in dem entsprechenden Fach ein akuter Lehrermangel besteht.

Um als Quereinsteiger Lehrer werden zu können, benötigst Du ein fachrelevantes Hochschulstudium und mehrjährige Berufspraxis. Gibt es zum Beispiel nicht genug Lehrer im Fach Informationsverarbeitung, kannst Du mit einem Studium und Berufserfahrung im IT-Bereich Lehrer werden. Quereinsteiger können meist direkt das Referendariat aufnehmen, ohne einen vorbereitenden oder berufsbegleitenden Weiterbildungskurs besuchen zu müssen. Nach Ablegen des 2. Staatsexamens können sie genau wie Absolventen eines Lehramtsstudiums verbeamtet werden.

Seiteneinsteiger müssen in der Regel ebenfalls ein Hochschulstudium und langjährige Berufspraxis vorweisen können. Sie werden in einer 2- bis 3-jährigen Weiterbildung berufsbegleitend pädagogisch geschult, absolvieren aber kein Referendariat. Als Seiteneinsteiger wirst Du daher auch nicht verbeamtet.

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